Wolf / Foto: © Deutscher Tierschutzbund e.V.

Wrestedt/Wolfsburg (WB/Deutscher Tierschutzbund Landestierschutzverband Niedersachsen e.V.) - Der Landestierschutzverband ist besorgt um den Tier- und Artenschutz in Niedersachsen.

Das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin hat festgestellt, dass der am 06.04.2018 im Raum Gartow tot aufgefundene Wolf erschossen wurde. Er starb an einem Teilmantelgeschoss, wie es in gängigen Jagdbüchsen verwendet wird. „Wir sind besorgt wegen der zunehmenden illegalen Wolfsabschüsse in den Jagdrevieren. Fünf Wölfe wurden bereits illegal getötet.“, so der Vorsitzende das Landestierschutzverbandes Dieter Ruhnke.

Er sieht darin die "Selbsthilfe" einiger Hobbyjäger, um die konkurrierenden Naturnutzer auszuschalten.

Vor diesem Hintergrund fordert der Landestierschutzverband die Politik auf, den strengen Schutzstatus für Wölfe aufrecht zu erhalten und diese keineswegs in das Jagdrecht zu überführen. Den Wolf als streng geschützte Art in die Zuständigkeit der Jäger zu geben, hieße, ihn jenen anzuvertrauen, die ihn ja letztendlich fast ausgerottet hatten.

Der Landestierschutzverband hat auch Verständnis für die Belange landwirtschaftlicher Tierhalter und unterstützt Entschädigungsregelungen, die von einer Neuausrichtung zu artgerechter Weidetierhaltung flankiert werden.

„Im Sinne des Tier- und Artenschutzes ist es jedoch abzulehnen, Wölfe, Luchse und Wildkatzen zu Gunsten ungestörter Hobbyjagd zu töten“, so Ruhnke. Die großen Beutegreifer füllen eine Lücke im Nahrungskreislauf des Ökosystems, schützen den Wald vor zu viel Schalenwild und verhindern Seuchen, mit denen die Natur sonst in regelmäßigen Abständen überhegte Wildbestände regulieren muss. Das allgemeine Interesse an gesunder Umwelt ist höher zu bewerten, als das Freizeitvergnügen der Hobbyjäger.