Foto: Blick vom Zahnarzt-Patientenstuhl (über dts Nachrichtenagentur)

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Immer mehr privat Krankenversicherte sind in Sondertarifen mit zum Teil deutlich verringerten Leistungen versichert. Das geht aus der Antwort des Bundesgesundheitsministeriums auf eine Anfrage der Linken-Bundestagsfraktion hervor,

über die das "Redaktionsnetzwerk Deutschland" (Mittwochsausgaben) berichtet. Der sogenannte Notlagentarif der Privaten Krankenversicherung für Versicherte mit Beitragsschulden bietet lediglich die Erstattung von Behandlungskosten bei akuten Erkrankungen, Schmerzen, Schwangerschaft und Mutterschaft: 2013 – im Jahr seiner Einführung – waren 93.600 Menschen so versichert, im vergangenen Jahr 106.200.

Die auf Geringverdiener ausgerichteten Standard- und Basistarife garantieren ein Leistungsniveau vergleichbar mit dem der gesetzlichen Krankenversicherung. 2009 gab es nach Ministeriumsangaben 38.400 Versicherte im Standardtarif, 2017 dagegen 50.200. Im PKV-Basistarif waren im vergangenen Jahr 31.400 Menschen – 17.900 mehr als 2009. Die Linken-Politikerin Sabine Zimmermann zeigte sich alarmiert angesichts der Zahlen.

"Die Privatversicherung ist gnadenlos: Wer Einkommenseinbußen hat und die ständig steigenden Beiträge nicht mehr zahlen kann, der ist im Krankheitsfall oft deutlich schlechter dran als gesetzlich Versicherte", sagte die Bundestagsabgeordnete dem RND. "Durch die steigende Inanspruchnahme von Sozialtarifen erbringt das PKV-System selber den Beweis, dass es nicht funktioniert."