Wolfsburg (WB/IG Metall Wolfsburg) - Einladung zu einer Informationsveranstaltung zum Thema Rente mit Gunter Wachholz
am Sonntag, dem 22.04.2018 um 10 Uhr,
im Sportheim in Rötgesbüttel, zum Sportplatz 1

Wolfsburg (WB/IGM WOB) - Informationsveranstaltung für die Wohnbezirke Boldecker Land und Brome
Hallo Frau Abgeordnete, Hallo Herr Abgeordneter,
Was haben Sie erreicht seit der Wahl?
Wo geht die Reise hin …. ?

Deutschlandweite Razzien in Bordellen / Foto über dts Nachrichtenagentur

Wolfsburg vor Ort

Wolfsburg (WB/resch) - Die Bundespolizei war in den frühen Morgenstunden am Mittwoch mit einem Polizeiaufgebot auch an der Meinstraße in Vorsfelde im Einsatz. Im Zuge deutschlandweiter Razzien in Bordellen wurden von Beamten der Bundespolizei Hannover auch dort ein Gebäude durchsucht.

Von links:Tanja Weiler (DRK Ortsverein Wolfsburg-Mitte), Jürgen Scheidt (L!FE CONCEPTS Kirchröder Turm) und Barbara-Maria Cromberg (Caritasverband Wolfsburg) freuen sich über einen neuen VW move up!. Claudia Kayser, Leiterin der Direktion Wolfsburg (2. v.li.) und Thomas Fast, Leiter der Direktion Gifhorn (4. v.li.), von der Volksbank BraWo übergeben im Beisein von Wolfsburgs Landtagsabgeordneter, Immacolata Glosemeyer (rechts) die Autos in der Autostadt Wolfsburg. / Foto: Voba Brawo

Wolfsburg vor Ort

L!FE CONCEPTS Kirchröder Turm Gifhorn, Caritasverband Wolfsburg und DRK Ortsverein Wolfsburg-Mitte freuen sich über einen neuen VW up!
Übergabe in der Autostadt Wolfsburg erfolgte im Beisein der Niedersächsischen Ministerin für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung Dr. Carola Reimann
Wolfsburg (WB/Voba BraWo) - „Volksbank BraWo macht mobil.“ Frei nach diesem Motto erhielten am 17. April 2018 drei soziale Einrichtungen jeweils ein sogenanntes „VRmobil“.

Foto: Polizei (über dts Nachrichtenagentur)

Politik

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Der junge Mann, der in Berlin auf einen israelischen Kippa-Träger eingeschlagen hat, hat sich der Polizei gestellt.

Foto: Emmanuel Macron und Angela Merkel (über dts Nachrichtenagentur)

Politik

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - FDP-Fraktionsvize Alexander Graf Lambsdorff erhofft sich vom Treffen von Angela Merkel und Emmanuel Macron an diesem Donnerstag in Berlin deutliche Fortschritte bei den Themen Migration und EU-Haushalt.

Foto: Halt-Stopp-Schild der Polizei bei einer Verkehrskontrolle (über dts Nachrichtenagentur)

Politik

Brüssel (dts Nachrichtenagentur) - Die EU-Kommission drängt Deutschland zu einem baldigen Ende der Grenzkontrollen. Er werde solchen Kontrollen "nicht für immer" zustimmen, sagte Innenkommissar Dimitris Avramopoulos den Zeitungen

Foto: Müllabfuhr (über dts Nachrichtenagentur)

Wirtschaft

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Kein Land in Europa bereitet mehr Abfälle wieder auf als Deutschland. "Deutschland führt die Tabelle mit einer Recycling-Quote von 66 Prozent an, das ist weit mehr als der EU-Durchschnitt (46 Prozent)", heißt es in einem bisher

Alter Mann und junge Frau (über dts Nachrichtenagentur)

Wirtschaft

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die anstehende Rentenerhöhung um 3,2 Prozent in Westen sowie 3,4 Prozent im Osten führt zu jährlichen Mehrausgaben von rund zehn Milliarden Euro.

Foto: Fliesenleger (über dts Nachrichtenagentur)

Wirtschaft

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Wegen des Booms drohen im Handwerk noch längere Wartezeiten für Verbraucher. "Wer zum Beispiel jetzt einen Maler mit Renovierungsarbeiten beauftragt, muss eventuell bis zu zehn Wochen warten", sagte Hans Peter Wollseifer,

Foto: Fans von Eintracht Frankfurt (über dts Nachrichtenagentur)

Sport

Gelsenkirchen (dts Nachrichtenagentur) - Eintracht Frankfurt steht im Finale des DFB-Pokals. Die Hessen gewannen am Mittwochabend das zweite Halbfinale auf Schalke mit 1:0. Frankfurt konnte nach einer lieblosen Partie erst in der 75. Minute

Foto: Thomas Müller (FC Bayern) (über dts Nachrichtenagentur)

Sport

Leverkusen (dts Nachrichtenagentur) - Der FC Bayern steht im DFB-Pokalfinale. Die Münchner gewannen das erste Halbfinale am Dienstagabend gegen Bayer Leverkusen auswärts mit 6:2. Im Finale am 19. Mai im Berliner Olympiastadion

Fußbälle (über dts Nachrichtenagentur)

Sport

Köln (dts Nachrichtenagentur) - Markus Anfang wird in der kommenden Saison neuer Cheftrainer des 1. FC Köln. Das bestätigte der FC am Dienstagnachmittag.

Foto: Bundesgerichtshof (über dts Nachrichtenagentur)

Vermischtes

Karlsruhe (dts Nachrichtenagentur) - Der Bundesgerichtshof (BGH) hat das Urteil gegen die IS-Sympathisantin Safia S., die im Februar 2016 in Hannover einen Bundespolizisten mit einem Messer lebensgefährlich verletzt hatte, bestätigt.

Foto: Gefängnis (über dts Nachrichtenagentur)

Vermischtes

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Im sogenannten Gefriertruhen-Mord ist der Angeklagte Josef S. zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Berliner Landgericht stellte zugleich die besondere Schwere der Schuld fest. Josef S. soll um die Jahreswende 2006/2007

Foto: Polizist (über dts Nachrichtenagentur)

Vermischtes

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Bundespolizei geht seit Mittwochmorgen mit einer bundesweiten Razzia gegen organisierte Kriminalität vor. Es sei die größte Zugriffs- und Durchsuchungsmaßnahme seit Bestehen der Bundespolizei,

Eine erfüllte unvollendete Karriere

 

Von Hans-Martin Barthold

bosbachwolfgang wiki superbassAuf Muße müssen Politiker in ihrer Karriere möglichst schnell verzichten lernen. Eine Allerweltsweisheit, klar doch. Oft wiederholt, nie widersprochen, wahr. Stattdessen Termine, Sitzungen und Gespräche wie im Zeitraffer. Es ist ein Samstag Ende Juli. Mit Wolfgang Bosbach ist ein Telefoninterview für Vormittag 9:00 Uhr vereinbart. Der Kontakt dafür liegt viele Monate zurück. In den Parlamentsferien, so seine Begründung damals, verfüge er über mehr Zeit als in den Sitzungswochen des Bundestages. Nach dem zweiten Klingeln ist er bereits am Apparat. Ich höre ein freundliches „Guten Morgen“, aber dann folgt schon gleich: „Lassen Sie uns bitte sofort zur Sache kommen, ich habe heute noch viel vor mir.“ Was er erst später sagt, dass er am Tag zuvor bereits viel hinter sich hat. Der Tag begann in Bergen auf Rügen mit einem Arbeitsfrühstück, danach im Auto nach Stralsund, weiter mit dem Zug nach Berlin, Stippvisite im Abgeordnetenbüro, anschließend per Flugzeug nach Köln, von dort nach Frechen, zurück nach Köln zu einem Live-Interview im RTL-Studio, spätabends endlich zu Hause in Bergisch Gladbach. Ein ganz normaler Arbeitstag, nichts Außergewöhnliches.

So gibt es also kein Präludium, keinen Small Talk, keine Aufwärmphase, auch keine Schnorre, für die der begeisterte Karnevalist Wolfgang Bosbach sonst immer gut ist. Der Bundestagsabgeordnete und Innenexperte ist schließlich nicht nur ein mit allen Wassern gewaschener Politprofi. Er beherrscht auch das Geschäft mit den Medien aus dem Effeff. Gewiss, ein paar vorgestanzte Sätze aus der Schublade sind auch in unserem Gespräch dabei. Ohne die kann ein Politiker wie er, bis zum letzten Herbst Vorsitzender des wichtigen Bundestags-Innenausschusses, dem an jeder Ecke ein Mikrofon entgegengehalten wird, wohl nicht auskommen. Doch auch die eher selten nachgefragten Sachverhalte bringt er ansatzlos in druckreifer Form auf den Punkt. Zum Philosophieren neigt Wolfgang Bosbach dabei eher nicht, zum aufmerksamen Zuhören, zur ergebnisoffenen Analyse und zur Erarbeitung einer praxistauglichen Problemlösung umso mehr. Handfest würde man das wohl nennen.

Authentisch statt opportunistisch

bosbach InnenausschussDBTThomas Koehlerphotothek.netSechs Mal hintereinander hat der Mann aus dem Bergischen in seinem Wahlbezirk das Direktmandat für den Bundestag geholt, zuletzt sogar mit 58,5 Prozent der Erststimmen. Solche Traumergebnisse können Abgeordnete sonst vielleicht nur noch in der niederbayerischen Provinz einfahren. Deshalb die Frage, worin solch ein Erfolg gründet? Er sei bodenständig und bürgernah, gibt Wolfgang Bosbach zur Antwort. Er habe stets darauf geachtet, das in ihn gesetzte Vertrauen nicht zu enttäuschen und deshalb vor der Wahl nur so viel versprochen, wie er glaubte, danach auch halten zu können. So formulieren im Allgemeinen Männer, die wissen, welche Schwiegersöhne sich Mütter schöner Töchter wünschen. Nicht so Wolfgang Bosbach. Wer ihn kennt, bestätigt, genau so ist er. Aber er weiß natürlich ebenso, was jeder, der sich in die Untiefen der Politik begibt, gleich in den ersten Lektionen lernen muss, dass man es nämlich nie allen Recht machen kann. Umso mehr stellt sich die Frage, wie es einer angesichts dessen schafft, mit jeder Wahl noch mehr Stimmen auf sich zu vereinigen?

Überhaupt schien Wolfgang Bosbachs Karriere lange Zeit nur eine Richtung zu kennen. Und die hieß: steil nach oben. Ehrgeiz, Fleiß, politisches Geschick und  fachliche Kompetenz paarten sich mit Offenheit, Selbstbewusstsein, Geradlinigkeit, Volksnähe und dem, was man gemeinhin einen gesunden Menschenverstand nennt. Doch woher bekommt einer den Kompass, der ihn sicher durch alle politischen Störfelder leitet? Wolfgang Bosbach beherrscht die leisen Töne ebenso, wie er auf einen groben Klotz schlagfertig auch einen groben Keil setzen kann. Immer aber achtet er darauf, sein Gegenüber nie persönlich zu verletzen oder gar zu verunglimpfen. Das bringt ihm Respekt nicht nur bei den eigenen Leuten, sondern auch beim politischen Gegner ein. Seine ebenso faire wie souveräne Verhandlungsführung im Innenausschuss wird noch immer gelobt –  von Freund und Feind. Doch dann die erste schwere öffentliche Niederlage. 2005 stellt die CDU in einer großen Koalition den Bundeskanzler. Wolfgang Bosbach gilt für das Amt des Innenministers als gesetzt. Dann jedoch fragt ihn Angela Merkel, ob er sich auch den Fraktionsvorsitz vorstellen könne, falls Volker Kauder in ein anderes Amt wechseln würde. Volker Kauder ist dann jedoch Fraktionsvorsitzender geblieben und Wolfgang Bosbach wollte nicht gegen seinen Freund kandidieren. Am Ende wird er weder das eine noch das andere.

Sich der Verantwortung stellen

bosbach abgeornetenhaus privatKurz darauf bittet ihn die Kanzlerin zu einem zweiten Gespräch, will ihm erklären, warum, weshalb und weswegen. „So richtig verstanden habe ich das nicht“, erzählt er mit einem noch immer ungläubigen Staunen. „Klar war mir danach nur, egal was du jetzt noch alles machst, du wirst nichts mehr.“  Und lässt keinen Zweifel daran, dass ihn weniger die Nichtberücksichtigung als vielmehr das Verfahren und der Umgang geschmerzt haben. Diese Wunde ist bis heute nicht verheilt. Die meisten hätten sich in einem solchen Fall wahrscheinlich beruflich in die eigene Kanzlei oder auf einen gut dotierten Posten in der Wirtschaft zurückgezogen, die private Zeit auf einem alten Bauernhof in der Toskana genossen und hin und wieder einen kleinen Giftpfeil in Richtung Berlin gesendet. Man kennt das von Gerhard Schröder, Joschka Fischer oder Otto Schily. Für Wolfgang Bosbach war das keine Überlegung. „Denn“, sagt er, „ich stand bei meinen Wählern im Wort.“ Der Rebell, als der er seit der griechischen Finanzkrise, noch mehr seit dem Flüchtlingsansturm im letzten Jahr und seiner Kritik an der lockeren Geldpolitik der Europäischen Zentralbank immer mal wieder dargestellt wird, ist er nicht und will es auch gar nicht sein. Loyalität bedeutet ihm etwas. Nur ganz wenige Male hat er sich gegen das Votum der Fraktion gestellt. Und wenn, dann erst nach vielen Selbstzweifeln, dazu stets mit offenem Visier.

Ein Blick zurück zu den Anfängen. Wolfgang Bosbachs Eltern gehörten nicht zu den Privilegierten der Gesellschaft. Sie waren fleißig, zu Reichtum aber brachten sie es mit ihrer Hände Arbeit nicht. Im Bildungsbürgertum firmiert so etwas von oben herab unter „kleine Verhältnisse“. Doch was die Sicht aufs Leben anlangt, waren seine Eltern „Upperclass“. Schon als die Vielredner und Heißluftschwätzer der allabendlichen Talkshows diese Themen noch lange nicht für sich entdeckt hatten, praktizierten Else und Alfred Bosbach partnerschaftliche Gleichberechtigung und Ökumene wie selbstverständlich. Das war in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts, als die Nachkriegsdepression bleischwer über dem Land lag, und in der ländlichen Struktur des bergischen Landes durchaus keine Selbstverständlichkeit. Seine gemischt-christlichen Eltern, der Vater gehörte der katholischen, die Mutter der evangelischen Kirche an, besuchten wechselweise die Gottesdienste der einen wie der anderen Konfession. Diese Fähigkeit zur friedlichen Koexistenz, zwanzig Jahre später das Zauberwort in Willy Brandts Entspannungspolitik, bescherte Wolfgang Bosbach und seiner Schwester eine unbesorgte Kindheit.

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bosbach toechter wiki 9ekieraM1In der regelten nur wenige einfache Weisheiten das Leben der Menschen, wie es Wolfgang Bosbach formuliert. Die hießen Anstand, Disziplin, Respekt und Rechtschaffenheit, allesamt Begriffe, die später von den Achtundsechzigern naserümpfend als sogenannte Sekundärtugenden verächtlich abgetan wurden. Für Wolfgang Bosbach aber avancierten sie zu Schlüsselbegriffen. Und sind es bis heute geblieben! „Da ging es nicht um die juristischen Kategorien Recht oder Unrecht“, sagt einer, der seine Worte auch in einem solchen Kontext zu wägen weiß. Immerhin ist Bosbach gelernter Jurist und noch heute als Rechtsanwalt tätig. Doch nach der mittleren Reife machte er zunächst eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann bei der Konsumgenossenschaft Köln, sammelte danach Berufserfahrung als Marktleiter eines großen Lebensmittelkonzerns (COOP West) und schloss eine Weiterbildung zum Staatlich geprüften Betriebswirt ab. Das Abitur machte er auf dem zweiten Bildungsweg. „Es ging den Eltern immer“, schließt Wolfgang Bosbach den Bogen, „um das ganz alltägliche, zwischenmenschliche Miteinander.“ Die Lebensmaxime der Eltern war stets: „Was Du nicht willst, das man Dir tu, das füg‘ auch keinem andern zu. Schade niemandem und achte auch die Meinung deines Gegenüber!“

Zwar tobte der Wettbewerb unter den Handelsunternehmen in jenen Jahren noch nicht mit der heutigen Härte. Dennoch überrascht es, wie einer in dieser Branche, wo auch damals bereits nur der Umsatz zählte und sonst nichts, dort mit solchen Werten Karriere machen konnte. Wolfgang Bosbachs Erklärung: „Menschen mit anderen Meinungen und Haltungen respektieren. Und zu seiner Überzeugung stehen, auch wenn es einmal Gegenwind gibt.“ Das schaffe Vertrauen. Und Vertrauen, ist er überzeugt, sei in Wirtschaft wie in der Politik die Grundlage allen Erfolges. Zum Beweis lenkt er den Blick auf die große Differenz zwischen Erst- und Zweitstimmen in seinem Wahlkreis. Bei der letzten Bundestagswahl erhielt der Abgeordnete Bosbach 15 Prozent mehr Stimmen als seine Partei, die CDU, an Zweitstimmen erobern konnte. Bei den Wahlen zuvor war es nicht anders. Was also hat Wolfgang Bosbach, dass so viele Menschen aus dem Bergischen Land sich und ihre Interessen durch ihn und nicht einen der Mitbewerber im Bundestag vertreten sehen wollen?

Bedenke am Anfang das Ende

bosbach chick Manfred Esser CDU Rheinisch Bergischer KreisNeben Bodenständigkeit und Bürgernähe, neben der Größe, Fehler zugeben zu können, dürften es vor allem das Politik-, mehr noch das Politikerverständnis Wolfgang Bosbachs sein, die den Erfolg des Mannes aus Bergisch Gladbach erklären. Während der Ausbildung und Berufstätigkeit im Einzelhandel lernte er, das eigene Tun am Kunden auszurichten, dessen Bedürfnisse vor die eigenen Ansprüche zu stellen und nie nur als Vehikel für die persönlichen Karriereambitionen zu benutzen. Wer Wolfgang Bosbach im Parlament, bei Podiumsdiskussionen oder im Wahlkampf erlebt, weiß, dass das etwas anderes ist, als den Leuten billig nach dem Mund zu reden. Es geht um den respektvollen Austausch von Argumenten, Einsichten und die gemeinsame Suche nach der besten Lösung. Politiker gleichen damit eher Geschäftsführern denn absolutistischen Herrschern. Für dieses Rollenverständnis brachte der ehemalige Marktleiter Bosbach ein gerüttelt Maß an Erfahrung mit. Doch nicht nur das. Es ist seine Überzeugung.

Nicht von ungefähr nennt Wolfgang Bosbach die Person des Jesus von Nazareth als seine Lieblingsfigur in der Geschichte. Zwei Dinge sind es, die ihn an dieser Person faszinieren und die er zur Richtschnur eigenen Handelns gemacht hat. „Es sind“, formuliert er, „seine demonstrative Bescheidenheit und das Engagement für die, die am Rande der Gesellschaft stehen.“ Er sagt das nicht frömmelnd, sondern im Tonfall eines Mannes, der weiß, was ein Land zusammenhält – und was es zerreißt. Die Schlussfolgerung, die Bosbach daraus ableitet, heißt deshalb, sich politisch nicht nur zu artikulieren, sondern vor allem zu engagieren. Wolfgang Bosbach ist ein Mann der Tat, nicht des Schwafelns und Lamentierens. Doch einer, der die Dinge überdenkt und Lösungen systematisch erarbeitet. „Als Jurist“ erklärt er, „habe ich gelernt, dass man in der Gesetzgebung stets eine Folgeabschätzung vornehmen sollte. Und die heißt: Was könnte daraus erwachsen?“ So hält er es auch in der Politik. „Was bewirkt diese oder jene Entscheidung kurz-, mittel- und langfristig?“ In einer Zeit, wo angeblich die Schnellen die Langsamen fressen, schafft man sich damit nicht nur Freunde. Bosbach weiß das.

Überzeugungen bestimmen seinen Weg

Bosbach DBT Katrin NeuhauserHier wie auch in anderen Bezügen ist Wolfgang Bosbach ein im wahren Wortsinn Konservativer, ein Bewahrer, einer, der deswegen mit so manchem Schlagwort der Moderne nur wenig anfangen kann. Flexibilität ist eines davon. „Ich kann und ich will meine Überzeugungen nicht im Tagesrhythmus wechseln. Beliebigkeit ist mir ein Graus“, formuliert er, was er damit meint. Nein, geschmeidig ist er nicht, wohl aber zugewandt und immer zum Gespräch bereit. Da freilich bevorzugt er die Sachebene. Emotionale Extreme sind seine Sache ebenso wenig wie die politische Disziplin Attacke. Seine Wähler, seine Freunde, seine Familie – sie alle schätzen das. Auf ihn ist Verlass, selbst wenn der Wind ins Gesicht bläst. Wolfgang Bosbach hat schon einige Stürme erlebt. Man erinnert sich an den verbalen Ausfall seines Parteifreundes Ronald Pofalla, seinerzeit Kanzleramtschef von Angela Merkel. Dessen Satz „Ich kann deine Fresse nicht mehr sehen!“ konnte jeder in allen Gazetten lesen.

„Ich habe Schlimmeres erlebt“, kommentiert Wolfgang Bosbach gelassen. Pofalla habe sich bereits am nächsten Morgen entschuldigt. Überhaupt könne er mit einem direkten Angriff allemal besser umgehen als mit den zahlreichen in Hinterzimmern geschmiedeten Intrigen. Deren Zahl bleibt ungenannt. Ein Letztes zeichnet Wolfgang Bosbach aus und erklärt seinen Weg. Es ist die Ehrfurcht vor dem Leben. Als er 1972, gerade 19 Jahre alt geworden, in die CDU eintrat, hatte das auch mit der erbitterten Debatte um den § 218 des Strafgesetzbuches zu tun. Es ging um den Schutz des ungeborenen Lebens. Heute weiß Wolfgang Bosbach aus ganz persönlicher Erfahrung, dass zur Ehrfurcht vor dem Leben auch die Gewissheit über die Endlichkeit der eigenen Existenz gehört. Ein Herzschrittmacher samt Defibrillator und eine Krebserkrankung gemahnen ihn immer wieder daran. Deshalb und weil er immer zahlreichere der politischen Positionen seiner Partei nicht mehr glaubwürdig vertreten könne, wird er 2017 nicht noch einmal für den Bundestag kandidieren. Damit geht eine erfüllte, aber unvollendete politische Karriere zu Ende. Es wird ein Abschied ohne Wiederkehr.

Erfolg macht demütig

bosbach1 wiki superbassSich angesichts dessen der Verzweiflung anheim zu geben, hat er erfolgreich widerstanden. Seine weiterhin ungekünstelte Lebensfreude steckt vielmehr an. Hat er Einsichten, die er gerne an seine drei Töchter weitergeben würde? Ja, hat er. „Es gibt Dinge im Leben, die du nicht nachholen kannst. Deshalb schiebe sie nicht auf, sondern tue sie sofort“, lautet die wichtigste. Man ahnt, dass die Politik, die Wolfgang Bosbachs Leben war und noch immer ist, ihm genau auf diesem Feld einiges und manchmal wohl auch zu viel abverlangt hat. Der Umzug des Bundestages von Bonn nach Berlin war so eine Zäsur. „Bis dahin war ich Heimschläfer“, erklärt er, „dann in den Sitzungsperioden aber nur noch an den Wochenenden zu Hause.“ Die Kinder beim Erwachsenwerden begleiten und ein normales Familienleben führen zu können, waren nun bloß noch sporadisch möglich. Und so ist denn das Öffentlichmachen dieser Erkenntnis wohl zugleich auch Bitte um Vergebung. Man könnte sich kaum jemanden vorstellen, der Wolfgang Bosbach die Absolution verweigern wollte.

Fotos: Wikipedia/Superbass, DBT Thomas Koehler, privat, Wikipedia/9EkieraM1, Manfred Esser/CDU Rheinisch-Bergischer Kreis, DBT/Katrin Neuhauser, Wikipedia/Superbass