Nina Hoss (über dts Nachrichtenagentur)

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Sexismus ist in Deutschland nach Ansicht von Schauspielerin Nina Hoss Alltag. Es gebe "einen täglichen Sexismus, der schon in scheinbar harmlosen Bemerkungen deutlich wird. Dabei geht es jetzt nicht um Political Correctness", sagte Hoss dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland" (Samstagsausgaben).

Die Schauspielerin glaubt zu wissen, wie sich die Situation verbessern ließe: "Es müssen mehr Frauen in Leitungsfunktionen kommen. Nur dann wird sich die Art verändern, wie wir miteinander umgehen. Dafür brauchen wir die Quote, auch bei Theaterintendanten", so Hoss.

"Bislang herrscht in den Gremien eine Klüngelei von Männern, die sich gegenseitig die Jobs zuschieben. Frauen wollen die Männer da nicht wirklich haben. Es ist kein Zufall, dass über Intendantinnen oft negativ gesprochen wird", sagte Hoss.

Das bedeute nicht, "dass Frauen automatisch bessere Chefs sind. Aber warum darf sich nicht auch eine Chefin als – Pardon – Arschloch entpuppen? Es gibt genügend männliche Pendants – so viele, dass es gar nicht weiter auffällt. Frauen müssen erst mal in den wichtigen Jobs vertreten sein, damit sie dort Mist oder etwas Tolles machen können. Sonst ändert sich ja nie etwas."