Movimentos Akademie Tanzwärts Szene aus dem Stück "Wenn deine Würde meine würde..." von Gregor Zöllig / Fotocredit: Leitzke, Matthias Bild ID: 7074

Grupo Corpo beschließt Tanzvorstellungen im KraftWerk
Insgesamt 51 Veranstaltungen unter dem Thema „Würde"
24.000 Besucher bei einer Auslastung von 94 %
Wolfsburg (WB/Autostadt) – Mit Standing Ovations feierte das Publikum die beiden letzten Aufführungen der Movimentos Festwochen 2018 am 5. und 6. Mai im Volkswagen KraftWerk.

Die brasilianische Grupo Corpo, die im Jahr 2003 die erste Company im KraftWerk gewesen ist, überzeugte mit ihren Choreografien "Dança Sinfônica" und "Gira". Die beiden Vorstellungen im KraftWerk waren zugleich die letzten in dieser besonderen Spielstätte, die nach 16 Jahren wegen des geplanten Umbaus künftig nicht mehr zur Verfügung steht. Das Programm der 16. Movimentos Festwochen umfasste unter dem Thema „Würde" in den zurückliegenden fünf Wochen insgesamt 51 Veranstaltungen.

Roland Clement, Vorsitzender der Geschäftsführung der Autostadt: „Die 16. Movimentos waren für uns alle ein großer Erfolg und ich möchte den vielen Beteiligten, die an diesem Projekt mitgearbeitet haben, herzlich danken. Die jetzt anstehende Modernisierung des KraftWerks ist für Volkswagen ein zukunftsgewandter Schritt, der uns fordert, neu zu denken. Die Planungen für unser künftiges Engagement in und für die Kultur schreiten voran und wir werden darüber im Sommer informieren."

Bernd Kauffmann, Künstlerischer Leiter der Movimentos Festwochen, sagt: „Es war schon mehr als überfällig, dem Nachdenken über den ‚Wert der Würde‘ und ihrer sehr begrenzten ‚Wertschätzung‘ in der Gesellschaft Raum und szenisches Gewicht zu geben. Man kann nicht deutlich genug darauf hinweisen, dass der Mensch selbst die Würde ist und trägt, doch darüber hinaus vergessen wir auch allzu oft, dass dieselbe Würde – ebenso wie dem Menschen selbst – auch der Schöpfung entgegenzubringen ist, die mehr als je zuvor durch die ‚Naturgewalt Mensch‘ in Bedrängnis gerät. Dass das von uns aufgegriffene Thema dem Publikum äußerst nah am Herzen lag, belegt die deutliche Zunahme an Gesprächen, Debatten, Fragen und Anregungen, die in diesem Jahr nach den jeweiligen Produktionen geführt und formuliert wurden. Der Autostadt gilt mein großer Dank, dass sie sich ohne jedes ‚Wenn, Würde oder Aber‘ einer Thematik gestellt hat, die immer mehr Menschen auf den Nägeln zu brennen beginnt."

Rückblick auf das Programm der 16. Movimentos Festwochen

Podiumsgespräch
Zu Beginn der 16. Movimentos Festwochen diskutierten am 9. April Dr. Naika Foroutan vom Berliner Institut für empirische Integrations- und Migrationsforschung, Dr. Regula Venske vom PEN-Zentrum und Prof. Dr. Jürgen Manemann vom Forschungsinstitut für Philosophie Hannover mit dem Künstlerischen Leiter Bernd Kauffmann über das Festival-Thema „Würde".

Movimentos Akademie
Eröffnet haben die 16. Movimentos Festwochen die jungen Tänzerinnen und Tänzer der Movimentos Akademie, die im Scharoun Theater Wolfsburg die Choreografien „Nebenan" und „Wenn meine Würde deine würde" zeigten. Ein Gastspiel beider Stücke fand am 1. Mai im Staatstheater in Braunschweig statt. Während des Festivals hatten erwachsene Tanzinteressierte die Möglichkeit, im Rahmen der Movimentos Akademie an verschiedenen Tanz- und Yogaworkshops teilzunehmen.

Tanz im KraftWerk
Das Tanzprogramm der Movimentos Festwochen im KraftWerk eröffnete die Company Ballet BC aus Vancouver. Sie präsentierte drei Arbeiten, darunter eine Deutschlandpremiere der Company-Leiterin Emily Molnar sowie ein Stück der Star-Choreografin Crystal Pite. Es folgten der britische Choreograf Wayne McGregor mit der Movimentos Koproduktion „Autobiography", Philippe Decouflé mit „Nouvelles Pièces Courtes" und die Sydney Dance Company mit einem fulminanten dreiteiligen Abend. Das Cloud Gate Dance Theatre of Taiwan zeigte in Koproduktion mit den Movimentos „Über die Insel – Formosa" des Großmeisters Lin Hwai-min. Die Company zero visibility corp. aus Norwegen zeigte „Frozen Songs" von Ina Christel Johannessen. Grupo Corpo aus Brasilien beschloss das Tanzprogramm im KraftWerk mit den beiden Arbeiten "Dança Sinfônica" und "Gira".

Szenische Lesungen und Schauspiel
Insgesamt acht szenische und teilweise musikalische Lesungen sowie eine Schauspielinszenierung setzten sich auf unterschiedliche Weise mit dem Thema „Würde" auseinander. Philipp Hochmair begeisterte die Zuschauer beispielsweise mit furios in Szene gesetzten Balladen von Schiller, Iris Berben und Thomas Thieme lasen aus dem spannungsgeladenen Stück „Heilig Abend" von Daniel Kehlmann. Boris Aljinovic gab an drei Abenden „Marx in Soho" von Howard Zinn. Zu erleben waren in weiteren Lesungen Sophie Rois, Burghart Klaußner, Alexander Scheer, Claudia Michelsen, Wolfram Koch, Maren Kroyman, Sylvester Groth, Caroline Peters und Samuel Finzi.

Jazz-Konzerte
Ein Höhepunkt auf der Jazz-Bühne im ZeitHaus war 2018 der Abend mit Superstar Gregory Porter, der mit seiner einfühlsamen und gleichsam markanten Stimme das Publikum verzauberte. Auch die junge Trompeterin Laura Jurd sorgte mit ihrer Band beim ersten Jazz-Abend für Beifallsstürme. Ausverkauft waren ebenfalls die Konzerte mit dem Emil Brandqvist Trio und Mario Biondi. Den Abschluss gestaltete Indra Rios-Moore mit ihrer Band.

Klassische Matineen und Soireen
2018 stand das Klavier im Zentrum der klassischen Matineen und Soireen: Pianisten wie Ran Jia, Severin von Eckardstein und William Youn begeisterten ihr Publikum, Cédric Pescia glänzte charmant und virtuos mit seinem Programm, das Werke von Cage und Beethoven gegenüberstellte. Annika Treutler und Kit Armstrong beeindruckten mit einem eigens für die Festwochen komponierten Stück aus der Feder von Kit Armstrong. Ein weiteres Highlight erlebten die Gäste bei der Soiree mit dem Ensemble Risonanze Erranti unter Dirigent Peter Tilling mit der Uraufführung zweier Jugendwerke von Wolfgang Rihm.