Foto: Steak auf einem Grill (über dts Nachrichtenagentur)

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - In deutschen Grills kommt offenbar häufig Tropenholz zum Einsatz, ohne dass die Verbraucher von dessen Herkunft wissen. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Frage der Grünen-Bundestagsfraktion hervor,

über die die Zeitungen des "Redaktionsnetzwerks Deutschland" (Samstagsausgaben) berichten. Nach Angaben des Bundeslandwirtschaftsministeriums werden pro Jahr durchschnittlich 236.000 Tonnen Holzkohle in Deutschland verbraucht - davon werden 95 Prozent importiert.

Zu den wichtigsten außereuropäischen Lieferländern zähle das Ministerium Paraguay (18 Prozent) und Nigeria (11 Prozent). "Die Bundesregierung kann nicht ausschließen, dass illegal genutzte Hölzer in importierter Holzkohle enthalten sind", heißt es in der Antwort des Ministeriums. Das Haus von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) beruft sich dabei auf eine seit 2016 durchgeführte Untersuchung des bundeseigenen Thünen-Instituts.

Demnach ergaben Analysen von rund 6.200 Kohleproben, dass bei etwa 30 Prozent der untersuchten Produkte die Herkunftsangaben "kritisch" zu bewerten seien. So handele es sich bei Sortimenten, die keinerlei Angaben zu den verwendeten Hölzern enthalten, oft um Tropenhölzer. Und selbst dort, wo "aus heimischen Laubhölzern" draufsteht, seien neben Buche, Ahorn und Eiche auch tropische und subtropische Hölzer beigemischt worden, heißt es in der Antwort des Ministeriums weiter.

"Grillen und Urwaldschutz müssen zusammengehen", sagte Steffi Lemke, Grünen-Obfrau im Umweltausschuss des Bundestages. Die Bundesregierung müsse etwas gegen den Handel mit illegalem Holz und Holzkohle tun. "Wir fordern eine Aufnahme von Holzkohle in die entsprechende europäische Holzverordnung, welche das Ziel hat, die Einfuhr von illegalem Holz zu verhindern. Außerdem braucht es eine eindeutige Kennzeichnungspflicht von Holz und Holzprodukten nach Herkunftsland und Holzart sowie schärfere Kontrollen", so die Grünen-Politikerin weiter. Sie mahnte einen besseren Schutz bedrohter Wälder an. "Der Urwald hat enorme Bedeutung für die Artenvielfalt und den Klimaschutz, und dennoch wird er weltweit weiter massiv abgeholzt", sagte Lemke den Zeitungen des "Redaktionsnetzwerks Deutschland". Es sei nicht auszuschließen, "dass auch Holzkohle, mit der in Deutschland Grills befeuert werden, aus Raubbau stammt".