Foto: Krankenhaus (über dts Nachrichtenagentur)

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Der Chef der Techniker Krankenkasse, Jens Baas, hat eine Abschaffung der privatärztlichen Honorare gefordert. "Auf Dauer müssen wir zu einer einheitlichen Honorierung der Ärzte kommen, dann werden sich die Ärzte auch regional besser verteilen",

sagte Baas der "Rheinischen Post" (Dienstagsausgabe). "Wenn die niedergelassenen Ärzte für Privatpatienten nicht länger mehr Geld bekommen als für Kassenpatienten, verschwinden auch die Anreize, die Patienten unterschiedlich zu behandeln. Das fängt mit der Terminvergabe an." Deutschland habe genug Ärzte, sie seien nur falsch verteilt. "Wir haben zu wenig Hausärzte und zu viele Fachärzte. Und die Fachärzte gehen bevorzugt dahin, wo es viele Privatpatienten gibt." Zugleich forderte Baas von der künftigen Regierung eine Reform des Finanzausgleichs (Risikostrukturausgleich): "Hier brauchen wir eine grundlegende Reform, sonst gibt es in 20 Jahren nur noch AOKen. Aktuell werden genau diese Kassen mit Milliardenbeträgen belohnt, die sie gar nicht für die Versorgung ihrer Versicherten brauchen, andere bekommen systematisch zu wenig."

Das System müsse auch weniger Angriffsfläche für die Einflussnahme von Kassen auf Arzt-Diagnosen bieten. "Ein aktuelles Gutachten zeigt, dass schon wieder jeder fünfte niedergelassen Mediziner von Kassen, beraten wird."