Mit neuen Herausforderungen zukunftsfähig bleiben - Ein Ziel das Kraft kostet, sich aber lohnt. / Foto: Krückeberg

Hannover (WB/MuseumsGütesiegel 2018 bis 2024) - Das Geheimnis ist „gelüftet“: In einem offiziellen Festakt in der Niedersächsischen Sparkassenstiftung wurden neun Museen in Hannover mit dem begehrten Museumsgütesiegel Niedersachsen und Bremen ausgezeichnet.

Dr. Sabine Johannsen, Staatssekretärin im Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur, Dr. Sabine Schormann, Direktorin der Niedersächsischen Sparkassenstiftung sowie Herr Prof. Dr.Wiese, Vorsitzender des Museumsverbandes Niedersachsen und Bremen würdigten vor den über 100 Teilnehmer*innen die herausragende Arbeit der erfolgreichen Absolventen des elften Jahrgangs Museumsgütesiegel.

„Niedersachsen war das erste Land mit einem Museumsgütesiegel. Wir stehen an der Spitze einer Bewegung in Deutschland, mit Hilfe einer Zertifizierung die Museen in ihrem Management zu professionalisieren undin die Zukunft zu führen!“ betont der Verbandsvorsitzende Rolf Wiese.
Die drei Partner des Museumsgütesiegels, Ministerium, Museumsverband und Sparkassenstiftung sind stolz darauf, dass ihr Konzept aufgegangen ist und sich nach wie vor Museen aus Niedersachsen und Bremen einer externen Bewertung im Rahmen des Museumsgütesiegels stellen.
Jährlich nehmen zwischen 15 und 25 Museen teil, einige geben sich mehrere Jahre Zeit und nutzen dasumfassende Beratungs- und Schulungsangebot, das den Teilnehmern ordentlich etwas abverlangt.

„Unsere erste Reaktion auf den vielschichtigen und intensiven Prozess zur Erlangung des Gütesiegels: tief durchatmen… Für ein kleines Team bedeutet das Gütesiegel neben dem Alltagsgeschäft immerhin eine nicht zu unterschätzende, zusätzliche Arbeitsbelastung. Aber wir haben den Prozess wirklich gewollt – nicht nur der Plakette wegen, sondern weil wir an die positiven und stärkenden Effekte dieser Evaluation glauben“, so Dr. Kristina Nowak-Klimscha, Leiterindes Museum Nienburg / Weser.

Sie zählte zu den Teilnehmern, die die begehrte Urkunde und Plakette entgegennehmen durfte. Eine unabhängige Expertenkommission beriet zuvor über die Ergebnisse, die die Museen in den vergangenen 15 Monaten erarbeitet haben. Neben einer von Fachleuten des Museumsverbandes
begleiteten Selbstevaluation, in der der gesamte Museumsbetrieb in Hinblick auf Stärken und Schwächen durchleuchtet wird, zählt hierzu auch eine intensive
kollegiale Beratung sowie unterschiedliche fachbezogene Weiterbildungen. Im Mittelpunkt stand dabei, die Qualität der Arbeit im Sinne der Standards für Museen des Deutschen Museumsbundes und ICOM-Deutschland zu bestätigen und zu verbessern und dadurch entscheidend
dazu beizutragen, auch angesichts neuer Herausforderungen zukunftsfähig zu bleiben.

Prof. Dr. Wiese lobte die hohe Anzahl an qualitativ hochwertigen Museen im Land. „Seit 2006 konnten wir bereits 117 Museen mit dem Gütesiegel auszeichnen.
Alle Museen haben gezeigt, dass sie die internationalen und nationalen Museums-Standards erfüllen.
Ich wünsche ihnen die Kraft, in nächster Zeit die erreichten hohen Standards zu halten und an den aufgezeigten Defiziten weiter zu arbeiten. Die Museen
haben den Mut gezeigt, ihre Arbeit selbstkritisch auf den Prüfstand zu stellen.
“Der Museumsverband appellierte aber auch an die Träger - viele Vertreter*innen aus Landes-und Kommunalpolitik waren zur Übergabefeier anwesend - die Museen weiter auskömmlich auszustatten, damit sie ihrem Bildungsauftrag gerecht werden können.

Folgende Museen wurden ausgezeichnet:
  •   Schlossmuseum Braunschweig
  •   Focke-Museum – Bremer Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte
  •   Heimatmuseum Leer
  •   Museum Nienburg / Weser
  •   Domschatzkammer und Diözesanmuseum Osnabrück
  •   Emslandmuseum Schloss Clemenswerth, Sögel
  •  Deutsches Pferdemuseum, Verden (Aller)
  •  Hoffmann-von-Fallersleben-Museum, Wolfsburg
  •   Haus im Schluh – Heinrich Vogeler Sammlung Worpswede