Präsentation der Mietpreisanalyse auf der Treppe in der Bürgerhalle im Rathaus A / Foto: VWI/Tobias Fruh

Informationen zu fast 22.000 Wohnungen in Wolfsburg
Wolfsburg (WB/Stadt Wolfsburg) - Die Mietpreisentwicklung in Wolfsburg ist in der Öffentlichkeit immer wieder ein großes Thema. Institute weisen teilweise horrende Mietpreissteigerungen aus. Dieses betrifft jedoch nur bestimmte Segmente des Wohnungsmarktes in Wolfsburg.

Vor dem Hintergrund hat die Stadt Wolfsburg eine Mietpreisanalyse vorgenommen, die jetzt erstmals fundierte Aussagen zum Mietpreisniveau gibt. Mit diesen Daten als Instrument der Wohnungsmarktbeobachtung lassen sich Aussagen zum Mietpreisniveau im Stadtgebiet treffen. Über die Untersuchung ist es nicht möglich, die ortsübliche Vergleichsmiete im Sinne eines Mietspiegels abzuleiten. Die Mietpreisdaten dienen ausschließlich der Stadt Wolfsburg dazu den Wohnungsmarkt zu analysieren.

„Wolfsburg hat eine einmalige Situation in wachsenden Städten. In unserer Stadt besitzen lokale Wohnungsgesellschaften die meisten Wohnungen auf dem Mietmarkt. Dieses zahlt sich im Hinblick auf bezahlbare Mieten aus. Dank der vertrauensvollen Zusammenarbeit mit Neuland, Volkswagen Immobilien und Allertal Immobilien wurden Informationen zu fast 22.000 Mieten in Wolfsburg zu Grunde gelegt, also gut 60 Prozent des Mietmarktes“, erklärt Oberbürgermeister Klaus Mohrs.

Ralf Sygusch (Leiter Referat Strategische Planung, Stadtentwicklung, Statistik): „Das Ergebnis der Mietanalyse zeigt, dass wir mit einer durchschnittlichen Kaltmiete von 5,80 Euro pro Quadratmeter genügend preisgünstigen Wohnraum in der Stadt haben. Dass dieser nicht immer sofort verfügbar ist, merkt jeder, der sich auf Wohnungssuche in Wolfsburg begibt. Dennoch konnten die Wohnungsgesellschaften 2015 knapp 2.000 Wohnungen wiedervermieten und das zu lediglich durchschnittlich 6,50 Euro pro Quadratmeter Kaltmiete.

Der Durchschnitt liegt bei 6,50 Euro pro Quadratmeter Kaltmiete

Wer allerdings über Portale wie Immobilienscout im gleichen Zeitraum eine Wohnung in Wolfsburg gesucht hat, fand nach Auswertung der NBank und RegioKontext ein sehr begrenztes Mietangebot von lediglich knapp 400 Inseraten vor und musste mit durchschnittlich 9,10 Euro pro Quadratmeter tief in die Tasche greifen. Interessant ist, dass der Weg der Wohnungsvermittlung auf dem gegenwärtig angespannten Wolfsburger Wohnungsmarkt eine große Rolle spielt: Während die Wohnungsgesellschaften ihre günstigen Wohnungen größtenteils direkt über ihre eigenen Wartelisten vermieten, inserieren derzeit über Immobilienscout überwiegend private Vermieter und Makler Wohnungen im höherpreisigen Segment.“

„Mit unserer städtischen Wohnungsgesellschaft Neuland aber auch mit Unterstützung von Volkswagen Immobilien und der Genossenschaft Allertal sorgen wir als Stadt für günstige Mietwohnungen. Aufgrund der anhaltenden hohen Nachfrage sind die Wohnungen in unserer Stadt fast alle belegt. Zugleich fehlt es auf dem Mietmarkt an zeitgemäßen Wohnraum, der die Arbeitskräfte und Bewohner von morgen anspricht. Um einerseits den Wohnungsmarkt nachfragegerecht weiterzuentwickeln und andererseits die Preise der hiesigen Bestandswohnungen in der Balance zu halten, gilt es genügend Wohnraum zu schaffen“, unterstreicht Klaus Mohrs.

Hans-Dieter Brand (Geschäftsführer Neuland): „Wir agieren nach dem Grundsatz ‚Wohnen für Alle‘. Auch im Rahmen der Wohnbauoffensive werden wir günstige Neubauwohnungen im Bereich von 7 Euro anbieten. Leider sind aufgrund der hohen Nachfrage nahezu alle Wohnungen belegt. Wir haben rund 3.000 Wohnungssuchende auf der Warteliste, die sehr vielfältige Wohnansprüche formulieren. Umso wichtiger ist es die Wohnbauoffensive mit Hochdruck weiter umzusetzen.“

Wohnbauoffensive muss weiter vorangetrieben werden

Michael Leipelt (VWI-Geschäftsführer Wohnimmobilien und Personal): „Trotz des seit einigen Jahren sehr angespannten Wohnungsmarktes haben wir die Situation nicht dafür genutzt, unsere Mieten übermäßig zu erhöhen. Wir bieten über unser Portfolio günstigen Wohnraum an. Allerdings besteht zugleich ein hoher Bedarf an modernen und qualitätsvollen Wohnungen, die wir über unseren Bestand nicht immer bedienen können. Deshalb brauchen wir attraktive Neubauprojekte wie beispielsweise die Steimker Gärten, um den Standort Wolfsburg zu stärken und zukunftsfähig gestalten zu können. Auf unseren Wartelisten stehen rund 1.800 Wohnungssuchende. Die Nachfrage lässt nicht nach. Wir müssen und wollen die Wohnbauoffensive unbedingt fortsetzen.“

Dirk Backhausen (Vorstandsvorsitzender Allertal Immobilien eG): „Wir sind die einzige Wohnungsbaugenossenschaft in Wolfsburg. Als Genossenschaft verfolgen wir das Ziel unsere Mitglieder durch eine gute, sichere und sozialverantwortliche Wohnversorgung zu unterstützen. Wir handeln nicht primär renditeorientiert, was sich auch in unseren sehr moderaten Mieten bemerkbar macht. Auch bei uns ist die Nachfrage nach Wohnraum hoch.“

Foto: VWI/Tobias Fruh