Foto: 500-Euro-Geldscheine (über dts Nachrichtenagentur)

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Der Abstand zwischen Vorstandsvergütung und Mitarbeitereinkommen (Manager to Worker Pay Ratio) ist in den vergangenen Jahren wieder deutlich größer geworden. Das zeigt eine Studie des Instituts

für Mitbestimmung und Unternehmensführung (IMU) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung, über die das "Handelsblatt" berichtet. Im Durchschnitt verdiente ein DAX-Vorstand demnach das 71-fache eines Angestellten. Das heißt, dass ein Angestellter 71 Jahre arbeiten muss, um die Jahresvergütung eines DAX-Vorstands zu erreichen. Postchef Frank Appel führte die Rangliste der Konzernchefs im Jahr 2017 an. Appel folgen die Vorstandsvorsitzenden des Baustoffkonzerns Heidelbergcement, Adidas und Daimler, Schlusslicht ist die Commerzbank.

Das IMU hat zum fünften Mal seit 2005 das Verhältnis der Vorstandsvergütungen zur Belegschaft für DAX-Konzerne ausgerechnet. In den zwölf Jahren ist der Abstand zwischen den Gehältern von Topmanagern und einem durchschnittlichen Gehalt eines Beschäftigten um etwa 70 Prozent gewachsen. 2005 bekam ein Vorstandsmitglied im DAX 42 Mal so viel wie einer seiner Mitarbeiter.

Nach der Finanz- und Wirtschaftskrise im Jahr 2008 stagnierte die durchschnittliche Relation über alle Vorstandsmitglieder gerechnet zunächst um den Faktor 60. Die jüngste Analyse zeigt, dass der Abstand seit 2014 nun wieder kräftig auseinandergeht. Lag die niedrigste Pay Ratio vor drei Jahren noch beim 17-fachen, so kletterte sie 2017 schon auf das 20-fache im Durchschnitt aller DAX-Vorstände.