Wolfsburg (WB/Stadt Wolfsburg) - Die Bäderabteilung der Stadt Wolfsburg bietet ab August neue Babyschwimmkurse für Neugeborene ab vier Monaten im Hallenbad Sandkamp an. Die Kurse finden jeweils mittwochs und freitags am Vormittag statt.

100 Jahre Frauenwahlrecht und politische Partizipation von Frauen heute
Wolfsburg WB/Stadt Wolfsburg) - Die Landesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauenbüros Niedersachsen (lag) und der Landesfrauenrat Niedersachsen e.V. (LFRN) laden traditionell am Tag der Niedersachsen zum „Tag der Niedersächsin“ ein.

Die Internet-Auktion endete mit dem Zuschlag bei 2510 Euro für einen anonymen Kunstliebhaber / Foto: Galerie Jaeschke GmbH

Wolfsburg vor Ort

Braunschweig (WB/VoBaBraWo)Mit einem großen Erfolg endete die Versteigerung des Hundes aus der Ausstellung „Alltagsmenschen“ der Bildhauerin Christel Lechner aus Witten, die vom 5. Mai bis 9. Juli in Braunschweigs Straßenbild zu sehen war.

Lange Straße in Vorsfelde / Foto: Axel Hindemith

Wolfsburg vor Ort

Wolfsburg (WB/EVG) - Ab Donnerstag, den 20. Juli 2017, bis einschließlich Sonntag, den 23. Juli 2017, wird die obere Lange Straße in Vorsfelde von der Kattenstraße bis Obere Tor wegen des dort stattfindenden Eberfestes gesperrt. Die Haltestellen „Ütschenpaul“, „Petruskirche“ und „Obere Tor“ können in diesem Zeitraum in Richtung Wendschott nicht angefahren werden.

Foto: EU-Fahnen (über dts Nachrichtenagentur)

Politik

Brüssel (dts Nachrichtenagentur) - Die EU-Kommission unterstützt die neue Türkei-Politik der Bundesregierung. "Die Reaktion Deutschlands ist verständlich. Ich glaube, wir alle haben große Geduld mit der Türkei bewiesen. Sie scheint dies nicht wertzuschätzen",

Sigmar Gabriel (über dts Nachrichtenagentur)

Politik

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Ungeachtet des Streits zwischen den Regierungen in Berlin und Ankara hat sich Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) in einem offenen Brief an die Türken in Deutschland gewandt.

Palästinenserpräsident Abbas unterbricht Beziehungen zu Israel / Foto: dts Nachrichtenagentur

Politik

Ramallah (dts Nachrichtenagentur) - Aus Protest gegen verschärfte Sicherheitsvorkehrungen am Tempelberg in Jerusalem hat Palästinenserpräsident Mahmud Abbas die Beziehungen zu Israel eingefroren.

Foto: Volkswagen-Werk (über dts Nachrichtenagentur)

Wirtschaft

Wolfsburg (dts Nachrichtenagentur) - VW-Chef Matthias Müller kritisiert die früheren VW-Manager Martin Winterkorn und Ferdinand Piech. "Die beiden haben sich aus heutiger Sicht zu wenig damit beschäftigt, wie die Welt in zehn oder 20 Jahren aussehen könnte.

Autobahn / Foto: resch

Wirtschaft

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Justus Haucap, ehemals Chef der Monopolkommission, rechnet mit "erheblichen Bußgeldern" für die beteiligten Konzerne, falls sich der Kartellvorwurf gegen deutsche Autobauer bestätigen sollte.

Diesel-Preis an einer Tankstelle (über dts Nachrichtenagentur)

Wirtschaft

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Deutschlands oberster Verbraucherschützer Klaus Müller fordert angesichts der Kartellvorwürfe gegen deutsche Autobauer eine Beteiligung von Verbrauchervertretern am geplanten Diesel-Gipfel.

Die Laktatwerte der Spielerinnen ermöglichen Aussagen zur Grundlagenausdauer und sind hilfreich bei der Leistungsdiagnostik der Spielerinnen / Foto: VfL Wolfsburg

Sport

Schwitzen für den Erfolg
VfL-Frauen absolvieren Laktattest
Mittwoch Trainingsauftakt.
Wolfsburg (WB/VfL Wolfsburg) - Laufen, Schwitzen, Laufen, Pieksen: Dieses Prozedere ist Leistungssportlern bestens bekannt. Wie nach jeder längeren Spielpause stand auch für die VfL-Spielerinnen der obligatorische Laktattest auf dem Programm.

Foto: Fans von RB Leipzig (über dts Nachrichtenagentur)

Sport

Leipzig (dts Nachrichtenagentur) - Der Fanforscher Harald Lange hat vor einer Radikalisierung in der Anhängerschaft des Fußball-Bundesligisten RB Leipzig gewarnt. Eine kleine Gruppe von RB-Anhängern habe sich offenbar radikalisiert und scheine auch vor "Gegengewalt" nicht zurückzuschrecken,

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Der Profiboxer Arthur Abraham bereitet sich nach seiner Niederlage im WM-Kampf gegen den Briten Chris Eubank jr. am Samstag auf eine Zukunft ohne Sport vor. Er werde maximal noch ein Jahr boxen, sagte der 37-Jährige dem Wirtschaftsmagazin "Capital" (Ausgabe 8/2017) kurz vor dem Kampf.

Foto: Bücher (über dts Nachrichtenagentur)

Vermischtes

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Der Deutsche Lehrerverband (DL) schlägt Alarm: Schüler und Studenten in Deutschland hätten zunehmend Probleme, längere Texte zu analysieren. "Junge Menschen sind immer weniger bereit, sich auf diese Anstrengung überhaupt einzulassen",

Bodrum (dts Nachrichtenagentur) - Bei dem Erdbeben in der Ägäis in der Nacht zu Freitag sind mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen. Nach Behördenangaben aus Griechenland und der Türkei sind außerdem rund 120 Personen verletzt worden.

Foto: Rettungswagen (über dts Nachrichtenagentur)

Vermischtes

Kleve (dts Nachrichtenagentur) - In Kleve im Regierungsbezirk Düsseldorf ist am Mittwochabend eine Neunjährige bei einem Unfall im Keller ihres Elternhauses ums Leben gekommen. Vermutlich sei das Mädchen an einem Stromschlag gestorben, teilte die Polizei am Donnerstag mit.

Prozessmanager, Netzwerker und Verhandlungsprofi
Von Hans-Martin Barthold
„Diplomat ist kein Beruf, sondern lediglich eine Statusbezeichnung auf Zeit“, löst Kai Baldow gleich zu Beginn unseres Gespräches ein weit verbreitetes Missverständnis auf. Baldow ist in der Akademie Auswärtiger Dienst in Berlin-Tempelhof verantwortlich für die Ausbildung der Attachés, wie die Nachwuchskräfte des höheren Dienstes genannt werden. dtBotschaftAllein den Beamten, die an einer der 230 deutschen Auslandsvertretungen arbeiten und vom Gastland akkreditiert sind, kommt diese Bezeichnung zu. Von den knapp 6.000 Beschäftigten des Auswärtigen Amtes sind das derzeit wenig mehr als die Hälfte. Die Liste der Länder, in denen sie die Interessen der Bundesrepublik vertreten, reicht rund um den Globus, von Afghanistan über Costa Rica, die demokratische Republik Kongo, Trinidad und Tobago bis nach Zypern. Die anderen 3.000 Mitarbeiter versehen ihren Dienst in der Berliner Zentrale – als Bundesbeamte in drei Sonderlaufbahnen. Darüber gleich mehr. Doch eins vorweg. Sich mit dem Auswärtigen Amt als Arbeitgeber zu verbandeln, sollte sich jeder Bewerber gut überlegen.

Mehr als bei anderen Jobs ist diese Entscheidung nämlich nicht lediglich eine Berufs- als vielmehr eine Lebensentscheidung. Schließlich praktiziert das Auswärtige Amt für alle seine Mitarbeiter das sogenannte Rotationsprinzip. Was ohne Ansehen der Person bedeutet, im Regelfall alle drei bis vier Jahre die Koffer packen und umziehen zu müssen. Weit über die Hälfte ihres Berufslebens verbringen die Mitarbeiter so im Ausland. Neben Standorten mit Jetset-Atmosphäre wie London, Rom, New York, Canberra oder Singapur könnten das allerdings auch die Botschaften in Khartum, Asmara, Pjöngjang oder Bogota mit eingeschränkter Bewegungsfreiheit, ohne eine deutsche Schule vor Ort und ohne Arbeitsmöglichkeit für den Ehepartner, mit Kiew und Bagdad sogar Vertretungen in einem Krisen- oder sogar Kriegsgebiet sein. Umstellfähigkeit, Neugier, Fremdsprachenkenntnisse und eine robuste Gesundheit stehen deshalb bei der Auswahl der Bewerber hoch im Kurs. „Mit einer online verfügbaren Selbsteinschätzung (http://www.auswaertiges-amt.de/DE/AusbildungKarriere/AAmt/HoehererDienst/Auswahlverfahren/Uebersicht_node.html)“, gibt Bandelow einen wichtigen Hinweis, „können Interessierte die individuelle Passgenauigkeit überprüfen.“

Deutsche Interessen vertreten

Angesichts eines solchen Nomadenlebens sammeln sich in der Berufslaufbahn eines Beamten des Auswärtigen Dienstes zahlreiche Geschichten und Geschichtchen, ernste, lustige, traurige, auch die eine oder andere skurrile. Trifft man sich mit Kollegen auf ein Bier, ist in den meisten Fällen herzliches Lachen garantiert. Die Öffentlichkeit aber erfährt davon nur selten. frstvMetternichUnd wenn doch einmal, dann allenfalls post mortem. Für Plaudertaschen, leuchtet schnell ein, ist dieser Beruf die falsche Wahl. Stattdessen gilt die Lebensweisheit „Reden ist Silber, Schweigen ist Gold“. Zugegeben nicht immer, aber doch oft. Das bringt der Job eines Diplomaten so mit sich. Schließlich ist es ihre Aufgabe, die Beziehungen Deutschlands zu anderen Staaten sowie zu zwischen- und überstaatlichen Organisationen zu gestalten. Den eigenen Auftrag zwar stets im Blick zu behalten, zugleich den Verhandlungspartner in seinen kulturellen Bezügen wahrzunehmen, dazu nie der Öffentlichkeit preisgeben oder gar ausliefern, diesen Drahtseilakt muss deshalb jeder Beamte des Auswärtigen Dienstes sicher beherrschen.

Im Kern ist die Arbeit im Auswärtigen Dienst eine Verwaltungstätigkeit. Allerdings eine mit Besonderheiten. Sind im Inland die fachlichen Zuständigkeiten auf viele Ministerien und Behörden verteilt, muss das Auswärtige Amt sie im Verhältnis zu fremden Staaten in toto wahrnehmen. Für die Mitarbeiter bedeutet das, im Laufe ihres Berufslebens je nach Verwendung mit ganz unterschiedlichen Aufgaben betraut zu werden. Die Bandbreite schlägt sich in den Abteilungen der Zentrale am Werderschen Markt nieder. Neun sind es insgesamt: Internationale Ordnung, Vereinte Nationen und Rüstungskontrolle, die Europaabteilung, die Abteilung Kultur und Kommunikation, zwei politische Abteilungen, die Protokoll-, die Wirtschafts- und die Rechtsabteilung sowie eine Zentralabteilung, die gewissermaßen als interne Service-Unit für die Aufrechterhaltung des eigenen Dienstbetriebes fungiert. Etwas außerhalb dieser Organisationsstruktur stehen die Besonderen Dienste (Gesundheits- und Sprachdienst, Besucherzentrum) sowie das Krisenreaktionszentrum.

Mit dem Blick des Generalisten

Diese besondere Konstruktion des Auswärtigen Amtes bewirkt als Erstes einen hohen Koordinierungsaufwand. Denn natürlich sind alle Themen mit den jeweils zuständigen Fachministerien abzustimmen, werden die Mitarbeiter des Auswärtigen Amtes in vielen Fällen zu Dienstleistern. Für Beides bedarf es eines großen politischen wie zwischenmenschlichen Fingerspitzengefühls, dazu unbedingter Loyalität. auswAmtImmerhin zeichnen sich Ministerien durch eine strenge Hierarchie aus, deren Chefs darüber hinaus nur ein zeitlich limitiertes politisches Mandat besitzen. Dazu kommt ein Zweites. Die Beamten im Auswärtigen Amt, im höheren Dienst stärker noch als im gehobenen und mittleren Dienst, sind allesamt Generalisten. Das ist nicht jedermanns Sache, hier aber muss man es mögen. Eine Spezialisierung erfolgt meist abhängig von Sprach- und Fachkenntnissen, in jedem Fall aber erst nach mehreren Jahren Berufserfahrung und in einem Maße, das weiter Raum für eine neue, fachlich abweichende Verwendung lässt.

Für den höheren Dienst stellt das Auswärtige Amt pro Jahr zwischen 40 bis 50 Nachwuchskräfte ein. Die Bewerberzahlen liegen um ein vielfaches höher, im Schnitt um die 2.000. In einem stark komprimierten 14-monatigen Vorbereitungsdienst wird der Führungsnachwuchs auf seine Aufgaben vorbereitet. Lehrveranstaltungen in Volkswirtschaftslehre, Geschichte, internationaler Politik, Völkerrecht sowie Rechts- und Konsularwesen werden ergänzt durch Rhetorikkurse, Planspiele zur Verhandlungstechnik, Personalführungs-, Krisen- und Medienseminare sowie natürlich ein intensives Sprachtraining in Englisch, Französisch und einer dritten Sprache. Dazu kommen Studienfahrten zu den Europäischen Institutionen in Brüssel, den Internationalen Gerichtshöfen in Den Haag sowie der OSZE und den Vereinten Nationen in Wien. Bewerbungen werden von Mitte April bis Ende Mai über das dann frei geschaltete Online-Portal entgegengenommen.

Den Perspektivenwechsel beherrschen

Für den höheren Dienst im Auswärtigen Amt kann sich bewerben, wer über einen Masterabschluss verfügt, die deutsche Staatsbürgerschaft und sehr gute Kenntnisse in Englisch (Niveau C1) sowie in Französisch oder einer anderen Amtssprache der Vereinten Nationen, das sind Russisch, Spanisch, Chinesisch oder Arabisch, auf dem Niveau B2/C1 besitzt. Freilich führt am Ende doch kein Weg an Französisch vorbei. Zum Zeitpunkt einer späteren Einstellung müssen mindestens Grundlagenkenntnisse nachgewiesen werden. villaBorsigEine Altersbegrenzung existiert ebenso wenig, wie es fachlich keine Einschränkungen gibt. Es soll schon Theaterwissenschaftler und Mediziner gegeben haben, die es bis zum Botschafter brachten. Ein besonderer Bedarf besteht gegenwärtig an Juristen und Volkswirten. Lediglich Bewerber mit einem künstlerisch-praktischen Studienabschluss müssen sich einer Einzelfallprüfung stellen. Das fachliche Herkommen der im letzten Jahr eingestellten Attachés zeigt freilich, dass die Einstellungschancen steigen, „je näher die Studieninhalte an unseren Arbeitsthemen sind“, wie es Kai Baldow formuliert. (Vergleiche dazu die Kurzbiografien der Attachés des Einstellungsjahres 2015: http://www.auswaertiges-amt.de/DE/AusbildungKarriere/AAmt/HoehererDienst/Vorbereitungsdienst/crew_node.html)

Sprachfertigkeiten in Arabisch, Chinesisch, Hindi/Urdu, Japanisch, Koreanisch, Persisch, Polnisch, Portugiesisch, Serbisch/Kroatisch, Bosnisch, Russisch oder Türkisch verbessern die Bewerbungschancen, ohne dass daraus allerdings bereits eine Einstellungsgarantie abgeleitet werden könnte. Auslandserfahrungen schon während des Studiums oder in einer der anschließenden ersten Berufsstationen werden zwar formal nicht vorausgesetzt, sind wegen der Kürze des Vorbereitungsdienstes praktisch freilich unverzichtbar. Ein Migrationshintergrund weckt besondere Neugier. Nach Ende der Bewerbungsfrist folgt gleich wenige Tage später Anfang Juni ein online-basiertes Prescreening-Verfahren, mit dem die verbale und numerische Verarbeitungskapazität als auch die Bearbeitungsgeschwindigkeit überprüft werden. Mitte Juli schließt sich das eintägige schriftliche Auswahlverfahren an. Es findet zeitgleich in Berlin, Bonn, Hamburg, Leipzig, München und Stuttgart statt. Den Ortspräferenzen der Bewerber wird, wenn irgend möglich, entsprochen.

Was erwartet die Bewerber an diesem Tag? Drei Dinge: eine Ausführung über die Position der Bundesregierung zu einem außenpolitischen Thema, eine Überprüfung der Fremdsprachenkenntnisse, zur Abklärung des intellektuellen Leistungsvermögens ein psychologischer Eignungstest. Dann heißt es warten. Im November dann werden die Erfolgreichen zu persönlichen Gesprächen in die Akademie des Auswärtigen Amtes nach Berlin eingeladen. Es geht um die Person und die Motivation des Bewerbers. Die freie Rede zu beherrschen, erleichtert vieles. Nur Smalltalk zu können, reicht nicht. Bewerber sollten etwas zu sagen haben und schlüssig argumentieren können. Zeigt der Daumen der Auswahlkommission nach oben, ist das Ziel fast erreicht. Es gilt dann nur noch, die Gesundheitsuntersuchung und die Sicherheitsüberprüfung ohne Beanstandung zu bestehen, ein Erfordernis, dem im Übrigen auch die Lebenspartner entsprechen müssen. Der Vorbereitungsdienst beginnt stets am 2. Mai.

Führungskraft oder Sachbearbeiter

Zeigt der Daumen nach unten, ist eine zweite Bewerbung nur möglich, wenn der Auswahlausschuss diese Option ausdrücklich eingeräumt hat, was selten genug passiert. Kommt das Aus aber bereits nach der schriftlichen Aufnahmeprüfung, ist eine Wiederbewerbung beliebig oft wiederholbar. Wenn es geschafft ist, beginnt die Karriere eines Attachés meist als Referent in einer mittleren oder größeren Auslandsvertretung. Nach einer kurzen zweijährigen Stippvisite in der Zentrale in Berlin, könnte es anschließend wieder in die Ferne gehen, etwa als Leiter eines Rechts- oder Konsularreferats. dtBotschaftTelAvivDamit ist dann auch schon früh Personalverantwortung verbunden, insbesondere für die sogenannten Vor-Ort-Angestellten, deutsche oder einheimische Fachkräfte, die keinen Beamtenstatus haben. Über alle Botschaften und Konsulate verteilt sind das gegenwärtig 5.600 Mitarbeiter. Das verlangt Organisationsvermögen ebenso wie den Willen und die Fähigkeit zu führen.

Die zweite Zugangsmöglichkeit zum Auswärtigen Amt ist die zum sogenannten gehobenen Dienst. Er steht Abiturienten und Bewerbern mit Fachhochschulreife offen. Ein kleinerer Teil der Bewerber verfügt auch schon über einen Bachelor-Abschluss. Während die Attachés des höheren Dienstes für Referenten- und Führungsfunktionen vorgesehen sind, münden die Konsulatssekretärsanwärter als Verwaltungsmanager oder Rechtsspezialisten in einer sachbearbeitenden Funktion ein. Das könnte in der Visastelle sein, zur Aufrechterhaltung der Infrastruktur auch in der inneren Verwaltung als Personal- oder Liegenschaftssachbearbeiter, als Sachbearbeiter für Wirtschaft, Presse und Kultur, im Protokoll, wo Empfänge und politische Begegnungsreisen organisiert werden müssen, oder in der entwicklungspolitischen Zusammenarbeit. „Unsere Beamten des gehobenen Dienstes“, formuliert es der zuständige Ausbildungsleiter Peter Winkler, „sind Prozessgestalter für die Umsetzung der Aufgaben des Auswärtigen Amtes.“

Rechtskenntnisse im Mittelpunkt

Endpunkte einer erfolgreichen Karriere in der Laufbahn des gehobenen Dienstes sind nicht selten die Funktionen des Kanzlers, also des Chefs der Verwaltung, oder des Leiters der Rechts- und Konsularabteilung. Damit ist ein ebenso hohes Maß an Selbständigkeit wie Verantwortung verbunden. Davor steht allerdings erst einmal die Ausbildung für die Laufbahn des gehobenen Dienstes. krisenreaktionszentrSie erfolgt in Form eines dreijährigen dualen Studiums, das mit der Ernennung zum Diplom-Verwaltungswirt (FH) abschließt. Zwischen 40 bis 50 Studienplätze werden pro Jahr vergeben. Die Bewerberzahlen hierfür schwanken natürlich von Jahr zu Jahr, sind im Übrigen aber ähnlich hoch wie bei den Attachés im höheren Dienst. „Das Durchschnittsalter der Studienanfänger für den gehobenen Dienst“, weist Peter Winkler auf einen wichtigen Punkt, „liegt zwischen 22 bis 25 Jahre.“ Auslandserfahrung nach dem Abitur erhöht die Einstellungschancen offensichtlich deutlich. Die fachlichen und persönlichen Voraussetzungen ähneln denen für die Laufbahn des höheren Dienstes. Flexibel sollten die Bewerber sein, persönlich gefestigt, politisch interessiert, sozial kompetent, organisatorisch beschlagen und natürlich interkulturell ausgerichtet.

Ein bestimmter Abiturnotendurchschnitt wird nicht vorausgesetzt. Englisch sollte indessen auf dem Niveau B2 bis C1, Französisch bzw. eine andere zweite Fremdsprache (offizielle UNO-Amtssprache) auf dem Niveau B1 beherrscht werden. Der Ablauf des Auswahlverfahrens entspricht bis auf die Terminleiste in weiten Teilen denen des höheren Dienstes. Das online-Bewerbungsportal ist zwischen Ende Juli bis Mitte Oktober geöffnet. Der schriftliche Auswahltest erfolgt in der zweiten Novemberhälfte. Ab Ende Februar bis Ende März wird zum mündlichen Teil des Auswahlverfahrens eingeladen. Das duale Studium beginnt in der Regel Ende Juli. Es umfasst drei Studienabschnitte und zwei Praktika, davon eines über neun Monate bereits in einer deutschen Auslandsvertretung. Im Studium dominiert das für Verwaltungsmanager unverzichtbare Handwerkszeug, also rechts- und verwaltungsorientierte Inhalte. So überrascht es auch nicht, dass das Hauptstudium I an der Hochschule für Wirtschaft und Recht in Berlin erfolgt und große Gemeinsamkeiten mit dem dortigen Studium der Rechtspfleger aufweist.

Zweite Berufskarriere für Praktiker

Cornel Barth, mein dritter Gesprächspartner, ist zuständig für Auswahl und Ausbildung der Bewerber für den mittleren Dienst. Die Bürosachbearbeiter als interne Dienstleister stehen zwar selten im Rampenlicht, doch bei den Beamten wie Cornel Barth in hohem Ansehen. „Denn“, sagt Barth anerkennend, „zwar machen die Regierungssekretäre keine Außenpolitik, doch erst sie machen sie möglich.“ botschaftPjngjangBarth, inzwischen Ende fünfzig, weiß, wovon er spricht. Der Beamte des höheren Dienstes war schon an vielen Orten und in ganz unterschiedlichen Funktionen tätig. Attaché in der deutschen UNO-Vertretung in New York, Stellvertreter des Botschafters in Maseru/Lesotho, Leiter der Verwaltung in Abu Dhabi/Vereinigte Arabische Emirate, Washington und Tokyo, seit 2013 an der Akademie Auswärtiger Dienst in Berlin, gegenwärtig in den Umzugsvorbereitungen für einen erneuten Wechsel nach Washington D.C. Barth ist im Übrigen einer der wenigen Beamten, die ihre Laufbahn im gehobenen Dienst begannen und dann über ein internes Aufstiegsverfahren in den höheren Dienst gelangten.

Für die meisten der Bewerber um eine Anstellung im mittleren Dienst des Auswärtigen Amtes ist es eine zweite Karriere. Ca. 40 Nachwuchskräfte mittlerer Dienst werden jährlich eingestellt. Das Durchschnittsalter der Bewerber liegt bei nicht weniger als 29 Jahren. Gesucht sind Praktiker mit Freude an organisatorisch-verwaltenden Tätigkeiten. Entsprechend stellt der schriftliche Test vor allem auf Rechtschreibung, Merkfähigkeit, Arbeitsverhalten, Allgemeinwissen und, mittlerweile von herausgehobener Bedeutung, IT-Kenntnisse ab. Die Ausbildungsinhalte konzentrieren sich folgerichtig auf Haushalt-, Kassen- und Rechnungswesen, Konsularrecht, Staatsangehörigkeits-, Pass- und Ausländerrecht, Grundlagen des Bürgerlichen Rechts, Öffentliches Dienstrecht, Besoldungs- und Reisekostenrecht. Auch hier ist ein neunmonatiges Auslandspraktikum an einer deutschen Botschaft oder einem deutschen Konsulat obligatorisch. Bewerbungen sind von Januar bis März möglich. Der schriftliche Auswahltest erfolgt im Juni, die Auswahlgespräche im September/Oktober, Beginn des zweijährigen Vorbereitungsdienstes ist Anfang April. Formale Zugangsvoraussetzung sind der mittlere Bildungsabschluss sowie englische Sprachkenntnisse auf Niveau B1+/B2.

Gute Berufschancen für Globetrotter

Die Berufschancen im Auswärtigen Amt analysiert Kai Bandelow mit Blick auf die derzeitige geopolitische Weltlage sowie die stark gewachsene Bedeutung der Außen- für die Innenpolitik als ausgesprochen gut. Schließlich wolle und müsse Deutschland überall sprachfähig sein. Peter Winkler verknüpft diese ganzheitliche Sicht mit einer sehr persönlichen Einschätzung.dtKonsulatSantaCruz „Wir Mitarbeiter im Auswärtigen Amt haben einen der spannendsten Berufe“, beschreibt er sein Empfinden, das auch das der meisten seiner Kollegen ist, unabhängig in welcher der drei Laufbahnen sie tätig sind. Nichts destotrotz wirbt er für eine realistische Sicht auf die Dinge. „Das Rotationsprinzip mit berufslebenslangen Versetzungen, die nicht immer leichte Vereinbarkeit von Beruf, Familie und einem stabilen sozialen Umfeld sind Herausforderungen, die es zu meistern gilt“, formuliert er die Kehrseite der Medaille ohne diplomatische Schnörkel.

Und auch Kai Bandelow lässt an Deutlichkeit nichts vermissen. „Zwar bezieht unser Haus persönliche Wünsche in die Versetzungsplanung ein“, erklärt er, „aber natürlich hat das System strukturelle Grenzen.“ Oberste Priorität besitze nun einmal die Arbeitsfähigkeit der deutschen Auslandsvertretungen. Da gibt es neben den großen mit mehreren hundert auch kleine mit gerade einmal knapp zehn Mitarbeitern, die darüber hinaus oft genug für mehrere Länder zuständig sind. Bleibt ein Letztes. Der Arbeitgeber Auswärtiges Amt erwartet von allen seinen Mitarbeitern eine professionelle Arbeitseinstellung. Im Klartext: Über alle Laufbahngrenzen hinweg müssen sich die Beamten mit den vom Außenminister vorgegebenen Zielen identifizieren und nach außen glaubwürdig vertreten können, selbst wenn ihre persönliche politische Überzeugung eine andere ist. Dennoch bleibt es einer der aufregendsten Berufe, die in Deutschland zu vergeben sind.

Daten, Fakten & Links
(Stand: 01.07.2016)
Berufstätige:
  • höherer Dienst: 1.669 (Frauenanteil: 28 %)
  • gehobener Dienst: 1.765 (Frauenanteil: 54 %)
  • mittlerer Dienst: 1.294 (Frauenanteil: 36 %)
Ausbildungsmöglichkeiten:
  • höherer Dienst: Vorbereitungsdienst nach Masterabschluss (14 Monate); Anwärterbezüge (ledig) 1.369,68 €
  • gehobener Dienst: duales Studium nach Abitur (3 Jahre); Anwärterbezüge (ledig, Ausbildungsort Berlin): 1.089,38 €; 
    Anwärterbezüge (ledig, Dienstort Kiew) 4.258,41 €

  • mittlerer Dienst: Ausbildung nach mittlerem Bildunsgabschluss (2 Jahre); Anwärterbezüge (ledig, Ausbildungsort Berlin):
    1.979,49 €, (Anwärterbezüge (ledig, Ausbildungsort Oslo): 3.325,97 €

Einkommen: die Einkommen der Beamten hängen vom Rang, der Berufserfahrung, dem Familienstand und dem Dienstort
(Auslandszulage) ab.

Höherer Dienst (Berufsanfänger):
  • Dienstort Berlin (Legationsrat, ledig): 4.153,20 €
  • Dienstort Kinshasa/Republik Kongo (Legationsrat, verheiratet, 2 Kinder): 11.062,98 €
    Gehobener Dienst:
  • Dienstort Berlin (Konsulatssekretär, ledig): 2.558,97 €
  • Dienstort Kiew (Konsulatssekretär, verheiratet, 1 Kind): 5.917,12 €
    Mittlerer Dienst:
  • Dienstort Berlin (Regierungssekretär, ledig): 2.364,12 €
  • Dienstort Novosibirsk (Regierungssekretär, verheiratet, 1 Kind): 6.632,09 €
    Weiterführende Informationen: http://www.auswaertiges-amt.de/DE/AusbildungKarriere/Uebersicht_node.html

Trotz sorgfältiger inhaltlicher Kontrolle übernehmen wir keine Haftung für die Inhalte externer Links. Für den Inhalt der verlinkten Seiten sind ausschließlich deren Betreiber verantwortlich.