Tatyana Ryzhkova / Foto: Sandra Neumann

Wolfsburg Events

Samstag, 2. Dezember 2017, Beginn 19 Uhr, im Planetarium Wolfsburg
Wolfsburg (WB/Planetarium) - Am Samstag, den 2. Dezember, um 19 Uhr, erlebt das Publikum des Planetarium Wolfsburg einen unvergesslichen Adventsabend mit stimmungsvoller Gitarrenmusik unter dem Sternenhimmel.

In jedem Jahr ist für die Kindergartenkinder und die Detmeroder das Schmücken des Baumes ein wichtiger Termin / Foto: privat

Wolfsburg Events

Detmerode (WB/Ortsbürgermeister Ralf Mühlisch) - Es sind nur noch wenige Wochen bis Weihnachten und so mancher denkt schon in voller Vorfreude an festliche Stimmung, leckeres Essen und herrlichen Glühwein. Natürlich gehört auch ein schöner Weihnachtsbaum zur Vorweihnachtszeit.

Tag der offenen Tür im Technikzentrum BenzstraßeFreitag, 01.12.2017 von 15 bis ca. 18 Uhr / Foto: WBG

Wolfsburg vor Ort

Freitag, 01.12.2017
Wolfsburg (WB/WBG) - Am Freitag, den 01.12.2017 findet von 15:00 bis ca. 18:00 Uhr ein Tag der offenen Tür im Technikzentrum Wolfsburg, Benzstraße 1 in 38446 Wolfsburg statt.

Mögliche Innenhofsituation der Baugemeinschaft Sonnenfänger. / Visualisierung: AREA, Agentur für räumliche Entwicklungsalternativen

Wolfsburg vor Ort

Gemeinschaftliches Wohnen in den Hellwinkel Terrassen
Wolfsburg (WB/Stadt Wolfsburg) - Vielfältiger Wohnraum und gelebte Nachbarschaften sind erklärte Ziele des neuen Stadtquartiers Hellwinkel Terrassen. Rund 2.000 Menschen sollen hier letztlich leben und neben einer zentralen Wohnung auch neue Kontakte, Freunde und Gemeinsamkeiten finden.

Foto: Martin Schulz (über dts Nachrichtenagentur)

Politik

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die SPD erwägt jetzt doch eine Regierungsbeteiligung. Das sagte SPD-Chef Martin Schulz am Freitagmittag in Berlin. Eine solche werde jedoch in jedem Fall nur nach einer Mitgliederbefragung möglich sein.

Foto: Gedenkkerzen am Breitscheidplatz (über dts Nachrichtenagentur)

Politik

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Der Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz bleibt am Jahrestag des Terroranschlags geschlossen. Das teilten die Veranstalter am Freitag mit. Stattdessen soll bei einer Gedenkveranstaltung ein Mahnmal enthüllt werden.

Foto: Frank-Walter Steinmeier (über dts Nachrichtenagentur)

Politik

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Bemühungen um eine Regierungsbildung sollen Anfang nächster Woche in eine neue Runde gehen. Wie die "Bild" in ihrer Samstagausgabe unter Berufung auf das Umfeld des Staatsoberhauptes schreiben wird,

Foto: Siemens (über dts Nachrichtenagentur)

Wirtschaft

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Im Streit um drohende Standortschließungen bei Siemens verwahrt sich der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), Ingo Kramer, gegen pauschale Managerschelte.

Foto: Thyssenkrupp (über dts Nachrichtenagentur)

Wirtschaft

Essen (dts Nachrichtenagentur) - Der Mitgründer des streitbaren Investors Cevian greift Thyssenkrupp-Chef Heinrich Hiesinger frontal an. "Die Strategie hat bisher nicht das geliefert, was man versprochen hat", sagte Förberg dem "Handelsblatt" (Freitagsausgabe).

Foto: Siemens (über dts Nachrichtenagentur)

Wirtschaft

München (dts Nachrichtenagentur) - Siemens-Aufsichtsrat Jürgen Kerner vermisst im Streit um Standortschließungen echte Gesprächsbereitschaft der Konzernleitung. Er erwarte, dass nicht nur Arbeitsdirektorin Janina Kugel, sondern auch Vorstandschef Joe Kaeser

Foto: Matthias Ginter als Spieler beim SC Freiburg (über dts Nachrichtenagentur)

Sport

Mönchengladbach (dts Nachrichtenagentur) - Fußballnationalspieler Matthias Ginter hatte nach zwei Anschlägen und einer konkreten Anschlagsdrohung keine Lust mehr, Fußball zu spielen. Das sagte Ginter dem Magazin der "Süddeutschen Zeitung".

Foto: Jupp Heynckes (über dts Nachrichtenagentur)

Sport

Brüssel (dts Nachrichtenagentur) - In der Champions League hat der FC Bayern München am Abend beim RSC Anderlecht vergleichsweise glücklich mit 2:1 gewonnen. In der ersten Halbzeit behielten die Gastgeber in Brüssel nämlich das Heft noch fest in der Hand

Foto: Pierre-Emerick Aubameyang (BVB) (über dts Nachrichtenagentur)

Sport

Dortmund (dts Nachrichtenagentur) - In der Champions League hat Borussia Dortmund im eigenen Stadion gegen Tottenham mit 1:2 verloren, Leipzig gewann zeitgleich beim AS Monaco mit 4:1. Damit setzt der BVB sein Leistungstief aus den letzten Bundesliga-Spieltagen

Foto: Zwei Männer surfen im Internet (über dts Nachrichtenagentur)

Vermischtes

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Der Gründer und Chef der United Internet AG (1&1, GMX), Ralph Dommermuth, hält den Vorsprung von US-Plattformen wie Google für nicht mehr einholbar. Deutsche und europäische Digitalunternehmen hätten ihnen "nur in Marktnischen"

Foto: Frau mit Kind (über dts Nachrichtenagentur)

Vermischtes

Wiesbaden (dts Nachrichtenagentur) - Im Jahr 2016 sind in Deutschland 792.000 Kinder lebend geboren worden: Das waren 55.000 Neugeborene oder 7,4 Prozent mehr als im Jahr 2015 (738.000), teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) nach vorläufigen Ergebnissen am Mittwoch mit.

Foto: US-Flagge (über dts Nachrichtenagentur)

Vermischtes

San Francisco (dts Nachrichtenagentur) - Im US-Bundesstaat Kalifornien sind am Dienstagmorgen (Ortszeit) mindestens drei Menschen bei einer Schießerei in einer Grundschule getötet worden. Unter den drei Toten soll sich auch ein Attentäter befinden,

Prozessmanager, Netzwerker und Verhandlungsprofi
Von Hans-Martin Barthold
„Diplomat ist kein Beruf, sondern lediglich eine Statusbezeichnung auf Zeit“, löst Kai Baldow gleich zu Beginn unseres Gespräches ein weit verbreitetes Missverständnis auf. Baldow ist in der Akademie Auswärtiger Dienst in Berlin-Tempelhof verantwortlich für die Ausbildung der Attachés, wie die Nachwuchskräfte des höheren Dienstes genannt werden. dtBotschaftAllein den Beamten, die an einer der 230 deutschen Auslandsvertretungen arbeiten und vom Gastland akkreditiert sind, kommt diese Bezeichnung zu. Von den knapp 6.000 Beschäftigten des Auswärtigen Amtes sind das derzeit wenig mehr als die Hälfte. Die Liste der Länder, in denen sie die Interessen der Bundesrepublik vertreten, reicht rund um den Globus, von Afghanistan über Costa Rica, die demokratische Republik Kongo, Trinidad und Tobago bis nach Zypern. Die anderen 3.000 Mitarbeiter versehen ihren Dienst in der Berliner Zentrale – als Bundesbeamte in drei Sonderlaufbahnen. Darüber gleich mehr. Doch eins vorweg. Sich mit dem Auswärtigen Amt als Arbeitgeber zu verbandeln, sollte sich jeder Bewerber gut überlegen.

Mehr als bei anderen Jobs ist diese Entscheidung nämlich nicht lediglich eine Berufs- als vielmehr eine Lebensentscheidung. Schließlich praktiziert das Auswärtige Amt für alle seine Mitarbeiter das sogenannte Rotationsprinzip. Was ohne Ansehen der Person bedeutet, im Regelfall alle drei bis vier Jahre die Koffer packen und umziehen zu müssen. Weit über die Hälfte ihres Berufslebens verbringen die Mitarbeiter so im Ausland. Neben Standorten mit Jetset-Atmosphäre wie London, Rom, New York, Canberra oder Singapur könnten das allerdings auch die Botschaften in Khartum, Asmara, Pjöngjang oder Bogota mit eingeschränkter Bewegungsfreiheit, ohne eine deutsche Schule vor Ort und ohne Arbeitsmöglichkeit für den Ehepartner, mit Kiew und Bagdad sogar Vertretungen in einem Krisen- oder sogar Kriegsgebiet sein. Umstellfähigkeit, Neugier, Fremdsprachenkenntnisse und eine robuste Gesundheit stehen deshalb bei der Auswahl der Bewerber hoch im Kurs. „Mit einer online verfügbaren Selbsteinschätzung (http://www.auswaertiges-amt.de/DE/AusbildungKarriere/AAmt/HoehererDienst/Auswahlverfahren/Uebersicht_node.html)“, gibt Bandelow einen wichtigen Hinweis, „können Interessierte die individuelle Passgenauigkeit überprüfen.“

Deutsche Interessen vertreten

Angesichts eines solchen Nomadenlebens sammeln sich in der Berufslaufbahn eines Beamten des Auswärtigen Dienstes zahlreiche Geschichten und Geschichtchen, ernste, lustige, traurige, auch die eine oder andere skurrile. Trifft man sich mit Kollegen auf ein Bier, ist in den meisten Fällen herzliches Lachen garantiert. Die Öffentlichkeit aber erfährt davon nur selten. frstvMetternichUnd wenn doch einmal, dann allenfalls post mortem. Für Plaudertaschen, leuchtet schnell ein, ist dieser Beruf die falsche Wahl. Stattdessen gilt die Lebensweisheit „Reden ist Silber, Schweigen ist Gold“. Zugegeben nicht immer, aber doch oft. Das bringt der Job eines Diplomaten so mit sich. Schließlich ist es ihre Aufgabe, die Beziehungen Deutschlands zu anderen Staaten sowie zu zwischen- und überstaatlichen Organisationen zu gestalten. Den eigenen Auftrag zwar stets im Blick zu behalten, zugleich den Verhandlungspartner in seinen kulturellen Bezügen wahrzunehmen, dazu nie der Öffentlichkeit preisgeben oder gar ausliefern, diesen Drahtseilakt muss deshalb jeder Beamte des Auswärtigen Dienstes sicher beherrschen.

Im Kern ist die Arbeit im Auswärtigen Dienst eine Verwaltungstätigkeit. Allerdings eine mit Besonderheiten. Sind im Inland die fachlichen Zuständigkeiten auf viele Ministerien und Behörden verteilt, muss das Auswärtige Amt sie im Verhältnis zu fremden Staaten in toto wahrnehmen. Für die Mitarbeiter bedeutet das, im Laufe ihres Berufslebens je nach Verwendung mit ganz unterschiedlichen Aufgaben betraut zu werden. Die Bandbreite schlägt sich in den Abteilungen der Zentrale am Werderschen Markt nieder. Neun sind es insgesamt: Internationale Ordnung, Vereinte Nationen und Rüstungskontrolle, die Europaabteilung, die Abteilung Kultur und Kommunikation, zwei politische Abteilungen, die Protokoll-, die Wirtschafts- und die Rechtsabteilung sowie eine Zentralabteilung, die gewissermaßen als interne Service-Unit für die Aufrechterhaltung des eigenen Dienstbetriebes fungiert. Etwas außerhalb dieser Organisationsstruktur stehen die Besonderen Dienste (Gesundheits- und Sprachdienst, Besucherzentrum) sowie das Krisenreaktionszentrum.

Mit dem Blick des Generalisten

Diese besondere Konstruktion des Auswärtigen Amtes bewirkt als Erstes einen hohen Koordinierungsaufwand. Denn natürlich sind alle Themen mit den jeweils zuständigen Fachministerien abzustimmen, werden die Mitarbeiter des Auswärtigen Amtes in vielen Fällen zu Dienstleistern. Für Beides bedarf es eines großen politischen wie zwischenmenschlichen Fingerspitzengefühls, dazu unbedingter Loyalität. auswAmtImmerhin zeichnen sich Ministerien durch eine strenge Hierarchie aus, deren Chefs darüber hinaus nur ein zeitlich limitiertes politisches Mandat besitzen. Dazu kommt ein Zweites. Die Beamten im Auswärtigen Amt, im höheren Dienst stärker noch als im gehobenen und mittleren Dienst, sind allesamt Generalisten. Das ist nicht jedermanns Sache, hier aber muss man es mögen. Eine Spezialisierung erfolgt meist abhängig von Sprach- und Fachkenntnissen, in jedem Fall aber erst nach mehreren Jahren Berufserfahrung und in einem Maße, das weiter Raum für eine neue, fachlich abweichende Verwendung lässt.

Für den höheren Dienst stellt das Auswärtige Amt pro Jahr zwischen 40 bis 50 Nachwuchskräfte ein. Die Bewerberzahlen liegen um ein vielfaches höher, im Schnitt um die 2.000. In einem stark komprimierten 14-monatigen Vorbereitungsdienst wird der Führungsnachwuchs auf seine Aufgaben vorbereitet. Lehrveranstaltungen in Volkswirtschaftslehre, Geschichte, internationaler Politik, Völkerrecht sowie Rechts- und Konsularwesen werden ergänzt durch Rhetorikkurse, Planspiele zur Verhandlungstechnik, Personalführungs-, Krisen- und Medienseminare sowie natürlich ein intensives Sprachtraining in Englisch, Französisch und einer dritten Sprache. Dazu kommen Studienfahrten zu den Europäischen Institutionen in Brüssel, den Internationalen Gerichtshöfen in Den Haag sowie der OSZE und den Vereinten Nationen in Wien. Bewerbungen werden von Mitte April bis Ende Mai über das dann frei geschaltete Online-Portal entgegengenommen.

Den Perspektivenwechsel beherrschen

Für den höheren Dienst im Auswärtigen Amt kann sich bewerben, wer über einen Masterabschluss verfügt, die deutsche Staatsbürgerschaft und sehr gute Kenntnisse in Englisch (Niveau C1) sowie in Französisch oder einer anderen Amtssprache der Vereinten Nationen, das sind Russisch, Spanisch, Chinesisch oder Arabisch, auf dem Niveau B2/C1 besitzt. Freilich führt am Ende doch kein Weg an Französisch vorbei. Zum Zeitpunkt einer späteren Einstellung müssen mindestens Grundlagenkenntnisse nachgewiesen werden. villaBorsigEine Altersbegrenzung existiert ebenso wenig, wie es fachlich keine Einschränkungen gibt. Es soll schon Theaterwissenschaftler und Mediziner gegeben haben, die es bis zum Botschafter brachten. Ein besonderer Bedarf besteht gegenwärtig an Juristen und Volkswirten. Lediglich Bewerber mit einem künstlerisch-praktischen Studienabschluss müssen sich einer Einzelfallprüfung stellen. Das fachliche Herkommen der im letzten Jahr eingestellten Attachés zeigt freilich, dass die Einstellungschancen steigen, „je näher die Studieninhalte an unseren Arbeitsthemen sind“, wie es Kai Baldow formuliert. (Vergleiche dazu die Kurzbiografien der Attachés des Einstellungsjahres 2015: http://www.auswaertiges-amt.de/DE/AusbildungKarriere/AAmt/HoehererDienst/Vorbereitungsdienst/crew_node.html)

Sprachfertigkeiten in Arabisch, Chinesisch, Hindi/Urdu, Japanisch, Koreanisch, Persisch, Polnisch, Portugiesisch, Serbisch/Kroatisch, Bosnisch, Russisch oder Türkisch verbessern die Bewerbungschancen, ohne dass daraus allerdings bereits eine Einstellungsgarantie abgeleitet werden könnte. Auslandserfahrungen schon während des Studiums oder in einer der anschließenden ersten Berufsstationen werden zwar formal nicht vorausgesetzt, sind wegen der Kürze des Vorbereitungsdienstes praktisch freilich unverzichtbar. Ein Migrationshintergrund weckt besondere Neugier. Nach Ende der Bewerbungsfrist folgt gleich wenige Tage später Anfang Juni ein online-basiertes Prescreening-Verfahren, mit dem die verbale und numerische Verarbeitungskapazität als auch die Bearbeitungsgeschwindigkeit überprüft werden. Mitte Juli schließt sich das eintägige schriftliche Auswahlverfahren an. Es findet zeitgleich in Berlin, Bonn, Hamburg, Leipzig, München und Stuttgart statt. Den Ortspräferenzen der Bewerber wird, wenn irgend möglich, entsprochen.

Was erwartet die Bewerber an diesem Tag? Drei Dinge: eine Ausführung über die Position der Bundesregierung zu einem außenpolitischen Thema, eine Überprüfung der Fremdsprachenkenntnisse, zur Abklärung des intellektuellen Leistungsvermögens ein psychologischer Eignungstest. Dann heißt es warten. Im November dann werden die Erfolgreichen zu persönlichen Gesprächen in die Akademie des Auswärtigen Amtes nach Berlin eingeladen. Es geht um die Person und die Motivation des Bewerbers. Die freie Rede zu beherrschen, erleichtert vieles. Nur Smalltalk zu können, reicht nicht. Bewerber sollten etwas zu sagen haben und schlüssig argumentieren können. Zeigt der Daumen der Auswahlkommission nach oben, ist das Ziel fast erreicht. Es gilt dann nur noch, die Gesundheitsuntersuchung und die Sicherheitsüberprüfung ohne Beanstandung zu bestehen, ein Erfordernis, dem im Übrigen auch die Lebenspartner entsprechen müssen. Der Vorbereitungsdienst beginnt stets am 2. Mai.

Führungskraft oder Sachbearbeiter

Zeigt der Daumen nach unten, ist eine zweite Bewerbung nur möglich, wenn der Auswahlausschuss diese Option ausdrücklich eingeräumt hat, was selten genug passiert. Kommt das Aus aber bereits nach der schriftlichen Aufnahmeprüfung, ist eine Wiederbewerbung beliebig oft wiederholbar. Wenn es geschafft ist, beginnt die Karriere eines Attachés meist als Referent in einer mittleren oder größeren Auslandsvertretung. Nach einer kurzen zweijährigen Stippvisite in der Zentrale in Berlin, könnte es anschließend wieder in die Ferne gehen, etwa als Leiter eines Rechts- oder Konsularreferats. dtBotschaftTelAvivDamit ist dann auch schon früh Personalverantwortung verbunden, insbesondere für die sogenannten Vor-Ort-Angestellten, deutsche oder einheimische Fachkräfte, die keinen Beamtenstatus haben. Über alle Botschaften und Konsulate verteilt sind das gegenwärtig 5.600 Mitarbeiter. Das verlangt Organisationsvermögen ebenso wie den Willen und die Fähigkeit zu führen.

Die zweite Zugangsmöglichkeit zum Auswärtigen Amt ist die zum sogenannten gehobenen Dienst. Er steht Abiturienten und Bewerbern mit Fachhochschulreife offen. Ein kleinerer Teil der Bewerber verfügt auch schon über einen Bachelor-Abschluss. Während die Attachés des höheren Dienstes für Referenten- und Führungsfunktionen vorgesehen sind, münden die Konsulatssekretärsanwärter als Verwaltungsmanager oder Rechtsspezialisten in einer sachbearbeitenden Funktion ein. Das könnte in der Visastelle sein, zur Aufrechterhaltung der Infrastruktur auch in der inneren Verwaltung als Personal- oder Liegenschaftssachbearbeiter, als Sachbearbeiter für Wirtschaft, Presse und Kultur, im Protokoll, wo Empfänge und politische Begegnungsreisen organisiert werden müssen, oder in der entwicklungspolitischen Zusammenarbeit. „Unsere Beamten des gehobenen Dienstes“, formuliert es der zuständige Ausbildungsleiter Peter Winkler, „sind Prozessgestalter für die Umsetzung der Aufgaben des Auswärtigen Amtes.“

Rechtskenntnisse im Mittelpunkt

Endpunkte einer erfolgreichen Karriere in der Laufbahn des gehobenen Dienstes sind nicht selten die Funktionen des Kanzlers, also des Chefs der Verwaltung, oder des Leiters der Rechts- und Konsularabteilung. Damit ist ein ebenso hohes Maß an Selbständigkeit wie Verantwortung verbunden. Davor steht allerdings erst einmal die Ausbildung für die Laufbahn des gehobenen Dienstes. krisenreaktionszentrSie erfolgt in Form eines dreijährigen dualen Studiums, das mit der Ernennung zum Diplom-Verwaltungswirt (FH) abschließt. Zwischen 40 bis 50 Studienplätze werden pro Jahr vergeben. Die Bewerberzahlen hierfür schwanken natürlich von Jahr zu Jahr, sind im Übrigen aber ähnlich hoch wie bei den Attachés im höheren Dienst. „Das Durchschnittsalter der Studienanfänger für den gehobenen Dienst“, weist Peter Winkler auf einen wichtigen Punkt, „liegt zwischen 22 bis 25 Jahre.“ Auslandserfahrung nach dem Abitur erhöht die Einstellungschancen offensichtlich deutlich. Die fachlichen und persönlichen Voraussetzungen ähneln denen für die Laufbahn des höheren Dienstes. Flexibel sollten die Bewerber sein, persönlich gefestigt, politisch interessiert, sozial kompetent, organisatorisch beschlagen und natürlich interkulturell ausgerichtet.

Ein bestimmter Abiturnotendurchschnitt wird nicht vorausgesetzt. Englisch sollte indessen auf dem Niveau B2 bis C1, Französisch bzw. eine andere zweite Fremdsprache (offizielle UNO-Amtssprache) auf dem Niveau B1 beherrscht werden. Der Ablauf des Auswahlverfahrens entspricht bis auf die Terminleiste in weiten Teilen denen des höheren Dienstes. Das online-Bewerbungsportal ist zwischen Ende Juli bis Mitte Oktober geöffnet. Der schriftliche Auswahltest erfolgt in der zweiten Novemberhälfte. Ab Ende Februar bis Ende März wird zum mündlichen Teil des Auswahlverfahrens eingeladen. Das duale Studium beginnt in der Regel Ende Juli. Es umfasst drei Studienabschnitte und zwei Praktika, davon eines über neun Monate bereits in einer deutschen Auslandsvertretung. Im Studium dominiert das für Verwaltungsmanager unverzichtbare Handwerkszeug, also rechts- und verwaltungsorientierte Inhalte. So überrascht es auch nicht, dass das Hauptstudium I an der Hochschule für Wirtschaft und Recht in Berlin erfolgt und große Gemeinsamkeiten mit dem dortigen Studium der Rechtspfleger aufweist.

Zweite Berufskarriere für Praktiker

Cornel Barth, mein dritter Gesprächspartner, ist zuständig für Auswahl und Ausbildung der Bewerber für den mittleren Dienst. Die Bürosachbearbeiter als interne Dienstleister stehen zwar selten im Rampenlicht, doch bei den Beamten wie Cornel Barth in hohem Ansehen. „Denn“, sagt Barth anerkennend, „zwar machen die Regierungssekretäre keine Außenpolitik, doch erst sie machen sie möglich.“ botschaftPjngjangBarth, inzwischen Ende fünfzig, weiß, wovon er spricht. Der Beamte des höheren Dienstes war schon an vielen Orten und in ganz unterschiedlichen Funktionen tätig. Attaché in der deutschen UNO-Vertretung in New York, Stellvertreter des Botschafters in Maseru/Lesotho, Leiter der Verwaltung in Abu Dhabi/Vereinigte Arabische Emirate, Washington und Tokyo, seit 2013 an der Akademie Auswärtiger Dienst in Berlin, gegenwärtig in den Umzugsvorbereitungen für einen erneuten Wechsel nach Washington D.C. Barth ist im Übrigen einer der wenigen Beamten, die ihre Laufbahn im gehobenen Dienst begannen und dann über ein internes Aufstiegsverfahren in den höheren Dienst gelangten.

Für die meisten der Bewerber um eine Anstellung im mittleren Dienst des Auswärtigen Amtes ist es eine zweite Karriere. Ca. 40 Nachwuchskräfte mittlerer Dienst werden jährlich eingestellt. Das Durchschnittsalter der Bewerber liegt bei nicht weniger als 29 Jahren. Gesucht sind Praktiker mit Freude an organisatorisch-verwaltenden Tätigkeiten. Entsprechend stellt der schriftliche Test vor allem auf Rechtschreibung, Merkfähigkeit, Arbeitsverhalten, Allgemeinwissen und, mittlerweile von herausgehobener Bedeutung, IT-Kenntnisse ab. Die Ausbildungsinhalte konzentrieren sich folgerichtig auf Haushalt-, Kassen- und Rechnungswesen, Konsularrecht, Staatsangehörigkeits-, Pass- und Ausländerrecht, Grundlagen des Bürgerlichen Rechts, Öffentliches Dienstrecht, Besoldungs- und Reisekostenrecht. Auch hier ist ein neunmonatiges Auslandspraktikum an einer deutschen Botschaft oder einem deutschen Konsulat obligatorisch. Bewerbungen sind von Januar bis März möglich. Der schriftliche Auswahltest erfolgt im Juni, die Auswahlgespräche im September/Oktober, Beginn des zweijährigen Vorbereitungsdienstes ist Anfang April. Formale Zugangsvoraussetzung sind der mittlere Bildungsabschluss sowie englische Sprachkenntnisse auf Niveau B1+/B2.

Gute Berufschancen für Globetrotter

Die Berufschancen im Auswärtigen Amt analysiert Kai Bandelow mit Blick auf die derzeitige geopolitische Weltlage sowie die stark gewachsene Bedeutung der Außen- für die Innenpolitik als ausgesprochen gut. Schließlich wolle und müsse Deutschland überall sprachfähig sein. Peter Winkler verknüpft diese ganzheitliche Sicht mit einer sehr persönlichen Einschätzung.dtKonsulatSantaCruz „Wir Mitarbeiter im Auswärtigen Amt haben einen der spannendsten Berufe“, beschreibt er sein Empfinden, das auch das der meisten seiner Kollegen ist, unabhängig in welcher der drei Laufbahnen sie tätig sind. Nichts destotrotz wirbt er für eine realistische Sicht auf die Dinge. „Das Rotationsprinzip mit berufslebenslangen Versetzungen, die nicht immer leichte Vereinbarkeit von Beruf, Familie und einem stabilen sozialen Umfeld sind Herausforderungen, die es zu meistern gilt“, formuliert er die Kehrseite der Medaille ohne diplomatische Schnörkel.

Und auch Kai Bandelow lässt an Deutlichkeit nichts vermissen. „Zwar bezieht unser Haus persönliche Wünsche in die Versetzungsplanung ein“, erklärt er, „aber natürlich hat das System strukturelle Grenzen.“ Oberste Priorität besitze nun einmal die Arbeitsfähigkeit der deutschen Auslandsvertretungen. Da gibt es neben den großen mit mehreren hundert auch kleine mit gerade einmal knapp zehn Mitarbeitern, die darüber hinaus oft genug für mehrere Länder zuständig sind. Bleibt ein Letztes. Der Arbeitgeber Auswärtiges Amt erwartet von allen seinen Mitarbeitern eine professionelle Arbeitseinstellung. Im Klartext: Über alle Laufbahngrenzen hinweg müssen sich die Beamten mit den vom Außenminister vorgegebenen Zielen identifizieren und nach außen glaubwürdig vertreten können, selbst wenn ihre persönliche politische Überzeugung eine andere ist. Dennoch bleibt es einer der aufregendsten Berufe, die in Deutschland zu vergeben sind.

Daten, Fakten & Links
(Stand: 01.07.2016)
Berufstätige:
  • höherer Dienst: 1.669 (Frauenanteil: 28 %)
  • gehobener Dienst: 1.765 (Frauenanteil: 54 %)
  • mittlerer Dienst: 1.294 (Frauenanteil: 36 %)
Ausbildungsmöglichkeiten:
  • höherer Dienst: Vorbereitungsdienst nach Masterabschluss (14 Monate); Anwärterbezüge (ledig) 1.369,68 €
  • gehobener Dienst: duales Studium nach Abitur (3 Jahre); Anwärterbezüge (ledig, Ausbildungsort Berlin): 1.089,38 €; 
    Anwärterbezüge (ledig, Dienstort Kiew) 4.258,41 €

  • mittlerer Dienst: Ausbildung nach mittlerem Bildunsgabschluss (2 Jahre); Anwärterbezüge (ledig, Ausbildungsort Berlin):
    1.979,49 €, (Anwärterbezüge (ledig, Ausbildungsort Oslo): 3.325,97 €

Einkommen: die Einkommen der Beamten hängen vom Rang, der Berufserfahrung, dem Familienstand und dem Dienstort
(Auslandszulage) ab.

Höherer Dienst (Berufsanfänger):
  • Dienstort Berlin (Legationsrat, ledig): 4.153,20 €
  • Dienstort Kinshasa/Republik Kongo (Legationsrat, verheiratet, 2 Kinder): 11.062,98 €
    Gehobener Dienst:
  • Dienstort Berlin (Konsulatssekretär, ledig): 2.558,97 €
  • Dienstort Kiew (Konsulatssekretär, verheiratet, 1 Kind): 5.917,12 €
    Mittlerer Dienst:
  • Dienstort Berlin (Regierungssekretär, ledig): 2.364,12 €
  • Dienstort Novosibirsk (Regierungssekretär, verheiratet, 1 Kind): 6.632,09 €
    Weiterführende Informationen: http://www.auswaertiges-amt.de/DE/AusbildungKarriere/Uebersicht_node.html

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