Foto: US-Flagge (über dts Nachrichtenagentur)

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die US-Künstlerin Adrian Piper hält Fremdenfeindlichkeit in ihrem Heimatland bis heute für selbstverständlich: "Ohne Rassismus hätten die USA keinen Ursprung und keine Grundlage. Fortschritt können sie nicht leisten", sagte Piper der "Welt".

Selbst die Bürgerrechtsbewegung habe in den USA "praktisch sehr wenig" verbessert, sagte die 68-Jährige. "Dass es jetzt Quotenmenschen wie mich gibt, nenne ich kaum einen Fortschritt, auch wenn mir das persönlich einen Vorteil verschafft. Rassisten können immer eine Rechtfertigung für ihren Rassismus erfinden, egal was die Gesetze vorschreiben." In der US-Geschichte gebe es ungefähr alle 20 bis 25 Jahre Rassenkämpfe.

"Dies ist auch ein Teil der Grundlage der USA", so Piper, die seit einigen Jahren in Berlin lebt. Die feindselige Stimmung in der US-Gesellschaft sei der Grund dafür gewesen, dass sie ausgewandert sei. "Ich war zwar verzweifelt, als Trump gewonnen hat, aber nicht überrascht. Die Tendenzen, die ihn zum Sieg gebracht haben, habe ich lange in der amerikanischen Gesellschaft kommen sehen. Deshalb bin ich ausgewandert. Ich bin sehr froh, in Deutschland zu wohnen. Das feiere ich jeden Tag."