Los Angeles, USA
Künstlerische Leitung: Benjamin Millepied
08., 09. und 10. 08. 2019, 20 Uhr, „Hafen 1"
Werkeinführung: 08. 08. 2019, 19.15 Uhr, Foyer „Hafen 1"
Wolfsburg (WB/Autostadt) - Es ist nicht nur der erste Auftritt des L.A. Dance Project bei den Movimentos Festwochen, es ist der erste Auftritt der Company in Deutschland überhaupt: Vom 8. bis zum 10. August zeigt das Ensemble des Künstlerischen Leiters und Choreografen Benjamin Millepied drei seiner Stücke in Wolfsburg.

„Homeward" ist eine kurze, schnelle Arbeit zu einem Videokunstwerk des Künstlers James Buckhouse, die exemplarisch für die multimediale und interdisziplinäre Ausrichtung der Company steht. In „Orpheus Highway", geht Millepied der tragischen Liebesgeschichte von Orpheus und Eurydike nach und verleiht der Eindringlichkeit des Geschehens durch den Einsatz von Filmsequenzen und Livemusik intensiven Ausdruck. Für das Stück „Bach Studies (Part 1)" ließ sich Millepied von der Komplexität und Tiefe der Musik von Johann Sebastian Bach inspirieren und setzt die Kompositionstechniken des Kontrapunkts, der Fuge und des Kanons in eine hochemotionale, suggestive Choreografie um.

Die Company
2012 wurde das L.A. Dance Project (LADP) von Benjamin Millepied in Los Angeles als kreatives Zentrum, in dem Künstler verschiedener Disziplinen zusammenwirken, gegründet. Es ist eine Plattform für die Entwicklung, Schaffung, Unterstützung und Aufführung von Weltklassetanz in Los Angeles. Zu dem Projekt gehören die gleichnamige international anerkannte Tanzcompany, eine Spielstätte im Kunst-Distrikt von Los Angeles und ein Programm verschiedenster Media-Initiativen. Das LADP fördert unter dem Primat des Tanzes künstlerische Kooperationen über alle Disziplinen, Kulturen und Communitys hinweg sowohl in Los Angeles als auch in aller Welt. Die L.A. Dance Project Company besteht aus zwölf Tänzern unter der Leitung ihres Künstlerischen Leiters Benjamin Millepied. Die Company probt und spielt in ihren eigenen Studios und führt ihre Produktionen weltweit auf. Das Repertoire besteht aus neuen Kreationen von Millepied, Rekonstruktionen historischer Stücke und Auftragsarbeiten vielversprechender junger Choreografen. Wichtigster Ansatz für die künstlerische Arbeit ist die multidisziplinäre Zusammenarbeit mit Bildkünstlern, Musikern, Designern, Filmemachern und Komponisten. Seit seiner Gründung ist die Company in nahezu 100 Städten rund um den Globus aufgetreten.

Benjamin Millepied
Benjamin Millepied ist Choreograf, Filmemacher und früherer professioneller Tänzer am New York City Ballet. Geboren in Bordeaux, begann er seine Tanzausbildung im Alter von acht Jahren. 1995 trat er dem New York City Ballet bei, wo er in allen Hauptrollen des Repertoires als erster Tänzer besetzt wurde. Neben dem gewaltigen Repertoire von George Balanchine und Jerome Robbins wirkte er in Originalchoreografien unter anderem von Alexei Ratmansky, Christopher Wheeldon, Mauro Bigonzetti, Angelin Preljoçaj und Peter Martins mit. 2011 nahm Benjamin Millepied seinen Abschied vom New York City Ballet. Ein Jahr später gründete er in Los Angeles seine eigene Company, das L.A. Dance Project, mit dem er seine Choreografien erarbeitete. Doch Millepieds choreografische Arbeit findet sich auch in den Repertoires vieler anderer Tanzensembles, darunter das Ballett der Pariser Oper, das San Francisco Ballet, das Berliner Staatsballett, das Mariinsky Ballet und das Ballet de l‘Opéra Lyon. 2010 war Millepieds Choreografie Teil von Darren Aronofskys preisgekröntem Film „Black Swan", in dem er auch mitspielte. 
2013 wurde Millepied zum Direktor des Balletts der Pariser Oper ernannt. Er entwickelte die Programme für zwei überaus erfolgreiche Saisons, bevor er 2016 zurücktrat, um sich wieder auf die Entwicklung des L.A. Dance Project zu konzentrieren und seine Arbeit als Choreograf und Filmemacher weiterzuverfolgen.

Homeward
Deutschlandpremiere
Choreografie: Benjamin Millepied
Musik: Bryce Dessner
Das kurze, schnelle Stück „Homeward" zu einem Videokunstwerk des amerikanischen Künstlers James Buckhouse lässt sich keiner eindeutigen klassischen oder modernen Kategorie des Tanzes zuordnen. Die tänzerische Antwort auf die Musik von Bryce Dessners Stück „Aheym" erinnert an die frei fließende Musikalität eines Paul Taylor – unbekümmert, aber mit strengen technischen Regeln und von einer formalen Intensität, die ihre Wurzeln im Klassizismus hat.

Orpheus Highway
Deutschlandpremiere
Choreografie: Benjamin Millepied
Musik: Steve Reich
In seiner Choreografie „Orpheus Highway" geht Millepied mittels eines raffiniert ineinander verwobenen Zusammenspiels von Film und Tanzaufführung der tragischen Liebesgeschichte des gleichnamigen mythischen Protagonisten nach. Neun Tänzer auf der Bühne interagieren mit einem herausfordernden, teils dominanten filmischen Hintergrund, den sie spiegeln, gegen den sie sich auflehnen und mit dem sie in immer wieder überraschenden Sequenzen spielen. Steve Reichs überaus expressives „Triple Quartet" treibt die Choreografie ihrem dramatischen Schluss entgegen.

Bach Studies (Part 1)
Deutschlandpremiere
Choreografie: Benjamin Millepied
Musik: Johann Sebastian Bach
Benjamin Millepied beschäftigt sich seit Längerem mit den Kompositionen von Johann Sebastian Bach. Inspiriert von der Tiefe und Komplexität der Musik, setzt er in seiner Choreografie „Bach Studies (Part 1)" unter anderem die Kompositionstechniken des Kontrapunkts, der Fuge und des Kanons aus Bachs Partita für Violine Nr. 2 d-Moll in eine choreografische Arbeit um, die zugleich technisch anspruchsvoll, feinfühlig und emotional fesselnd ist und geradezu meisterhaft Musik in Bewegung übersetzt.

Programmänderungen vorbehalten.