Foto: Heiko Maas (über dts Nachrichtenagentur)

Straßburg (dts Nachrichtenagentur) - Der Grünen-Europaabgeordnete Erik Marquardt hat die Pläne von Außenminister Heiko Maas (SPD), der in der Debatte um Seenotrettung eine Koalition der Willigen zur Verteilung auf dem Mittelmeer geretteter Flüchtlinge unter den EU-Staaten vorschlägt, begrüßt.

"Es ist sehr erfreulich, dass Minister Maas nach stillen Jahren nun endlich die Initiative ergreift", sagte der Grünen-Europaabgeordnete Erik Marquardt der "Passauer Neuen Presse". Marquardt fügte aber kritisch hinzu: "Seit zwei Jahren fragen die Seenotretter nach einem Termin, um sich mit Maas über die Lage auszutauschen, nie hatte er Zeit."

Marquardt war selbst als Seenotretter auf dem Mittelmeer unterwegs, unter anderem mit der "Sea-Watch 3". Vom Festland aus betrachtet, sei der Stress an Bord "kaum vorstellbar", so Marquardt. Die Crew sei teils drei Wochen unterwegs.

"Da sind zwischen 50 und 150 Menschen auf einem 30 Meter langen Schiff." Maas regt nun einen festen Schlüssel zur Verteilung der Flüchtlinge an. Grünen-Politiker Marquardt zeigt sich aber skeptisch.

"Man kann nur hoffen, dass seiner Initiative jetzt auch Taten folgen und die sozialdemokratischen Parteikollegen des Außenministers auf Malta ihre Hafenblockade für die Seenotrettung schnell aufheben", so der Europaabgeordnete. Er regt ein Kontingent an, um Flüchtlinge direkt aus Nordafrika in die EU aufzunehmen. "Europa denkt falsch. Wenn die Flüchtlinge auf dem Meer sind, ist es eigentlich zu spät", so Marquardt, der seit Juni im Straßburger Europaparlament sitzt.