Aus Reisen ein Erlebnis machen


 

geschftsfhrer walburga SchmidtDer Slogan „Urlaub mit Herz“ ist beim Reiseveranstalter Schmidt in Wolfenbüttel nicht bloß ein flotter Spruch. Nein, er ist gelebte Unternehmensphilosophie und alle 200 Mitarbeiter fühlen sich der verpflichtet. Bei Opel war es nur ein cooler Werbespot. Bei Schmidt jedoch bestimmt das „Wir haben verstanden“ den Arbeitsalltag. Was aber ist es, was die Schmidt-Crew verstanden hat? „Ganz einfach“, formuliert es Inhaber und Geschäftsführer Wilhelm Schmidt. „Für uns sind die Wünsche der Urlauber Richtschnur all unseres Tuns.“ Und dass der Produktplaner genauso wie der Bus-Chauffeur viel Herz, sprich: Engagement, zeigen müsse – bei jedem Kunden, bei jeder Tour! Die entsprechende Botschaft des Marktes sei unmissverständlich, erklärt mir der zweite Geschäftsführer Philipp Cantauw. Urlauber wollten heute nicht mehr nur so schnell und so preiswert als möglich von A nach B kommen. Sie wollten auch nicht mehr nur zwei Wochen am Strand liegen. Weißwurst und Bier, selbst wenn in heimischer Qualität, reichten ihnen  schon lange nicht mehr. Die Urlaubsreise müsse heutzutage ein Erlebnis für alle Sinne sein.

Dafür planen die Mitarbeiter in der Halchterschen Straße jedes auch noch so unwichtig scheinende Detail mit dem Enthusiasmus von Perfektionisten. Was Schmidt dabei von seinen Wettbewerbern unterscheidet, ist der Zugriff auf die gesamte Produktionskette. Von der ersten Idee über die Werbung, Buchung und Durchführung bis hin zur Nachbetreuung und betriebswirtschaftlichen Analyse liegt alles in einer Hand. „Diese unternehmerische Autonomie ermöglicht uns eine schnelle Umsetzung neuer Ideen“, erklärt Philipp Cantauw einen wichtigen Aspekt des Schmidtschen Erfolges. Die großen Wettbewerber benötigten dafür unendlich viel mehr Zeit. Die Kunden jedenfalls sind es zufrieden, ihre Treue bestes Arbeitszeugnis. Und so sucht Philipp Cantauw denn auch Auszubildende wie Mitarbeiter, deren Herz im Service- und Dienstleistungsrhythmus schlägt. „Unser Geschäft lebt von der Begeisterung“, weiß der gelernte Touristikkaufmann, „und der Kunde besitzt ein feines Gespür dafür, ob sie aus dem Herzen kommt oder nur aufgesetzt ist.“

Vertrauen durch Kompetenz

urlaub mit herz walburga SchmidtDarüber hinaus, ist Cantauw überzeugt, sei die Entscheidung für eine Reise und einen Veranstalter stets Ergebnis einer Vertrauen stiftenden personalen Interaktion. Deshalb hat er auch zu den Hochzeiten internetbasierter Verkaufsplattformen an der personalintensiven Beratung in eigenen Reisebüros festgehalten. Deren Standorte sind neben Wolfenbüttel noch Braunschweig, Halberstadt und das Eulenspiegelstädtchen Schöppenstedt. Die globale Wiederentdeckung dieses Vertriebskanals überrascht ihn also nicht. Freilich weiß er, dass in der Beratung Sympathie zwar eine unverzichtbare Voraussetzung ist, am Ende aber nur die Qualität zählt. So sucht er unter den zahlreichen Bewerbern um eine Ausbildungsstelle zum Touristikkaufmann bevorzugt nach solchen mit den entsprechenden Talenten. Abiturienten sind gerne gesehen, doch auch gute Realschüler haben eine Chance. Neben passablen Noten in Mathe, Deutsch und Englisch seien breite Geografiekenntnisse nach dem Stadt-Land-Fluss-Muster unverzichtbar. Wichtig sei gleichwohl auch, ohne Scheu emotional reden, also die eigene Begeisterung auf den Kunden übertragen zu können.

Und pfiffig sollten sie sein, die Bewerber. „Niemand kann heute mehr alles wissen“, sagt Cantauw, „im schnelllebigen Tourismusgeschäft schon gar nicht.“ Umso wichtiger werde die Kenntnis, über welche Wege und Datenquellen man schnell an die gesuchte Information gelangen könne. Dass junge Menschen, die erst am Anfang ihres Berufslebens stehen, in all diesen Disziplinen noch keine meisterlichen Qualifikationen anzubieten vermögen, weiß der Geschäftsführer und akzeptiert es. Wonach er dafür umso mehr schaut, ist das absolute Wollen. Hier, gibt er zu verstehen, mache er keine Kompromisse. Über ein ausführliches Gespräch und ein anschließendes halbtägiges Probepraktikum versucht er, die Potentiale jedes einzelnen Bewerbers individuell abzuklären. Doch soll die Probearbeit umgekehrt auch dem Bewerber die Möglichkeit zum Kennenlernen des Wunschberufes und der eigenen Vergewisserung dienen. Ausbildungsabbrüche sind deshalb im Hause Schmidt ein eher seltenes Ereignis.

Reise und VIP-Liner eine Einheit

 

flotte walburga schmidtZwar ist die Touristiksparte das betriebswirtschaftlich wichtigste und personalmäßig größte, aber nicht das einzige Geschäftsfeld im Wolfenbütteler Unternehmen. Was sie alle verbindet, ist das Reisen in der einen oder anderen Form. So fahren Schmidt-Busse im Braunschweiger Land auf vielen Linien des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV). Dafür besitzen die Wolfenbütteler eigene Konzessionen, fahren aber auch im Auftrag anderer Konzessionsnehmer. Gewinn könne man mit diesen Verkehren heute zwar kaum mehr erzielen, doch fühle man sich der Region verpflichtet, erklärt Cantauw. Als eines von 150 Subunternehmen fährt Schmidt darüber hinaus auch im Fernbusgeschäft für die Marke FlixBus. Wer auf den Autobahnen die 14 Schmidtschen Dreiachser-Busse herausfinden will, muss allerdings schon genau hinschauen. Die FlixBus-Flotte fährt schließlich unter einem einheitlich grünen Gemeinschaftsdesign. Die aktuelle Konsolidierung des Fernverkehrs wertet Philipp Cantauw positiv. Immerhin vereinigt FlixBus nach der Übernahme mehrerer Wettbewerber inzwischen 80 Prozent Marktanteile auf sich, was endlich das Kosten-Nutzen-Verhältnis positiv gestaltet.

Gut behauptet sich Schmidt auch im Geschäftsbereich der Busanmietungsverkehre für Gruppen. „Wir organisieren solche Fahrten für den Rotary-Club Braunschweig genauso wie für die Freiwillige Feuerwehr in Schladen“, unterstreicht Philipp Cantauw die Flexibilität seines Unternehmens. Selbst Großaufträge, wie die Fans des VfL Wolfsburg zum letztjährigen Pokalfinale nach Berlin zu fahren, bewältigt Schmidt ohne Beanstandungen. Jüngstes Kind sind die Flugreisen ab dem Flughafen Braunschweig-Wolfsburg. Verantwortlich für diese Vollcharterflüge ist der im eigenen Haus ausgebildete Touristikkaufmann Steffen Schulz. Nach zwischenzeitlichen Wechselgedanken entschied er sich zum Bleiben. Schmidt hatte ihm ein Angebot gemacht, dass ihm große Gestaltungsspielräume und ein hohes Maß an Verantwortung bot. Der junge Mann bereut seine Entscheidung für Schmidt und gegen eine große deutsche Airline nicht. Die Nachfrage entwickelt sich vielversprechend. Was eine Herausforderung ist. Denn Charterflugzeuge sind derzeit nur schwer zu bekommen, die Umläufe anschließend gewinnbringend auszulasten kaum weniger einfach. Doch Steffen Schulz hat es bisher immer geschafft.

Nur bestes Personal garantiert Qualität

 

schulzSteffen walburga schmidtDer Eindruck trügt nicht. Das Unternehmen Schmidt wächst seit Jahren. Sieben Auszubildende und neun Fachkräfte wurden allein in diesem Jahr neu eingestellt. Die Mitarbeiter verteilen sich je zur Hälfte auf das eigentliche Fahrgeschäft sowie die Reisebüros und das touristisch-kaufmännische Backoffice. Zum Fahrgeschäft gehören ca. 90 Bus-Chauffeure, neun Kraftfahrzeugmechatroniker in der Werkstatt sowie acht Fahrdienstleiter. „Busfahrer, die zum Bus-Chauffeur taugen“, formuliert es Philipp Cantauw, „werden einem nicht vor den Betriebshof gestellt. Man muss sie intensiv suchen.“  Warum? Weil die Berechtigung zum Steuern eines Busses erst mit 21 Jahren erworben werden kann und der Beruf damit eine klassische zweite Karriere darstellt. Und weil nicht jeder Trucker ein gleich guter Bus-Chauffeur ist. „Wir suchen Fahrer mit Charisma, Persönlichkeit und Entertainmentqualitäten“, bringt es Cantauw auf den Punkt. Aber natürlich müssen sie einen Dreiachser auch ohne Schrammen durch die engen Gassen Neapels kutschieren können. Das berufliche Herkommen der Chauffeure ist so bunt wie ein Herbstblumenstrauß und reicht bis hin zum ehemaligen Studienrat.

Das neun Mann starke Werkstatt-Team ist für alle kleinen und großen Wehwehchen an den Linien- und Fünf-Sterne-Reisebussen zuständig. Wenn es sein muss, wenn der Luxusliner am nächsten Morgen wieder on the road muss, auch schon mal nachts. So wie in diesem Jahr bildet Schmidt bei Bedarf den Werkstattnachwuchs selbst aus. Neben handwerklichem Geschick und guten Elektronikkenntnissen ist für die Kfz.-Mechatroniker absolute Verlässlichkeit oberstes Gebot. „Bei der Personenbeförderung steht Sicherheit vor allem anderen“, gibt Philipp Cantauw die Begründung. Das galt schon zu Zeiten als der heute Seniorchef Josef Schmidt das Unternehmen 1956 gründete. Im nächsten Jahr darf sich das Team auf die nächste Busgeneration freuen. Dann wird die Hausflotte sukzessive ersetzt. Sicherheit und Pünktlichkeit bestimmen auch die Arbeit der acht Fahrdienstleiter. Sie planen die Routen und begleiten die Busse mit modernster Technik auf ihren Fahrten. Fahrdienstleiter müssen zwei im Alltag eigentlich unvereinbare Gegensätze beherrschen, die akribisch genaue Planung und die täglich neue situationsangepasste Improvisation. Das Letzte oft auch nach Feierabend und an den Wochenenden.

Für jede Begabung etwas

Der Weg in die Produktentwicklung, das Produktmanagement, die Marktforschung und das Marketing führt über eine Ausbildung zum Touristikkaufmann. Wie in jedem Unternehmen müssen auch die Azubis von Schmidt sich erst daran gewöhnen, dass Arbeit nicht mehr wie Schule ist. Für wichtig hält Philipp Cantauw Stehvermögen und Durchhaltewillen. „Denn“, sagt er, „am Anfang sind Erfolgserlebnisse noch selten. Da muss die Motivation von innen heraus kommen.“ Nach Ende der Ausbildung verdienen sich die Nachwuchskräfte ihre ersten Sporen für gewöhnlich in einem der Reisebüros ganz nah am Kunden. Hin und wieder erfolgen auch Einsätze in der Tourenbegleitung. „Das schärft den Blick für unser Produkt“, ist Cantauw überzeugt. Wer die tägliche Begegnung mit dem Kunden nicht missen möchte und wer auch Mitarbeiter zu begeistern vermag, wird bleiben und vielleicht irgendwann die Leitung eines Büros übernehmen. Die Jobs in der Zentrale an der Halchterschen Straße sind indessen fachspezifisch ausgerichtet und folgen arbeitszeitlich eher den üblichen Bürostrukturen. Das gilt ganz besonders für Tätigkeiten in der Buchhaltung und dem Büromanagement.


 

zentrale Busterminal walburga schmidtWerden sich die Anforderungen an die Mitarbeiter im Touristikunternehmen Schmidt in der Zukunft verändern und wie, möchte ich vom Geschäftsführer zum Schluss unseres Gespräches noch wissen. Philipp Cantauw muss nicht lange nachdenken. „Die Kunden werden für ihre Reisen von uns weiterhin die perfekte Dienstleistung erwarten“, sagt er. Das werde bleiben, wie es immer war. Freilich gehe die Entwicklung zu einer immer größeren Individualität. Das betreffe die Kundenansprache ebenso wie die Kundenbetreuung während der gesamten Reise. „Kataloge in der heutigen Form wird es schon bald nicht mehr geben“, ist Cantauw überzeugt. Das Internet biete heute eine sehr viel zielgenauere Möglichkeit zu Information und Akquise. Noch mehr eigene Reiseformate zu entwickeln, sei deshalb das Gebot der Stunde. Cantauw sollte es wissen. Immerhin berief ihn kein anderer als die TUI in ihren nur sechsköpfigen Marketingausschuss. Und natürlich entwickele sich die Technik rund um den Bus ständig weiter. Aber man darf gewiss sein, darauf wird Philipp Cantauw seine Mannschaft rechtzeitig gut vorbereiten.


Unternehmenssteckbrief

(Stand: 01.10.2016)

Firmengründung: 1956.

Sitz der Unternehmenszentrale: Halchtersche Straße 33, 38304 Wolfenbüttel.

Niederlassungen: Reisebüros in Wolfenbüttel, Braunschweig, Halberstadt und Schöppenstedt.

Mitarbeiter: 200.

Ausbildungsmöglichkeiten:

  • Touristikkaufmann/-frau
  • Kfz-Mechatroniker/-in, Schwerpunkt Nutzfahrzeugtechnik
  • Kaufmann/-frau für Büromanagement

Bewerbungen: Anfang September bis zum 31. Januar jeden Jahres.

Schülerpraktika: Jahrespraktika für Schüler der Fachoberschule Wirtschaft.

Kontaktmöglichkeiten: info@der-schmidt.de
Internet: www.der-schmidt.de

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Fotos: Walburga Schmidt

Aus Reisen ein Erlebnis machen


 

geschftsfhrer walburga SchmidtDer Slogan „Urlaub mit Herz“ ist beim Reiseveranstalter Schmidt in Wolfenbüttel nicht bloß ein flotter Spruch. Nein, er ist gelebte Unternehmensphilosophie und alle 200 Mitarbeiter fühlen sich der verpflichtet. Bei Opel war es nur ein cooler Werbespot. Bei Schmidt jedoch bestimmt das „Wir haben verstanden“ den Arbeitsalltag. Was aber ist es, was die Schmidt-Crew verstanden hat? „Ganz einfach“, formuliert es Inhaber und Geschäftsführer Wilhelm Schmidt. „Für uns sind die Wünsche der Urlauber Richtschnur all unseres Tuns.“ Und dass der Produktplaner genauso wie der Bus-Chauffeur viel Herz, sprich: Engagement, zeigen müsse – bei jedem Kunden, bei jeder Tour! Die entsprechende Botschaft des Marktes sei unmissverständlich, erklärt mir der zweite Geschäftsführer Philipp Cantauw. Urlauber wollten heute nicht mehr nur so schnell und so preiswert als möglich von A nach B kommen. Sie wollten auch nicht mehr nur zwei Wochen am Strand liegen. Weißwurst und Bier, selbst wenn in heimischer Qualität, reichten ihnen  schon lange nicht mehr. Die Urlaubsreise müsse heutzutage ein Erlebnis für alle Sinne sein.

Dafür planen die Mitarbeiter in der Halchterschen Straße jedes auch noch so unwichtig scheinende Detail mit dem Enthusiasmus von Perfektionisten. Was Schmidt dabei von seinen Wettbewerbern unterscheidet, ist der Zugriff auf die gesamte Produktionskette. Von der ersten Idee über die Werbung, Buchung und Durchführung bis hin zur Nachbetreuung und betriebswirtschaftlichen Analyse liegt alles in einer Hand. „Diese unternehmerische Autonomie ermöglicht uns eine schnelle Umsetzung neuer Ideen“, erklärt Philipp Cantauw einen wichtigen Aspekt des Schmidtschen Erfolges. Die großen Wettbewerber benötigten dafür unendlich viel mehr Zeit. Die Kunden jedenfalls sind es zufrieden, ihre Treue bestes Arbeitszeugnis. Und so sucht Philipp Cantauw denn auch Auszubildende wie Mitarbeiter, deren Herz im Service- und Dienstleistungsrhythmus schlägt. „Unser Geschäft lebt von der Begeisterung“, weiß der gelernte Touristikkaufmann, „und der Kunde besitzt ein feines Gespür dafür, ob sie aus dem Herzen kommt oder nur aufgesetzt ist.“

Vertrauen durch Kompetenz

urlaub mit herz walburga SchmidtDarüber hinaus, ist Cantauw überzeugt, sei die Entscheidung für eine Reise und einen Veranstalter stets Ergebnis einer Vertrauen stiftenden personalen Interaktion. Deshalb hat er auch zu den Hochzeiten internetbasierter Verkaufsplattformen an der personalintensiven Beratung in eigenen Reisebüros festgehalten. Deren Standorte sind neben Wolfenbüttel noch Braunschweig, Halberstadt und das Eulenspiegelstädtchen Schöppenstedt. Die globale Wiederentdeckung dieses Vertriebskanals überrascht ihn also nicht. Freilich weiß er, dass in der Beratung Sympathie zwar eine unverzichtbare Voraussetzung ist, am Ende aber nur die Qualität zählt. So sucht er unter den zahlreichen Bewerbern um eine Ausbildungsstelle zum Touristikkaufmann bevorzugt nach solchen mit den entsprechenden Talenten. Abiturienten sind gerne gesehen, doch auch gute Realschüler haben eine Chance. Neben passablen Noten in Mathe, Deutsch und Englisch seien breite Geografiekenntnisse nach dem Stadt-Land-Fluss-Muster unverzichtbar. Wichtig sei gleichwohl auch, ohne Scheu emotional reden, also die eigene Begeisterung auf den Kunden übertragen zu können.

Und pfiffig sollten sie sein, die Bewerber. „Niemand kann heute mehr alles wissen“, sagt Cantauw, „im schnelllebigen Tourismusgeschäft schon gar nicht.“ Umso wichtiger werde die Kenntnis, über welche Wege und Datenquellen man schnell an die gesuchte Information gelangen könne. Dass junge Menschen, die erst am Anfang ihres Berufslebens stehen, in all diesen Disziplinen noch keine meisterlichen Qualifikationen anzubieten vermögen, weiß der Geschäftsführer und akzeptiert es. Wonach er dafür umso mehr schaut, ist das absolute Wollen. Hier, gibt er zu verstehen, mache er keine Kompromisse. Über ein ausführliches Gespräch und ein anschließendes halbtägiges Probepraktikum versucht er, die Potentiale jedes einzelnen Bewerbers individuell abzuklären. Doch soll die Probearbeit umgekehrt auch dem Bewerber die Möglichkeit zum Kennenlernen des Wunschberufes und der eigenen Vergewisserung dienen. Ausbildungsabbrüche sind deshalb im Hause Schmidt ein eher seltenes Ereignis.

Reise und VIP-Liner eine Einheit

 

flotte walburga schmidtZwar ist die Touristiksparte das betriebswirtschaftlich wichtigste und personalmäßig größte, aber nicht das einzige Geschäftsfeld im Wolfenbütteler Unternehmen. Was sie alle verbindet, ist das Reisen in der einen oder anderen Form. So fahren Schmidt-Busse im Braunschweiger Land auf vielen Linien des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV). Dafür besitzen die Wolfenbütteler eigene Konzessionen, fahren aber auch im Auftrag anderer Konzessionsnehmer. Gewinn könne man mit diesen Verkehren heute zwar kaum mehr erzielen, doch fühle man sich der Region verpflichtet, erklärt Cantauw. Als eines von 150 Subunternehmen fährt Schmidt darüber hinaus auch im Fernbusgeschäft für die Marke FlixBus. Wer auf den Autobahnen die 14 Schmidtschen Dreiachser-Busse herausfinden will, muss allerdings schon genau hinschauen. Die FlixBus-Flotte fährt schließlich unter einem einheitlich grünen Gemeinschaftsdesign. Die aktuelle Konsolidierung des Fernverkehrs wertet Philipp Cantauw positiv. Immerhin vereinigt FlixBus nach der Übernahme mehrerer Wettbewerber inzwischen 80 Prozent Marktanteile auf sich, was endlich das Kosten-Nutzen-Verhältnis positiv gestaltet.

Gut behauptet sich Schmidt auch im Geschäftsbereich der Busanmietungsverkehre für Gruppen. „Wir organisieren solche Fahrten für den Rotary-Club Braunschweig genauso wie für die Freiwillige Feuerwehr in Schladen“, unterstreicht Philipp Cantauw die Flexibilität seines Unternehmens. Selbst Großaufträge, wie die Fans des VfL Wolfsburg zum letztjährigen Pokalfinale nach Berlin zu fahren, bewältigt Schmidt ohne Beanstandungen. Jüngstes Kind sind die Flugreisen ab dem Flughafen Braunschweig-Wolfsburg. Verantwortlich für diese Vollcharterflüge ist der im eigenen Haus ausgebildete Touristikkaufmann Steffen Schulz. Nach zwischenzeitlichen Wechselgedanken entschied er sich zum Bleiben. Schmidt hatte ihm ein Angebot gemacht, dass ihm große Gestaltungsspielräume und ein hohes Maß an Verantwortung bot. Der junge Mann bereut seine Entscheidung für Schmidt und gegen eine große deutsche Airline nicht. Die Nachfrage entwickelt sich vielversprechend. Was eine Herausforderung ist. Denn Charterflugzeuge sind derzeit nur schwer zu bekommen, die Umläufe anschließend gewinnbringend auszulasten kaum weniger einfach. Doch Steffen Schulz hat es bisher immer geschafft.

Nur bestes Personal garantiert Qualität

 

schulzSteffen walburga schmidtDer Eindruck trügt nicht. Das Unternehmen Schmidt wächst seit Jahren. Sieben Auszubildende und neun Fachkräfte wurden allein in diesem Jahr neu eingestellt. Die Mitarbeiter verteilen sich je zur Hälfte auf das eigentliche Fahrgeschäft sowie die Reisebüros und das touristisch-kaufmännische Backoffice. Zum Fahrgeschäft gehören ca. 90 Bus-Chauffeure, neun Kraftfahrzeugmechatroniker in der Werkstatt sowie acht Fahrdienstleiter. „Busfahrer, die zum Bus-Chauffeur taugen“, formuliert es Philipp Cantauw, „werden einem nicht vor den Betriebshof gestellt. Man muss sie intensiv suchen.“  Warum? Weil die Berechtigung zum Steuern eines Busses erst mit 21 Jahren erworben werden kann und der Beruf damit eine klassische zweite Karriere darstellt. Und weil nicht jeder Trucker ein gleich guter Bus-Chauffeur ist. „Wir suchen Fahrer mit Charisma, Persönlichkeit und Entertainmentqualitäten“, bringt es Cantauw auf den Punkt. Aber natürlich müssen sie einen Dreiachser auch ohne Schrammen durch die engen Gassen Neapels kutschieren können. Das berufliche Herkommen der Chauffeure ist so bunt wie ein Herbstblumenstrauß und reicht bis hin zum ehemaligen Studienrat.

Das neun Mann starke Werkstatt-Team ist für alle kleinen und großen Wehwehchen an den Linien- und Fünf-Sterne-Reisebussen zuständig. Wenn es sein muss, wenn der Luxusliner am nächsten Morgen wieder on the road muss, auch schon mal nachts. So wie in diesem Jahr bildet Schmidt bei Bedarf den Werkstattnachwuchs selbst aus. Neben handwerklichem Geschick und guten Elektronikkenntnissen ist für die Kfz.-Mechatroniker absolute Verlässlichkeit oberstes Gebot. „Bei der Personenbeförderung steht Sicherheit vor allem anderen“, gibt Philipp Cantauw die Begründung. Das galt schon zu Zeiten als der heute Seniorchef Josef Schmidt das Unternehmen 1956 gründete. Im nächsten Jahr darf sich das Team auf die nächste Busgeneration freuen. Dann wird die Hausflotte sukzessive ersetzt. Sicherheit und Pünktlichkeit bestimmen auch die Arbeit der acht Fahrdienstleiter. Sie planen die Routen und begleiten die Busse mit modernster Technik auf ihren Fahrten. Fahrdienstleiter müssen zwei im Alltag eigentlich unvereinbare Gegensätze beherrschen, die akribisch genaue Planung und die täglich neue situationsangepasste Improvisation. Das Letzte oft auch nach Feierabend und an den Wochenenden.

Für jede Begabung etwas

Der Weg in die Produktentwicklung, das Produktmanagement, die Marktforschung und das Marketing führt über eine Ausbildung zum Touristikkaufmann. Wie in jedem Unternehmen müssen auch die Azubis von Schmidt sich erst daran gewöhnen, dass Arbeit nicht mehr wie Schule ist. Für wichtig hält Philipp Cantauw Stehvermögen und Durchhaltewillen. „Denn“, sagt er, „am Anfang sind Erfolgserlebnisse noch selten. Da muss die Motivation von innen heraus kommen.“ Nach Ende der Ausbildung verdienen sich die Nachwuchskräfte ihre ersten Sporen für gewöhnlich in einem der Reisebüros ganz nah am Kunden. Hin und wieder erfolgen auch Einsätze in der Tourenbegleitung. „Das schärft den Blick für unser Produkt“, ist Cantauw überzeugt. Wer die tägliche Begegnung mit dem Kunden nicht missen möchte und wer auch Mitarbeiter zu begeistern vermag, wird bleiben und vielleicht irgendwann die Leitung eines Büros übernehmen. Die Jobs in der Zentrale an der Halchterschen Straße sind indessen fachspezifisch ausgerichtet und folgen arbeitszeitlich eher den üblichen Bürostrukturen. Das gilt ganz besonders für Tätigkeiten in der Buchhaltung und dem Büromanagement.


 

zentrale Busterminal walburga schmidtWerden sich die Anforderungen an die Mitarbeiter im Touristikunternehmen Schmidt in der Zukunft verändern und wie, möchte ich vom Geschäftsführer zum Schluss unseres Gespräches noch wissen. Philipp Cantauw muss nicht lange nachdenken. „Die Kunden werden für ihre Reisen von uns weiterhin die perfekte Dienstleistung erwarten“, sagt er. Das werde bleiben, wie es immer war. Freilich gehe die Entwicklung zu einer immer größeren Individualität. Das betreffe die Kundenansprache ebenso wie die Kundenbetreuung während der gesamten Reise. „Kataloge in der heutigen Form wird es schon bald nicht mehr geben“, ist Cantauw überzeugt. Das Internet biete heute eine sehr viel zielgenauere Möglichkeit zu Information und Akquise. Noch mehr eigene Reiseformate zu entwickeln, sei deshalb das Gebot der Stunde. Cantauw sollte es wissen. Immerhin berief ihn kein anderer als die TUI in ihren nur sechsköpfigen Marketingausschuss. Und natürlich entwickele sich die Technik rund um den Bus ständig weiter. Aber man darf gewiss sein, darauf wird Philipp Cantauw seine Mannschaft rechtzeitig gut vorbereiten.


Unternehmenssteckbrief

(Stand: 01.10.2016)

Firmengründung: 1956.

Sitz der Unternehmenszentrale: Halchtersche Straße 33, 38304 Wolfenbüttel.

Niederlassungen: Reisebüros in Wolfenbüttel, Braunschweig, Halberstadt und Schöppenstedt.

Mitarbeiter: 200.

Ausbildungsmöglichkeiten:

  • Touristikkaufmann/-frau
  • Kfz-Mechatroniker/-in, Schwerpunkt Nutzfahrzeugtechnik
  • Kaufmann/-frau für Büromanagement

Bewerbungen: Anfang September bis zum 31. Januar jeden Jahres.

Schülerpraktika: Jahrespraktika für Schüler der Fachoberschule Wirtschaft.

Kontaktmöglichkeiten: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Internet: www.der-schmidt.de

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Fotos: Walburga Schmidt