Foto: Stühle im Flur einer Schule (über dts Nachrichtenagentur)

Schwerin (dts Nachrichtenagentur) - Die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern und kommissarische SPD-Vorsitzende, Manuela Schwesig, hat sich offen für ein deutschlandweites Zentralabitur gezeigt. "Die Schulsysteme und auch die Schulabschlüsse der Länder müssen vergleichbar sein.

Ein Zentralabitur wäre sicherlich eine Lösung dafür", sagte Schwesig den Zeitungen des "Redaktionsnetzwerks Deutschland" (Donnerstagausgaben).

Zumindest brauche man "möglichst viele gemeinsame Standards". Darauf wirke Mecklenburg-Vorpommern in der Kultusministerkonferenz hin, so die SPD-Politikerin weiter. Auch der Präsident der Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände (BDA), Ingo Kramer, mahnte die Länder zu mehr Reformgeist beim Abitur.

"Der Bildungsföderalismus muss sich bewegen, damit er überleben kann. Ein vergleichbares Abitur ist zum Vorteil aller Schüler", sagte Kramer. Es müsse nicht alles komplett identisch sein.

"Die Länder müssen sich aufraffen und das, was sie mit dem gemeinsamen Aufgabenpool begonnen haben, konsequent zu Ende zu bringen. In wichtigen Kernfächern – wie Mathe, Naturwissenschaften, Fremdsprachen und Deutsch – muss das Abitur vergleichbar sein", so der BDA-Präsident weiter. In diesen Fächern sollten "die Länder gemeinsam Aufgaben entwickeln und sicherstellen, dass dann auch wirklich alle darauf zurückgreifen", sagte Kramer.

Er stimmte zugleich dem Präsidenten der Hochschulrektorenkonferenz, Peter-André Alt, zu, der massive Mängel bei der Studierfähigkeit der Abiturienten beklagt hatte. "Als Arbeitgeber erleben wir auf allen Ebenen, dass die Grundausbildung in Mathematik, Naturwissenschaften und Deutsch nachgelassen hat", so der BDA-Präsident. Die Kultusminister seien "unbedingt gefordert, in den Kernfächern mehr für die Qualitätssicherung zu tun. Das ist dringend notwendig für jede Ausbildungsfähigkeit", sagte Kramer den Zeitungen des "Redaktionsnetzwerks Deutschland". Angestoßen hatte die Debatte über das Zentralabitur Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU). "Wir brauchen in Deutschland innerhalb von fünf bis zehn Jahren ein zentrales Abitur und auch für andere Schulabschlüsse zentrale Prüfungen", hatte sie den RND-Zeitungen gesagt. In Ländern wie Bayern gibt es starken Widerstand gegen die Idee. Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) hat die Länder zu raschen Schritten aufgefordert. Sie sollten noch in diesem Jahr zu ersten Ergebnissen wie der Verabschiedung eines Fahrplans kommen, sagte Karliczek.