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Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Fußball-Weltmeister Per Mertesacker kritisiert das Verhalten vieler Jungprofis: Es gebe "heutzutage immer mehr Individualisten. Immer mehr ich, ich, ich", sagte Mertesacker in der aktuellen Ausgabe des "Spiegel".

"Die Mentalität vieler junger Spieler ist, erst einmal die Hand aufzuhalten, bevor man überhaupt ein Spiel in der ersten Liga gemacht hat."

Der 104-fache Nationalspieler hatte 2014 seinen Abschied aus der Nationalmannschaft erklärt. Als Kapitän des FC Arsenal in London bestreitet der Innenverteidiger seine letzte Profisaison. Im kommenden Sommer übernimmt er die Leitung der Nachwuchsakademie von Arsenal.

Auf der anderen Seite sorgt sich Mertesacker um die Zukunft vieler Nachwuchsspieler. Aus der Akademie bei Arsenal werde nicht mehr als ein Prozent der Fußballer den Sprung nach oben schaffen: "Das ist atemberaubend. Man muss sich auch um die kümmern, die vor dem Nichts stehen." 80 Prozent derjenigen, die mit 16 einen Vertrag hätten, seien später arbeitslos.

Mertesacker kritisiert zudem die Fixierung auf die Nachwuchszentren. "Ich würde auch mal behaupten, dass ich es nicht geschafft hätte in einem solchen System", so Mertesacker. Er sei mit 13 Jahren wegen Wachstumsproblemen weggeschickt worden.

"Wenn man heute als Teenager ein Jahr verletzt ist, kommt man nie wieder ins System rein."

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