Niedersachsens Wirtschaftsminister Dr. Bernd Althusmann / Foto: MW Niedersachsen

Hannover (WB/Niedersächsisches Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung) - Nachdem sich Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier am Dienstag, nach Ablauf der Viermonatsfrist des Ministererlaubnisverfahrens für eine geplante Fusion von Zollern BHW und Miba AG mehr Zeit für eine Entscheidung nehmen will, sagt Niedersachsens Wirtschaftsminister Dr. Bernd Althusmann:

„Dass noch keine Entscheidung im Miba-Zollern-Fall ergangen ist, zeigt, wie intensiv Bundeswirtschaftsminister Altmaier das Verfahren prüft und wie ausführlich er sich mit den Argumenten der Unternehmen und der Monopolkommission auseinandersetzt. Als Niedersächsischer Wirtschaftsminister ist mir wichtig hervorzuheben, dass das Gewicht der vom Bundeskartellamt festgestellten Wettbewerbsbeschränkung gering ist. Wir haben es in diesen Fertigungssegmenten mit einer starken Marktkonsolidierung zu tun. Der konventionelle Markt für Gleitlager im Schiffsbau ist nach Asien abgewandert. Miba und Zollern, zwei mittelständische Unternehmen in Europa, stehen im Wettbewerb mit staatlich subventionierter und protegierter asiatischer Konkurrenz mit Überkapazitäten und hohem Preisdruck. Es herrschen höchst ungleiche Wettbewerbsbedingungen für Mittelständler aus Europa.

Zollern ist ein tief in Niedersachsen verwurzeltes mittelständisches Familienunternehmen. Daher habe ich mich bei Minister Altmaier dafür eingesetzt, das Know-how für die Schlüsseltechnologie Gleitlagerfertigung in Niedersachsen zu halten und die Voraussetzungen für die Sicherung der Arbeits- und Ausbildungsplätze vor allem in dem eher strukturschwachen Raum Osterode zu schaffen. Auch die Kooperation von Zollern mit der TU Clausthal ist ein wichtiger Aspekt, um den Standort zu festigen und zu einem Kompetenzzentrum für Gleitlagertechnologie auszubauen. Für die Miba gilt es ebenfalls, ihren Standort für ihre Gleitlagerproduktion in Göttingen zu stärken, um den Verbund Braunschweig-Osterode-Göttingen als Heimat dieser innovativen Schlüsseltechnologie für den Motoren- und Maschinenbau zukunftsfähig aufzustellen. Der Zusammenschluss sichert damit die Zukunft der Gleitlagerproduktion und damit eine geschlossene Wertschöpfungskette in Deutschland. Er bietet die Chance, die beteiligten Unternehmen im globalen Konkurrenzkampf zu stärken. Alle Entscheidungen für die Zukunft würden auch künftig in Deutschland getroffen. Ich bin daher zuversichtlich, dass Minister Altmaier im Sinne unserer mittelständischen Unternehmen entscheiden wird.“

Zum Hintergrund:

Die Zollern BHW Gleitlager GmbH & Co. KG als Produzent von Industrie- und Motorengleitlagern ist ein mittelständisches, in Niedersachsen verwurzeltes Familienunternehmen mit den Standorten Braunschweig und Osterode. Das Unternehmen weist eine ca. 100 jährige Geschichte auf und bietet ca. 450 hochqualifizierten Fachkräften und Auszubildenden in einem strukturschwachen Raum in Niedersachsen einen Arbeitsplatz. Derzeit läuft beim Bundeswirtschaftsministerium das Ministererlaubnisfahren für den Zusammenschluss der Zollern BHW mit der Gleitlagersparte der Miba AG. Beide Unternehmen exportieren einen nicht unerheblichen Teil ihrer Gleitlagerprodukte ins europäische und außereuropäische Ausland. Dort stellen sie sich der staatlich geförderten asiatischen Konkurrenz, aber auch einem stark von der Nachfrage geprägten Markt.