Foto: Jens Spahn (über dts Nachrichtenagentur)

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Der Vorstoß von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) für eine Widerspruchslösung bei der Organspende stößt auf Widerstand im Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK).

"Man kann die Organspende nicht einfach zur rechtlichen und moralischen Pflicht erklären", sagte ZdK-Präsident Thomas Sternberg dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland" (Dienstagsausgaben). "Eine Organentnahme ohne vorherige ausdrückliche Zustimmung des Betroffenen ist ein sehr weitgehender Eingriff in die Integrität des Menschen und seines Körpers. Ich habe Zweifel, ob eine Lösung, bei der ein ausdrücklicher Widerspruch des Betroffenen oder seiner Angehörigen erforderlich wäre, um die Organentnahme zu verhindern, ethisch zu vertreten ist." Sternberg sagte, die Organspende an sich sei "ein Akt der christlichen Nächstenliebe". Bisher sei man in Deutschland jedoch immer davon ausgegangen, dass eine Organspende nicht ohne ausdrückliche Zustimmung möglich sein dürfe.

"Das Prinzip Freiwilligkeit haben wir immer sehr hochgehalten", so Sternberg weiter. Der ZdK-Präsident sagte, das Thema müsse sorgfältig debattiert werden: "Es geht hier um sehr ernstzunehmende, sehr grundlegende ethische Fragen, die sich nicht im Schnellverfahren beantworten lassen."