Foto: Straßenverkehr (über dts Nachrichtenagentur)

Düsseldorf (dts Nachrichtenagentur) - Der zweitgrößte deutsche Mobilfunkkonzern Vodafone sieht die größten Wachstumschancen weniger im Handymarkt selbst als in der Vernetzung von Autos, Zweirädern und Alltagsgeräten: Die Kommunikation erfolge wie beim Smartphone über SIM-Karten.

"Wir haben derzeit eine SIM-Karten-Durchdringung von 140 Prozent pro Einwohner", sagte Hannes Ametsreiter, Chef von Vodafone Deutschland, der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" (Freitagsausgabe). "Ich glaube, dass wir locker auf 500 Prozent kommen können, weil wir SIM-Karten in Maschinen, Autos, Motorräder und Fahrräder einbauen werden."

Dann hätte jeder Bürger fünf SIM-Karten. Hier sieht der Vodafone-Deutschland-Chef die größten Wachstumspotenziale im Mobilfunkmarkt. Denkbar sei fast alles.

"Wir könnten auch eine SIM-Karte in die Kaffeetasse einbauen, aus der Sie gerade trinken. Wenn sie leer ist, wird das sofort unseren Servicekräften gemeldet, die dann nachschenken", sagte Ametsreiter. Er beklagt allerdings den langsamen Ausbau des Glasfasernetzes, um den neuen Mobilfunk-Standard 5G zu etablieren.

Deutschland dümpele hier wegen einer verfehlten Förderpolitik mit einer Haushaltsabdeckung von nur 1,7 Prozent "am unteren Ende", während etwa Spanien bei 41 Prozent liege. Er fordert, nur noch superschnelle, gigabitfähige Netze zu fördern. Dabei sollten auch Kommunen gefördert werden, um lokale Anreize zu setzen.

"Wenn Kommunen Kabelschächte gefördert bauten, würden wir diese langfristig mieten können - das wären massive und langfristige Verdienstmöglichkeiten für Gemeinden und Städte", sagte Ametsreiter.