SAO PAULO DANCE COMPANY / Fotocredit Machado, Silvia

Wolfsburg (WB/Autostadt)  – In São Paulo laufen die Endproben für das neue Stück von Édouard Lock auf Hochtouren – denn schon in wenigen Wochen feiert die Choreografie bei den 17. Movimentos Festwochen der Autostadt in Wolfsburg ihre Uraufführung. Mit „Gnawa" von Nacho Duato und „Agora" von Cassi Abranches kommen insgesamt drei Arbeiten direkt aus Brasilien an den Mittellandkanal und eröffnen am 19. Juli die Movimentos Festwochen 2019 wie auch die neue Spielstätte „Hafen 1".

Für die Weltpremiere sind aktuell noch Karten unter www.movimentos.de erhältlich.

Die São Paulo Dance Company zählt zur Weltspitze des internationalen Tanzes. Sie verbindet brasilianische Kultur mit den zeitgenössischen Stilen der großen Choreografen unserer Zeit. Mehr als eine halbe Million Menschen haben die Arbeiten der Company in aller Welt in über 130 Städten und in mehr als 900 Vorstellungen gesehen. Das Repertoire der São Paulo Dance Company umfasst sowohl klassischen als auch zeitgenössischen Tanz. 55 Choreografien sind seit der Gründung der Company für sie entstanden, darunter viele Arbeiten von Choreografen wie Édouard Lock, Marco Goecke, Rodrigo Pederneiras und Henrique Rodovalho.

Édouard Lock beschäftigt sich in seiner neuesten Arbeit – eine Auftragsarbeit der Movimentos Festwochen – mit dem Thema „Erinnern und Vergessen". Die Kooperation entstand vor dem Hintergrund der Brandkatastrophe bei der das brasilianische Nationalmuseum in Rio de Janeiro, bei der das kulturelle Erbe Lateinamerikas praktisch komplett vernichtet wurde. Musikalische Basis der Choreografie sind zeitgenössische Überschreibungen romantischen Opernrepertoires von Gavin Bryars.

„Gnawa" ist ein Meisterwerk des spanischen Choreografen Nacho Duato, in dem er mit den Grundelementen – Wasser, Erde, Feuer und Luft – die vielfältigen Beziehungen aufzeigt, die den Menschen untrennbar mit dem Universum verbinden. In der Choreografie finden sich Elemente aus den rituellen Tänzen der Gnawas, einer in Marokko beheimateten mystischen Bruderschaft, deren Religion Verbindungen zum Islam, aber auch zu traditionellen Religionen des afrikanischen Kontinents aufweist.

In ihrer dritten Arbeit für die São Paulo Dance Company untersucht die junge brasilianische Choreografin Cassi Abranches unter dem Titel „Agora" (Jetzt) den Begriff der Zeit in seinen unterschiedlichen Bedeutungen: Dynamik und Klang in der Musik, Erinnerungen und Erwartungen im Denken und Fühlen der Menschen, Tempo und Intensität im Tanz. Mit ihrem neuen Stück vermittelt Cassi Abranches in suggestiven Bildern und Bewegungen die Lebenskraft des lateinamerikanischen Seins und erlaubt einen tiefen Blick in Kultur ihrer Heimat.

Die São Paulo Dance Company ist am 19. und 20. Juli 2019 um 20 Uhr sowie am 21. Juli um 18 Uhr im Rahmen der Movimentos Festwochen zu erleben. Eine Werkeinführung findet am 19. Juli um 19.15 Uhr im Foyer von „Hafen 1" statt.