Foto: Siemens (über dts Nachrichtenagentur)

München (dts Nachrichtenagentur) - Siemens-Chef Joe Kaeser bekommt beim geplanten Zusammenschluss der Bahnsparte mit dem Zuggeschäft des französischen Wettbewerbers Alstom unerwarteten Beistand: von der IG Metall, die ihn sonst häufig kritisiert.

Wie der "Spiegel" in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, hatten beide Unternehmen bereits vor gut einem Jahr angekündigt, ihre Verkehrsableger zu fusionieren, um sich auf dem europäischen Markt gegen die zunehmende chinesische Konkurrenz zu wappnen. EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager hält dieses Argument jedoch für vorgeschoben.

Sie hat eine verschärfte Prüfung der Pläne eingeleitet und will den Zusammenschluss nur unter strengen Auflagen genehmigen. Dagegen wehrt sich der zuständige IG-Metall-Vorstand Jürgen Kerner nun in einem ungewohnt scharf formulierten Argumentationspapier. "Die Tatsache, dass globale Wettbewerber bildlich gesprochen bereits den Fuß in der europäischen Tür haben", werde von der Kommission "konsequent ignoriert", rügt Kerner, der auch im Siemens-Aufsichtsrat sitzt.

Das führe bei den Beschäftigten zu "Unsicherheit und Ängsten". Sollten die für Ende Januar erwarteten Auflagen aus Brüssel zu hart ausfallen, droht er schon jetzt mit heftigem Widerstand. "Wir werden sehr kritisch beobachten, ob und welche Produkte und Plattformen ab gespalten werden sollen", heißt es in der Erklärung, "und nicht akzeptieren, dass Zukunftstechnologien oder ganze Standorte" wegfallen.