Foto: Mann im Rollstuhl (über dts Nachrichtenagentur)

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Im vergangenen Jahr haben rund 1,61 Millionen Menschen in Deutschland erstmals Pflegeleistungen beantragt. Das geht aus der Antwort des Bundesgesundheitsministeriums auf eine Anfrage der Linken-Bundestagsabgeordneten Sabine Zimmermann hervor,

über welche die Zeitungen des "Redaktionsnetzwerks Deutschland" in ihren Mittwochsausgaben berichten. Die Ablehnungsquote lag den Angaben zufolge bei 15 Prozent. Jede fünfte Bewilligung (20,7 Prozent) führte lediglich zu Pflegegrad 1, der für Hilfsbedürftige gedacht ist, die in ihrer Selbstständigkeit nur gering beeinträchtigt sind. Die Betroffenen erhalten dann keine Geld- oder Sachleistungen wie bei höheren Pflegegraden. Stattdessen gibt es einen monatlichen Entlastungsbetrag von 125 Euro, etwa für Über-Tag-Betreuung oder Unterstützung beim Einkaufen und im Haushalt.

38,5 Prozent der neu bewilligten Pflegeanträge entfielen im vergangenen Jahr auf Pflegegrad 2, 17,1 Prozent auf Pflegegrade 3. 6,5 Prozent der Bewilligungen führten zu Pflegegrad 4 und 2,4 Prozent zu Pflegegrad 5. Zimmermann sagte dem RND, viel zu viele Pflegebedürftige würden nach der Begutachtung ohne professionelle Pflegeleistungen bleiben. "Das hat mit Bedarfsdeckung nichts zu tun", sagte die Vorsitzende des Bundestags-Familienausschusses. "Denn niemand betragt Unterstützung ohne Not."

Der Leistungsumfang im Pflegegrad 1 müsse spürbar steigen, so Zimmermann.