Foto: Krankenhaus (über dts Nachrichtenagentur)

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Immer weniger Pflegebedürftige sind von staatlichen Sozialleistungen abhängig. Im Jahr 2017 nahmen 375.504 Menschen die Sozialhilfe zur Finanzierung von Pflegeleistungen in Anspruch. Im Vorjahr waren es 439.617.

Das geht aus Daten des Statistischen Bundesamtes hervor, über die die "Passauer Neue Presse" (Samstagsausgabe) berichtet. Seit vier Jahren sind die Zahlen rückläufig. Demnach waren es 2014 noch 452.514 Pflegeleistungsempfänger, 2015 noch 450.674. Vor dem Jahr 2017 wurden in der Statistik aber auch Hilfsempfänger berücksichtigt, deren Pflegegrad noch nicht endgültig ermittelt worden war. Dadurch sanken zuletzt auch die erfassten Nettoausgaben für die Hilfen zur Pflege von 3,8 Milliarden Euro im Jahr 2016 auf 3,4 Milliarden 2017. Die Sozialexpertin und stellvertretende Vorsitzende der Linksfraktion, Sabine Zimmermann, übt dennoch Kritik und fordert eine Reform der Pflegeversicherung.

"Es ist nicht akzeptabel, dass so viele pflegebedürftige Menschen zum Sozialfall werden", sagte sie der "Passauer Neuen Presse". Die hohe Betroffenenzahl zeige, "dass die Pflegeversicherung als Teilkostenprinzip nicht funktioniert, da viele Betroffene und ihre Familien die Pflegekosten nicht finanzieren können". Daran hätten alle bisherigen Pflegereformen, auch die Pflegestärkungsgesetze, nichts geändert.

"Die Pflegeversicherung muss umgebaut werden, weg vom Zuschussprinzip hin zur Vollversicherung", so die Linken-Politikerin. Beiträge müssten von allen gezahlt werden, auch von privat Versicherten und auch auf weitere Einkommensarten wie etwa Kapitalerträge. "Gute Pflege braucht eine solidarische Finanzierung", sagte Zimmermann der "Passauer Neuen Presse".