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Wolfsburg (WB/Mabie) -Nein, Fahrer eines Euro 6-Diesel können sich entspannen - vorerst. Zwar hat am vergangenen Donnerstag das EU-Gericht in Luxemburg eine “Aufweichung“ der Grenzwerte für unzulässig erklärt“, dies hat allerdings für deutsche Besitzer neuster Dieselfahrzeuge keine Folgen. Die EU-Kommission hatte verfügt, dass Euro 6-Diesel von 2017 bis 2021 den zulässigen Grenzwert um das 2,1-Fache überschreiten dürfen.

Brüssel, Paris und Madrid hatten dagegen geklagt und nun Recht bekommen. Diese und auch andere Städte, die gegen zu hohe Stickoxid-Werte kämpfen, dürften somit in Zukunft möglicherweise sogar gegen Euro 6-Diesel Fahrverbote verhängen. Laut dem ADAC besteht in Deutschland aber keine Gefahr, da das EU-Gericht erst einmal nur das eigentliche Gesetzgebungsverfahren für unzulässig hält. Die EU-Kommission hat zwei Monate Zeit, um gegen das Urteil Berufung einzulegen.

Keine Änderungen für alte Diesel-Fahrzeuge

Deutsche Kommunen haben bisher noch keine Anstalten gemacht, gegen Euro 6-Diesel Fahrverbote verhängen zu wollen. Zumal dies für neuste Diesel laut dem Bundesverwaltungsgericht nicht verhältnismäßig wäre. Auf die Probleme mit Euro 4 und 5-Dieseln hat das Urteil keinen Einfluss. Die Fahrverbote werden erhalten bleiben. Der Wertverlust der Autos mit Abschaltsoftware ist Realität. So weit, so schlecht. Aber es kommt noch dicker: Ab dem 1. Januar 2019 sind erste Ansprüche gegen VW verjährt. Schnelles Handeln ist angesagt. Eine Übersicht der Ansprüche von Besitzern alter Diesel-Fahrzeuge hat die Verbraucherzentrale zusammengestellt.

Diesel-Besitzer machen mobil

Die Vertröstungen der Politik schüren die Wut nur weiter – Diesel-Eigentümer wollen sich das Aussitzen des Problems seitens der Autoindustrie und die finanziellen Verluste nicht mehr länger gefallen lassen. Die Klage gegen VW nimmt Fahrt auf. Inzwischen haben 19.000 frustrierte Diesel-Besitzer eine Sammelklage gegen den Konzern angeschlossen.

Es geht auch ohne Diesel

All die Unsicherheit sorgt dafür, dass Diesel-Motoren auch in Zukunft nicht mehr attraktiv werden. Immer mehr Autohersteller machen keinen Hehl mehr daraus, dass das Diesel-Zeitalter endgültig zu Ende geht. Wie eine Zukunft ganz ohne Schadstoffe im Straßenverkehr aussehen könnte, ist zur Zeit in der Autostadt zu sehen. Im Nutzfahrzeuge Pavillion steht der E-Crafter, der erste rein elektrisch betriebene Transporter von VW. Noch bis zum 30.12. läuft im Konzern Forum eine Sonderausstellung unter dem Motto „Urbane Mobilität der Zukunft“. Zu bewundern gibt es z. B. den Sedric Nightline - ein komplett selbst und elektrisch fahrendes Auto. Spannend ist auch das Modell „Stadt der Zukunft“ (im Maßstab 1:87). So könnte es in unseren Innenstädten einmal aussehen: autonom fahrende Autos, LKW und Busse, die dank künstlicher Intelligenz sogar selbst mitdenken und lernen. Der Straßenverkehr wäre dann nicht nur schadstofffrei, sondern auch sicher.