Foto: Airbus-Cockpit (über dts Nachrichtenagentur)

Toulouse (dts Nachrichtenagentur) - Der neue Chef der Airbus-Zivilflugzeugsparte, Guillaume Faury, sieht keine negativen Folgen für den Konzern, obwohl die künftige Besetzung an der Spitze noch nicht feststeht. "Airbus ist nicht gelähmt", sagte er der "Welt".

Indirekt deutete der 50-jährige Chef der mit Abstand größten Airbus-Sparte an, dass er sich auch die Nachfolge für Konzernchef Tom Enders zutraut. Der Deutsche scheidet nach Ablauf seines Vertrages im Frühjahr 2019 aus. "Ich stehe der Gruppe zur Verfügung", erklärt der Franzose. Zu den größten Herausforderungen des Flugzeugherstellers gehöre der Abbau des riesigen Auftragsbestandes von über 7.100 Flugzeugen sowie die Digitalisierung der Geschäfte.

Um einen weiteren Ausbau der Produktion auf monatlich 70 Flugzeuge der A320-Familie Anfang des nächsten Jahrzehnts zu ermöglichen, gebe es Gespräche mit Zulieferfirmen. Neue Endmontagewerke neben den Standorten Hamburg, Toulouse, Tianjin in China und Mobile in den USA seien dafür nicht vorgesehen. Weil die Produktionsraten in China und den USA bislang eher gering sind, könnte dort die Fertigung prozentual am stärksten erhöht werden.

Zudem sei geplant, im US-Airbus-Standort auch das C-Series-Modell des kanadischen Herstellers Bombardier zu fertigen, vor dessen Programmübernahme Airbus steht. "Wir sind ein amerikanischer Akteur, denn wir sind Arbeitgeber und kaufen gleichzeitig sehr viele Teile in den USA ein", erklärte Faury. Insgesamt komme die C-Series-Übernahme "schneller voran als gedacht", sagt der Franzose.