Foto: Obdachloser (über dts Nachrichtenagentur)

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Knapp jeder Sechste in Deutschland ist von Armut bedroht. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag hervor, über die die Zeitungen des "Redaktionsnetzwerks Deutschland" in ihren Freitagausgaben berichten.

Demnach lag der Anteil der Menschen, die über weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens verfügen, bei 15,8 Prozent. 2005 waren es noch 14,7 Prozent. Das mittlere Einkommen von Alleinstehenden belief sich 2017 bei 1.666 Euro. Laut Bundesarbeitsministerium stieg jedoch der Anteil der Topverdiener leicht.

2005 hatten 7,7 Prozent mehr als 200 Prozent des mittleren Einkommens, 2017 waren es 8,1 Prozent. "Die Bundesregierung beobachtet sehr aufmerksam, wie sich die Ränder der Gesellschaft entwickeln und ob sich Ungleichheiten im Hinblick auf wirtschaftliche, soziale und politische Teilhabemöglichkeiten der Menschen verstärken", so das Bundesarbeitsministerium. Derzeit werde ein neuer Armutszeugnis- und Reichtumsbericht erarbeitet, der noch in dieser Legislaturperiode erscheinen soll.

Der Bundestag befasst sich an diesem Freitag mit einem Antrag der Linksfraktion, in dem eine Mindestsicherung von 1.050 Euro sowie die Erhöhung des Rentenniveaus auf 53 Prozent gefordert wird. "Wer Armut wirksam bekämpfen will, muss mehr als ein paar kosmetische Korrekturen vornehmen", sagte Linken-Fraktionsvize Sabine Zimmermann dem RND. "Es braucht einen glaubhaften Kurswechsel in der Arbeits-, Sozial- und Steuerpolitik, insbesondere eine komplette Rückabwicklung der Agenda 2010."

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