Foto: Ria Schröder (über dts Nachrichtenagentur)

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Bundesvorsitzende der Jungen Liberalen, Ria Schröder, hat kurz vor dem Dreikönigstreffen der FDP einen Strategiewechsel gefordert. "Die Strategie war erfolgreich und notwendig", sagte Schröder der "Welt"

mit Blick auf die Bundestagswahlkampagne 2017, die vor allem auf Parteichef Christian Lindner zugeschnitten gewesen war. Aber: "Nun müssen wir daran arbeiten, dass nicht nur Einzelpersonen im Fokus stehen." Wichtig sei auch, keine populistische Politik zu betreiben, etwa in der Migrationsdebatte. "Unsere Position ist etwas nachdenklicher und erfordert mehr als nur zu sagen: Alle sind willkommen, oder alle müssen weg", sagte Schröder "Der Reiz ist natürlich da, eine gute Position so zuzuspitzen, dass sie sich in eine Zeile drucken lässt und die Gefühle hochtreibt." Aber laute Töne förderten nur "eine Kultur des Gegeneinanders", statt gute gemeinsame Lösungen zu finden.

Der Erste Parlamentarische Geschäftsführer der FDP-Bundestagsfraktion, Marco Buschmann, gestand ein, dass seine Partei es zurzeit schwer habe, mit ihren Themen zu den Bürgern durchzudringen. "Zeiten, die stark von Stress und Verunsicherung geprägt sind, sind keine Hochzeiten für Liberale", sagte Buschmann. Es sei angesichts dessen aber erstaunlich, wie gut die FDP in Umfragen dastehe.

"Die Zeit für unsere Vorschläge wird noch kommen." Vor allem bei wirtschaftlich wichtigen Themen wie etwa Infrastruktur stellten die Menschen fest, dass es nicht richtig vorangehe. "Da wird noch eine sehr große Sehnsucht nach klaren Entscheidungen aufkommen und wachsen."

Am Sonntag trifft sich die FDP in Stuttgart zum Dreikönigstreffen, dem politischen Jahresauftakt der Partei. Als Redner treten neben Lindner die designierte Spitzenkandidatin bei der diesjährigen Europawahl, Nicola Beer, der stellvertretende Vorsitzende der Bundestagsfraktion, Michael Theurer, und der baden-württembergische Landtagsabgeordnete Hans-Ulrich Rülke auf. Auf der Veranstaltung werden die Weichen für die Parteiarbeit des kommenden Jahres gestellt.