Busse am Nordkopf / Foto: Matthias Leitzke

Mobilitätsticket: Familien und Auszubildende profitieren auch weiterhin
Wolfsburg (WB/Stadt Wolfsburg) - Das monatliche Mobilitätsticket der Stadt Wolfsburg ermöglicht jährlich rund 40.000 Menschen bei einem Eigenanteil von je 17 Euro im Monat (Kinder ab 6 Jahren zahlen 11 Euro) Busse im gesamten Stadtgebiet zu nutzen.

Die seit 01. April 2018 geltende und vom Rat der Stadt beschlossene Einschränkung, wonach mit dem Mobilitätsticket Busfahren nun erst ab 8.30 Uhr möglich ist, hat aber in der Praxis gezeigt, dass damit manche Menschen von erforderlichen Wegen ausgeschlossen werden. Vor allem Eltern mit Kindergartenkindern oder Auszubildende meldeten sich in den letzten Tagen bei Politik und Verwaltung. Die vielen guten Anregungen und die damit gezeigte Bewegung rund ums Thema Mobilität hat die Verwaltung aufgegriffen und erforderliche Ausnahmereglungen festgelegt:
Damit auch in Zukunft finanziell nicht so gut gestellte Wolfsburgerinnen und Wolfsburgern einen Zugang zur Mobilität haben und geltend machen können, hat die Verwaltung dazu ein Merkblatt erstellt. "Das Merkblatt soll allen Beteiligten helfen", erläutert Sozialdezernentin Monika Müller. "und daher werden Ausnahmen klar geregelt. Schon bisher gab es dazu individuelle Beratung, mit einem Merkblatt kann aber nun jeder selbst prüfen, ob eine Ausnahmeregelung möglich ist."
Im Sinne des Ratsbeschlusses soll dabei auch weiterhin gelten, dass Ausnahmen möglich sein sollen, um Härten abzumildern. Zugleich soll aber immer auch geschaut werden, ob nicht Bund oder Land oder andere die Kosten für Fahrten erstatten können und damit das Geld nicht aus dem städtischen Haushalt fließen muss. "Menschen, die vor 8.30 Uhr die Busse nutzen, weil sie beispielsweise an Weiterbildungsmaßnahmen des Jobcenters teilnehmen, können sich die Kosten für die Fahrten zu den Maßnahmen auch vom Jobcenter erstatten lassen." so Monika Müller.
Das so genannte Mobilitätsticket Job erhalten Inhaber einer WolfsburgCard, wenn Erwerbstätigkeit, Ausbildung oder Teilnahme an einer berufs- oder ausbildungsvorbereitenden oder auch schulischen Maßnahme vorliegt. Das Mobilitätsticket Job wird aufgrund entsprechender Nachweise von der Wolfsburger Verkehrsgesellschaft ausgehändigt und gilt auch schon vor 8.30 Uhr.
Auch für die Begleitung von Kindern zur Kita vor 8.30 Uhr wurde eine Lösung gefunden: Wenn ein Nachweis der Kita vorliegt, dass ein fester früher Beginn vorgeschrieben ist und die Einrichtung mehr als zwei Kilometer vom Wohnort entfernt liegt, können Eltern sich 21,50 Euro für Zehner-Streifen vom Sozialamt erstatten lassen. Die Wolfsburger mit Wolfsburgcard, die Fahrkarten benötigen, um zur Arbeit, Ausbildung oder einer darauf vorbereitenden Maßnahme zu kommen oder die ihren Kindern frühkindliche Bildung ermöglichen wollen, sollen selbstverständlich auch vor 8.30 Uhr Busse nutzen können. "Teilhabe muss immer auch Mobilität umfassen, daher sollte auch in Zukunft darauf geschaut werden, dass Busfahren bezahlbar bleibt- gerade auch für diejenigen, die jeden Cent zweimal umdrehen müssen." findet die Sozialdezernentin.


Merkblatt: Mobilitätsticket bei Erwerbstätigkeit/Ausbildung und bei Begleitung von Kindern in die Kindertagesstätte/Tagespflege
Anspruch auf eine WolfsburgCard und damit auf ein Mobilitätsticket haben alle Einwohner/innen der Stadt Wolfsburg, die folgende Leistungen bekommen:
• Hartz IV (Arbeitslosengeld II nach dem Sozialgesetzbuch SGB II)
• Grundsicherung, Hilfe zum Lebensunterhalt, Eingliederungshilfe oder Hilfe zur Pflege nach dem SGB XII
• Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe (SGB VIII)
• Leistungen des Asylbewerberleistungsgesetzes (AsylbLG)
• Leistungen des Wohngeldgesetzes
Ein Mobilitätsticket gilt jeweils für einen Monat. Die Monatskarte für Erwachsene kostet 17 Euro. Für Kinder von 6 bis 14 Jahren und für Schüler (ab 14 Jahren) von Schulen in Vollzeitform kostet sie 11 Euro. Kinder unter 6 Jahren fahren kostenfrei.
Seit dem 01.04.2018 kann das Mobilitätsticket erst ab 8:30 Uhr morgens genutzt werden.
Aber auf Antrag kann für Inhaber einer WolfsburgCard eine Ausnahme bewilligt werden:
1. Mobilitätsticket JOB:
Ist die Nutzung des Mobilitätstickets vor 8.30 Uhr wegen einer Erwerbstätigkeit, Ausbildung oder der Teilnahme an einer berufs- oder ausbildungsvorbereitenden oder wegen einer schulischen Maßnahme erforderlich, kann ein "Mobilitätsticket JOB" ausgestellt werden. Dazu muss zuerst bei der Einrichtung, die die WolfsburgCard ausstellt, der Anspruch auf eine Mobilitätskarte JOB geltend gemacht und dazu gegebenenfalls ein Nachweis (z. B. Bescheinigung des Arbeitgebers) vorgelegt werden. Andere Kostenträger (wie beispielsweise Jobcenter oder BAMF) dürfen nicht in Frage kommen. Das Mobilitätsticket Job wird von der WVG ausgehändigt, es gilt vor 8.30 Uhr.
2. Begleitung von Kindern in ihre Kindertagesstätte oder zur Tagespflege:
Erziehungsberechtigte, die ihr Kind aus pädagogischen Gründen vor 08.30 Uhr in eine Kindertagesstätte oder zu einer Tagespflegeperson (beispielsweise wegen Beginn des Morgenkreises) bringen müssen, können auf Antrag die Kosten für die erforderlichen Fahrten erstattet bekommen.
Dazu sind Zehnerkarten zu kaufen und im Geschäftsbereich Soziales und Gesundheit, Rathaus B, Zimmer B104, Porschestraße 49 abzugeben. Außerdem muss ein Nachweis der Kindertagesstätte oder der Tagespflegeperson vorgelegt werden. Darin muss bestätigt werden, dass die Einrichtung einen festgelegten Beginn vorschreibt, bei dem alle Kinder anwesend sein müssen.
Die Einrichtung muss sich mehr als 2 Kilometer entfernt vom Wohnort befinden und es darf kein anderer Kostenträger in Frage kommen. Wenn also das Jobcenter oder andere Träger, beispielsweise über das sogenannte Bundesteilhabepaket (BuT), die Fahrtkosten erstatten könnten, muss zunächst dort versucht werden, die Fahrtkosten zu bekommen.

Link zum Mobilitätsticket Stadt Wolfsburg



Freiwilliger Antrag:
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Name, Vorname Datum
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Straße, Hausnr.
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Wohnort

An die
Stadt Wolfsburg – Geschäftsbereich Soziales und Gesundheit
Rathaus B, Zimmer B 104
Porschestraße 49, 38440 Wolfsburg

Zusätzliche Fahrtkosten zur Begleitung in eine Kindertagesstätte
(Entfernung vom Wohnort mindestens 2 Kilometer)
Ich beantrage die Erstattung von zusätzlichen Fahrtkosten für öffentliche Verkehrsmittel, weil ich mein Kind zur Kindertagesstätte/Tagespflege begleiten muss.
Betrag: ___________________________ €
Diesem Antrag sind folgende Belege beigefügt:
1. Die entwerteten Fahrkarten für den Zeitraum vom __________ bis __________
(Erstattet werden 10-er Mehrfahrtenkarten der WVG)
2. Meine gültige WolfsburgCard (bei Antrag per Post bitte nur eine Kopie)
3. Eine schriftliche Bestätigung der Kindertagesstätte/Tagespflegeperson, dass die Anwesenheit des Kindes vor 8:30 Uhr pädagogisch notwendig ist. Zusätzlich muss der Zeitraum der Betreuung (z. B. vom 01.08.2018 bis 31.07.2019) genannt werden.
Ich bestätige, dass eine Fahrtkostenerstattung von anderer Seite nicht beantragt ist bzw. nicht bewilligt wurde.

_______________________________________
Unterschrift

Nur von der Stadt Wolfsburg auszufüllen
Die Kindertagesstätte liegt mehr als 2 km vom Wohnort entfernt:
Sachbearbeiter/Handzeichen