Foto: Krankenhaus (über dts Nachrichtenagentur)

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Führende Grünen-Politikerinnen fordern eine deutliche Aufwertung der sozialen Arbeit in Krankenhäusern, Kitas und Pflegeeinrichtungen. "Die heutige Bezahlung in den Kümmer-Berufen wird deren Professionalität

und ihrer Verantwortung für unser aller Wohl nicht gerecht", schreiben die stellvertretende Parteivorsitzende Gesine Agena, die stellvertretende Grünen-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Katja Dörner, die baden-württembergische Grünen-Chefin Sandra Detzer und die Sozialpolitikerin Kordula Schulz-Asche in einem Papier, welches den Titel "Kümmern als Beruf" trägt und über welches das "Redaktionsnetzwerk Deutschland" (Dienstagsausgaben) berichtet. Die Grünen-Politikerinnen fordern flächendeckende Tarifverträge, die mit deutlich besserer Bezahlung sozialer Arbeit einhergehen sollen.

Schulgelder während der Ausbildung müssten abgeschafft werden. Mit der Bezahlung nach dem Motto "Pflegen kann ja jeder" solle Schluss sein. "Wertschätzung drückt sich in der Bezahlung aus, aber bei Weitem nicht nur", schreiben die Grünen-Politikerinnen und mahnen zu einer besseren personellen Ausstattung in den Einrichtungen, damit "Kümmern nicht nach der Stoppuhr" erfolge.

Sie fordern einen verbindlichen Personalschlüssel, "der sicherstellt, dass die Kitas ihrem Bildungsauftrag auch gerecht werden können und Pflegebedürftige gut versorgt werden". Auch bezahlte Auszeiten für Fort- und Weiterbildung sowie Aufbaustudiengänge sollen gesetzlich verankert werden. Der Bundesregierung werfen die Grünen Tatenlosigkeit vor.

"Ob Gesundheitsminister Spahn oder Familienministerin Giffey: Die Bundesregierung findet zwar warme Worte für die vielen Menschen, die sich beruflich um andere kümmern. Aber echte Wertschätzung und auch eine konkrete Aufwertung der Berufe sieht anders aus", sagte die Grünen-Bundestagsabgeordnete Katja Dörner dem RND. "Gerade frauenpolitisch ist es mehr als angesagt, Kümmerer-Berufe zu Berufen mit gutem Einkommen und guten Perspektiven zu machen", so die stellvertretende Fraktionsvorsitzende.