Stuttgart (dts Nachrichtenagentur) - Jörg Schleyer kann einer Ex-RAF-Terroristin keinen fünffachen Mord vergeben. Sie habe sich ihm gegenüber in Skopje anständig verhalten, sagte Schleyer der "Bild" (Donnerstagsausgabe) nach einem langen Gespräch

mit einer ehemaligen RAF-Terroristin, von der sich Antworten über die Ermordung seines Vaters erhofft hat. "Aber einen fünffachen Mord kann ich ihr nicht vergeben. Für die Lossprechung von Sünden bin ich der falsche Ansprechpartner", so Schleyer. "Die Ex-Terroristin war sehr glaubwürdig. Zum Kerngeschehen hat sie nach meinem Eindruck mir alles Wesentliche berichtet", so Schleyer weiter.

Mehr als sieben Stunden hatte die Ex-Terroristin die Fragen von Jörg Schleyer beantwortet. Doch nicht auf alles konnte sie ihm eine Antwort geben: "Unser Kampf um die Wahrheit geht weiter. Wir suchen noch immer nach Details zur Todesstunde unseres geliebten Vaters", so Schleyer.

Dafür erfuhr der Sohn des RAF-Opfers auch Skurriles: "Sie konnte sich noch erinnern, dass sie ein Jahr nach der Ermordung meines Vaters mit meinem Bruder Eberhard in einem Flugzeug auf dem Rückflug von Aden war. Mein Bruder habe nur drei Reihen vor ihr gesessen. Das zu einer Zeit, da weltweit nach ihr wegen des Mordes an meinem Vater gefahndet wurde."