Letzte Termine lebendiger Adventskalender in Warmenau / Foto: resch

Wolfsburg Events

Warmenau (Ortsbürgermeisterin Angelika Jahns) - Am morgigen Dienstag, 12. 12. 2017, wird der „lebendige Adventskalender“ in Warmenau vom Gymnastikverein ausgerichtet und findet ab 18 Uhr bei Familie Paelecke in der Zielleistge 13 statt.

Alt und Jung 2007 / Foto: Joachim Seidig

Wolfsburg Events

Wolfsburg (WB/Kunstmuseum) - Am 12. 12. 2017 kann das zehnjährige Jubiläum des Vermittlungsprojekts „Alt und Jung“ im Kunstmuseum Wolfsburg gefeiert werden.
Seit 2007 kommen Lernende des Gymnasiums Martino-Katharineum Braunschweig gemeinsam mit Bewohnern der Seniorenresidenz Augustinum Braunschweig ins Kunstmuseum Wolfsburg, um sich gemeinsam über Kunst auszutauschen.

Offenes Singen in der Musikbibliothek

Wolfsburg Events

Wolfsburg (WB/Stadt Wolfsburg) - Am Mittwoch, 13. Dezember lädt die Musikbibliothek im Alvar-Aalto-Kulturhaus um 16 Uhr zum Offenen Singen ein.

Schwerer Verkehrsunfall auf der Kreisstraße 114 zwischen Wolfsburg und Gifhorn / Foto: resch

Wolfsburg vor Ort

Wolfsburg (WB/Polizei Wolfsburg) - Bei einem frontalen Zusammenstoß auf der Kreisstraße 114 zwischen Wolfsburg und Gifhorn wurde am Freitagnachmittag ein 68 Jahre alter Fahrer eines Land Rovers schwer und ein 41-jähriger Lkw-Fahrer aus Wolfsburg leicht verletzt. Insgesamt entstand ein Schaden von 40.000 Euro.

Foto: Krankenhaus (über dts Nachrichtenagentur)

Politik

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Durch die Digitalisierung von Krankenhäusern fühlen sich deren Mitarbeiter häufig unter Arbeitsdruck. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung im Auftrag der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung, über die die "Süddeutschen Zeitung" in ihrer Montagausgabe berichtet.

Foto: Israelische Fahnen (über dts Nachrichtenagentur)

Politik

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Anlässlich mehrerer anti-israelischer Demonstrationen am Wochenende in Berlin haben Politiker von Union und FDP zum Kampf gegen Antisemitismus und zu einem Aufstand der Zivilgesellschaft aufgerufen. "Es hat nichts mit Meinungsfreiheit zu tun,

Foto: Ralf Stegner (über dts Nachrichtenagentur)

Politik

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - SPD-Vize Ralf Stegner hat die Union davor gewarnt, vor Beginn von Verhandlungen öffentlich rote Linien zu markieren. "Das ist nicht schlau", sagte er dem "Tagesspiegel" (Montagsausgabe). Zugleich erteilte er Forderungen

Foto: Deutsche Bank (über dts Nachrichtenagentur)

Wirtschaft

Frankfurt/Main (dts Nachrichtenagentur) - Die Deutsche Bank will Sponsor der Fußballnationalmannschaft werden. Das berichtet der "Spiegel". Bisher ist die Commerzbank Premiumpartner des Deutschen Fußball-Bunds (DFB) – neben der Post, der Telekom, SAP, Bitburger und Coca-Cola.

Foto: Flughafen Berlin-Brandenburg International (BER) (über dts Nachrichtenagentur)

Wirtschaft

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - In der Berliner Flughafengesellschaft gibt es Überlegungen, den Hauptstadtflughafen BER im Jahr 2020 zur Not ohne Hauptterminal in Betrieb zu nehmen. Wie der "Spiegel" berichtet, könnte ein Terminal in "industrieller Fertigbauweise"

Foto: Computer-Nutzerin (über dts Nachrichtenagentur)

Wirtschaft

Wiesbaden (dts Nachrichtenagentur) - 19 Prozent der Unternehmen in Deutschland verkauften im Jahr 2016 ihre Waren oder Dienstleistungen über eine Website oder eine App. Das teilte das Statistische Bundesamt am Freitag mit. Weitere fünf Prozent nutzten elektronischen Datenaustausch

Foto: Fans von Borussia Dortmund (über dts Nachrichtenagentur)

Sport

Nyon (dts Nachrichtenagentur) - Borussia Dortmund spielt in der Zwischenrunde der Europa League gegen Atalanta Bergamo. Das ergab die Auslosung der Uefa am Montagnachmittag in Nyon. RB Leipzig muss gegen SSC Neapel ran. Die beiden deutschen Vertreter

Foto: FC-Bayern-Spieler im Mai 2017 (über dts Nachrichtenagentur)

Sport

Nyon (dts Nachrichtenagentur) - Der FC Bayern München spielt im Achtelfinale der Champions League gegen Besiktas Istanbul. Das ergab die Auslosung der Uefa am Montagmittag in Nyon. Die anderen deutschen Teams waren bereits in der Gruppenphase ausgeschieden.

Foto: Niklas Stark (Hertha BSC) (über dts Nachrichtenagentur)

Sport

Augsburg (dts Nachrichtenagentur) - Zum Abschluss des 15. Spieltages in der Fußball-Bundesliga haben sich Augsburg und Hertha mit einem 1:1 unentschieden getrennt. Erst die 74. Minute brachte den ersten Treffer durch Augsburgs Caiuby. Die Herthaner zeigten 90 Minuten lang

Foto: New York (über dts Nachrichtenagentur)

Vermischtes

New York (dts Nachrichtenagentur) - Am Port Authority Bus Terminal im New Yorker Stadtbezirk Manhattan hat es am Montagmorgen offenbar eine Explosion gegeben. Die New Yorker Polizei teilte über den Kurznachrichtendienst Twitter mit, dass man entsprechenden Berichten nachgehe.

Foto: Gleisanlage (über dts Nachrichtenagentur)

Vermischtes

Neuss (dts Nachrichtenagentur) - Bei dem Zugunglück in Nordrhein-Westfalen sind nach Angaben der Feuerwehr weniger Menschen verletzt worden, als zunächst befürchtet. Fünf Personen seien zu Schaden gekommen, keine davon lebensgefährlich, hieß es.

Foto: Wasserwerfereinsatz bei Anti-G20-Protest in Hamburg am 07.07.2017 (über dts Nachrichtenagentur)

Vermischtes

Hamburg (dts Nachrichtenagentur) - In mehreren Bundesländern hat es am Dienstagmorgen Razzien gegen Linksextremisten und Autonome gegeben. Mehr als 20 Wohnungen in Hamburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und anderen Bundesländern

Die Infektionsdetektive

Von Hans-Martin Barthold

Seit einigen Jahren sind sie zum Schreckgespenst geworden. Zwar gab es Krankenhauskeime schon immer. Doch ihre Resistenz gegen nahezu alle bekannten Antibiotika ist eine neue Entwicklung. Das hat inzwischen bei Ärzten und Wissenschaftlern die höchste Alarmstufe ausgelöst.H 2 Immerhin führen Antibiotikaresistenzen allein in den Ländern der Europäischen Union jedes Jahr zu etwa 25.000 Todesfällen. Die dadurch entstehenden Kosten werden von Fachleuten auf nicht weniger als 1,5 Milliarden Euro geschätzt. Schwerer noch wiegt das Leid der Angehörigen, auch wenn es sich finanziellen Vergleichen entzieht. Ähnliches gilt für die längst ausgerottet geglaubten Geißeln der Menschheit wie etwa Tuberkulose, Kinderlähmung, Ebola oder Malaria. Sie kehren zurück – bisweilen bis nach Europa. Und neue Infektionskrankheiten wie AIDS, SARS oder MERS kommen hinzu. Weltweit geht schon jeder vierte krankheitsbedingte Todesfall auf das Konto einer Infektion. Die mit steigendem Lebensalter abnehmende Immunabwehr wird das Problem gerade in den westlichen Gesellschaften weiter verschärfen.

 

Mit der Entdeckung des Penicillins vor gut einem Jahrhundert sowie effektiver Impfstoffe hatte man wirkmächtige Mittel gegen diese heimtückischen Ansteckungskrankheiten gefunden. Für ewig und alle Zeiten, so glaubte man wenigstens. Wie die Antibiotikaresistenzen jedoch zeigen, war das ein Trugschluss. Die Pipelines für Antibiotika sind leer. Darüber hinaus scheinen auch die Möglichkeiten traditionell hergestellter Impfstoffe weitgehend ausgeschöpft. Kein Wunder, dass die Infektionsforschung deshalb nun einen ungeahnten Aufschwung erlebt, nachdem sie über Jahrzehnte nur noch ein Mauerblümchendasein fristete. Zu deren international renommierten Hotspots zählt das Braunschweiger Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI). 930 Mitarbeiter und 225 Gastwissenschaftler aus aller Welt sind auf der Suche nach den Grundlagen für neue Diagnoseverfahren, neue Wirkstoffe und neue Therapiemöglichkeiten. Zuvor müssen sie allerdings einige Fragen beantworten, die zugleich die Forschungsschwerpunkte des HZI markieren.

 

Das Verstehen kommt vor dem Entwickeln

 

Als erstes versuchen die Wissenschaftler des HZI, die Kenntnislücken zu schließen, wie Krankheitserreger krank machen und was bei einer Infektion genau passiert. Noch immer nicht endgültig geklärt ist auch die Frage, weshalb manche Menschen häufiger als andere an Infektionen erkranken, welche Rolle also die genetische Ausstattung spielt. H 3Weiterhin muss die Funktionsweise des menschlichen Immunsystems entschlüsselt werden. Noch sind viele Details offen, wie sich der Körper überhaupt gegen Krankheitserreger wehrt und eventuell präventiv davor zu schützen vermag. Anschließend kann dann die Suche nach Wirkstoffen beginnen, mit denen Infektionskrankheiten behandelt oder besser noch ihnen vorgebeugt werden kann. Zuletzt befassen sich die Wissenschaftler des HZI, in ihrer Mehrheit Biologen, Chemiker, dazu Mediziner und Pharmazeuten, mit der Aufgabe, wie aus Wirkstoffen Medikamente gewonnen werden können. Es ist denn auch diese ganzheitliche Perspektive, die die Arbeit im Braunschweiger Forschungszentrum für Wissenschaftler so interessant macht.

 

Organisatorisch gliedert sich das HZI in drei Bereiche: Bakterielle und virale Pathogene, Immunantwort und –intervention sowie Antiinfektiva. Außerhalb dieser themenorientierten Struktur steht die Serviceeinheit Wissenschaftsmanagement. Die Themenbereiche setzen sich aus Abteilungen, Arbeitsgruppen und Nachwuchsgruppen zusammen. Nur große Hochschulen besitzen in den Naturwissenschaften eine so hohe Professorendichte wie das HZI. Gemeinsam mit kooperierenden Universitäten beruft die Braunschweiger Geschäftsleitung W3-Professoren zu Abteilungs- und W2-Professoren zu Arbeitsgruppenleitern. Im Umkehrschluss bedeutet das, alle Abteilungs- und Arbeitsgruppenleiter sind auch in der akademischen Lehre tätig. Anders die Dinge in den Nachwuchsgruppen, den Helmholtz Young Investigator Groups. Für deren Leitung lädt das HZI leistungsstarke Jungwissenschaftler ein und fördert sie über fünf Jahre. Aber auch eine Finanzierung mit Drittmitteln ist möglich.

 

Aktionsmuster von Molekülen entschlüsseln

 

Wulf Blankenfeldt empfängt mich zu einem Gespräch. Der Chemiker leitet die Abteilung Struktur und Funktion der Proteine. H 4Zugleich besitzt er an der Technischen Universität Braunschweig eine Professur für Strukturbiologie der Proteine. Seine Arbeitsgruppe umfasst neben einem weiteren Wissenschaftler drei Postdocs, sieben Doktoranden und sechs Chemisch-Technische Assistenten. Weshalb er ans HZI gekommen und geblieben ist? „Die Forschungsthemen hier stehen alle in einem unmittelbaren Zusammenhang mit dem menschlichen Leben und Proteinstrukturen sind die Grundlagen allen Lebens“, lautet seine erste Antwort. Sie seien deshalb der Schlüssel zu neuen Angriffspunkten gegen Krankheitserreger. „Denn über sie“, erklärt Blankenfeldt, „treten die Krankheitserreger mit ihren Wirten in Kontakt genauso wie sie die Proteine für lebenswichtige Stoffwechselprozesse benötigen.“

 

Der Professor zeigt mir an seinem Bildschirm ein solches Protein, hoch aufgelöst, farbig und in 3D. Ich verstehe augenblicklich, weshalb er von seinem Fach, der Strukturbiologie, als einer beinahe haptischen Wissenschaft schwärmt. Gleichwohl gewinnen die Simulation, das Datenmanagement, die Berechnungen und das Modellieren am PC beständig an Bedeutung. Gleichzeitig schrumpft die Arbeit im Labor. Gar nicht selten ist das Verhältnis schon jetzt hälftig. „Die moderne Biologie ist inzwischen sehr kleinteilig geworden“, beschreibt Blankenfeldt. Doktoranden und Postdocs haben in seiner Arbeitsgruppe deshalb auch nur dann eine Chance, wenn ihr Ausbildungsprofil mikrobiologisch ausgerichtet ist. „Unser Forschungsobjekt sind Moleküle, nicht der Mensch, nicht einzelne Organe und auch nicht einzelne Zellen“, präzisiert der Wissenschaftler.

 

Individualisierte Medizin bedarf vieler Kooperationspartner

 

Sein und seiner Mitarbeiter Ziel sei das Verstehen, bringt Blankenfeldt das Wesen von Grundlagenforschung ohne Schnörkel auf den Punkt. H 5Das aber falle niemandem in den Schoß. Dafür brauche es viel Fleiß, Geduld und noch mehr Durchhaltevermögen. „Die Erkenntnishighlights im Leben eines Wissenschaftlers sind eher rar“, weiß er aus eigener Erfahrung. Für den Fortschritt in der Infektionsforschung aber eben unerlässlich! Forschung ist überall Teamarbeit, innerhalb des HZI genauso wie auf internationaler Bühne. Neben exzellenten naturwissenschaftlichen Kenntnissen avanciert Artikulationsfähigkeit in Deutsch und Englisch deshalb zu einer Kernkompetenz. Die Aufgabe der Mitarbeiter des HZI konzentriert sich auf das Entschlüsseln grundlegender Prinzipien von Infektion und Immunität. Die hier gewonnenen Erkenntnisse für die Anwendung am Menschen nutzbar zu machen, kooperiert das HZI mit verschiedenen Partnern.

 

Das Helmholtz-Institut für Pharmazeutische Forschung Saarland (HIPS) ist eine Außenstelle des HZI. Seine Aufgabe ist die Suche nach neuen Wirkstoffen und den sogenannten Wirkstoff-Transportern. Zur Untersuchung von Krankheitsprozessen auf atomarer Ebene mittels Synchrotron-Strahlung arbeitet man mit dem Zentrum für strukturelle Systembiologie (CSSB) in Hamburg zusammen. Partner für die Schnittstelle zwischen der eigenen Grundlagenforschung und der klinischen Entwicklung ist das an der Medizinischen Hochschule Hannover angesiedelte Zentrum für Experimentelle und Klinische Infektionsforschung (TWINCORE). Die Kooperation mit der Translationsallianz in Niedersachsen (TRAIN), in der sich mehrere niedersächsische Hochschulen und das Fraunhofer Institut für Toxikologie zusammengeschlossen haben, dient der Entwicklung neuer, auf die Erfordernisse einzelner Patienten bzw. Patientengruppen ausgerichtete Diagnose- und Therapieverfahren. Fachleute sprechen von einer individualisierten Medizin.

 

Promotionscampus mit internationaler Reputation

 

Wer wie das HZI Spitzenforschung betreibt, benötigt dazu natürlich die besten Nachwuchswissenschaftler. „Mit der Helmholtz International Graduate School for Infection Research (HZI Graduate School) bieten wir jungen Wissenschaftlern H 6ein attraktives Umfeld für eine Promotion in der Infektionsforschung“, ist deren Leiterin Sabine Kirchhoff überzeugt. Und tatsächlich können nur wenige andere Institutionen so exzellente Arbeitsbedingungen anbieten wie das Helmholtz-Zentrum in Braunschweig. Mehr als 60 Wissenschaftler teilen sich die Verantwortung für die Ausbildung der Promovenden, die allesamt als vollwertiges Mitglied in die Forschungsprojekte der Abteilungen oder Arbeitsgruppen eingebunden sind. Durch die verpflichtende Teilnahme an ausgesuchten Vorlesungen, Seminaren, Laborübungen, einer jährlichen Summerschool, Teilnahme an Konferenzen und Symposien sowie dem fachlichen Austausch der Doktoranden untereinander versucht die HZI Graduate School deren wissenschaftlichen Weitblick zu erweitern. In dieser Dichte können das nicht einmal die Graduiertenkollegs der Universitäten bieten.

 

Zwischen 30 bis 50 Doktorandenstellen werden jedes Jahr weltweit ausgeschrieben. Mit 400 bis 500 Bewerbungen, viele davon aus China und Indien, kann sich das Echo durchaus sehen lassen. Gesucht sind vor allem Biologen und Chemiker. Mit Blick auf den modularen Aufbau der HZI Graduate School ist ein Einstieg jederzeit möglich. Etwa zwei von fünf der insgesamt 180 Doktoranden kommen aus dem Ausland. Arbeitssprache ist Englisch. Neben einem guten Masterabschluss und der gewünschten fachlichen Orientierung wiegen vor allem Laborerfahrungen schwer. Im Normalfall soll die Promotionszeit drei Jahre nicht überschreiten. Die komplexen Fragestellungen sorgen freilich dafür, dass die Dissertation gar nicht selten erst im vierten Jahr fertig gestellt werden kann. Da das HZI selbst nicht über das Promotionsrecht verfügt, arbeitet die Graduate School eng mit den benachbarten Hochschulen in Braunschweig, Hannover, Göttingen und Magdeburg zusammen.

 

Ausbildung auf höchstem Standard

 

Auch wenn das Herz des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung wissenschaftlich schlägt, arbeiten hier doch nicht nur Akademiker. Zur Bereitstellung der notwendigen Infrastruktur sind auch Praktiker unerlässlich. So bildet H 7das HZI Biologie- und Chemielaboranten, Tierpfleger der Fachrichtung Forschung und Klinik, Kaufleute für Büromanagement, Fachinformatiker der Fachrichtung Systemintegration sowie Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste mit der Fachrichtung Bibliothek aus. Ohne sie ginge nichts. Sie haben großen Anteil am Erfolg des Forschungszentrums. Und dessen Währung ist die Anmeldung von Patenten. 2014 waren es immerhin 26. Zwar ist Biologielaborant gleich Biologielaborant, egal wie der Ausbildungsbetrieb heißt. Und doch unterscheidet sich die Effizienzstruktur der Ausbildung im HZI von der eines Industriebetriebes. „Bei uns steht die breite fachliche Handlungsorientierung vor der Gewinnmaximierung“, formuliert es der Berufspädagoge und hauptamtliche Ausbildungskoordinator Detlef Hanisch.

 

Die Qualitätssicherung beginnt bereits bei der Bewerberauswahl. Vorausgesetzt werden der mittlere Bildungsabschluss oder das Abitur und gute Noten in den mit dem jeweiligen Wunschberuf korrelierenden Schulfächern. Nur für die Biologie- und Chemielaboranten folgt ein Eignungstest, der auf logisches Denken, Konzentration, Geschicklichkeit und das sichere Beherrschen der Grundrechenarten abstellt. Überzeugen das Ergebnis, bei den übrigen Berufen die Bewerbungsunterlagen, wird zum Vorstellungsgespräch eingeladen. Da entscheidet die Personality. Was die Azubis dann erwartet, ist vom Feinsten. Das Ausbildungslabor verfügt über modernste Apparaturen. „Auf die Grundausbildung in der Analytik, der instrumentellen Analytik und der präparativen Chemie legen wir sehr viel Wert“, betont der Ausbildungskoordinator. In Mathematik und Englisch erteilt man darüber hinaus Zusatzunterricht. „Wir sind ein Wissenschaftsunternehmen“, erklärt Hanisch. „Das Arbeiten bei uns erfordert ein breites naturwissenschaftliches Grundverständnis.“

 

Angebote schon für Schüler

 

Nach eineinhalb Jahren und der erfolgreichen Abschlussprüfung Teil 1 verlassen die Laborantenazubis das Ausbildungslabor. Für die nächsten zwei Jahre wechseln sie in dieH 8 Fachabteilungen, alle drei Monate in eine neue. Auf die Biologielaboranten warten aber zuvor 22 Wochen im Maushaus. Dort müssen sie den Umgang mit Versuchstieren lernen, was einigen schwer fällt. Eine Übernahme nach Ende der Ausbildung kann derzeit nur für ein Jahr erfolgen. Dann heißt es, Abschied nehmen. „Bisher ist keiner unserer Auszubildenden arbeitslos geblieben“, erzählt Detlef Hanisch stolz, „dazu sind sie einfach zu gut.“ Hochwertig sind auch die Praktika für Studierende, das Freiwillige Wissenschaftliche Jahr sowie das Schülerlabor BioS. BioS bietet Schülern der Jahrgangsstufen 10 bis 13 die Möglichkeit, durch eigenes Experimentieren grundlegende biotechnologische Methoden kennenzulernen – und vielleicht später als Studienpraktikant oder gar als Doktorand wiederzukommen.

 

Unternehmenssteckbrief

(Stand: 01.04.2016)

Firmengeschichte: Vorgängereinrichtung des HZI war das 1965 gegründete Institut für Molekulare Biologie, Biochemie und Biophysik (IMB), das 1968 zunächst in die Gesellschaft für Molekularbiologische Forschung mbH (GMBF) und 1976 in die Gesellschaft für Biotechnologische Forschung mbH (GBF) überführt wurde. 2006 trat die GBF der Helmholtz-Gemeinschaft bei und wurde in Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) umbenannt.

Sitz der Unternehmenszentrale: Inhoffenstraße 7, 38124 Braunschweig.

Mitarbeiter: 920. Davon sind u.a.:

  • 44 Wissenschaftler mit W2/W3-Professuren in- und außerhalb des HZI
  • 197 Wissenschaftler
  • 177 Doktoranden
  • 41 wissenschaftliche Hilfskräfte
  • 192 Technische Assistenten, Ingenieure, IT- und Laborfachkräfte
  • 46 Auszubildende
  • 123 Mitarbeiter in Management und Verwaltung

Darüber hinaus arbeiten derzeit 225 Gastwissenschaftler im HZI.

Forschungsbudget (ohne Drittmittel): 53 Millionen Euro.

Ausbildungsmöglichkeiten:

  • Biologielaborant/-in (2 Ausbildungsplätze/Jahr)
  • Chemielaborant/-in (4 Ausbildungsplätze/Jahr)
  • Fachangestellte/r für Medien- und Informationsdienste, Fachrichtung Bibliothek (z.Zt. keine Ausbildung)
  • Fachinformatiker/-in für Systemintegration (2 Ausbildungsplätze/Jahr)
  • Kaufmann/-frau für Büromanagement (2 Ausbildungsplätze/Jahr)
  • Tierpfleger/-in, Fachrichtung Forschung und Klinik (2 Ausbildungsplätze/Jahr)

Duales Studium (geplant): Bio- und Umwelttechnik (B.Eng.) an der Ostfalia Hochschule für Angewandte Wissenschaften, Standort Wolfenbüttel in Kombination mit der Ausbildung zum Chemielaboranten.

Schülerpraktika: nein.

Praktika für Studierende: ja.

Freiwilligendienste: Freiwilliges Wissenschaftliches Jahr.

Bewerbungen/Kontaktmöglichkeiten:

Internet: www.helmholtz-hzi.de

Trotz sorgfältiger inhaltlicher Kontrolle übernehmen wir keine Haftung für die Inhalte externer Links. Für den Inhalt der verlinkten Seiten sind ausschließlich deren Betreiber verantwortlich.

Fotos: Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) Braunschweig

Die Infektionsdetektive

Von Hans-Martin Barthold

Seit einigen Jahren sind sie zum Schreckgespenst geworden. Zwar gab es Krankenhauskeime schon immer. Doch ihre Resistenz gegen nahezu alle bekannten Antibiotika ist eine neue Entwicklung. Das hat inzwischen bei Ärzten und Wissenschaftlern die höchste Alarmstufe ausgelöst.H 2 Immerhin führen Antibiotikaresistenzen allein in den Ländern der Europäischen Union jedes Jahr zu etwa 25.000 Todesfällen. Die dadurch entstehenden Kosten werden von Fachleuten auf nicht weniger als 1,5 Milliarden Euro geschätzt. Schwerer noch wiegt das Leid der Angehörigen, auch wenn es sich finanziellen Vergleichen entzieht. Ähnliches gilt für die längst ausgerottet geglaubten Geißeln der Menschheit wie etwa Tuberkulose, Kinderlähmung, Ebola oder Malaria. Sie kehren zurück – bisweilen bis nach Europa. Und neue Infektionskrankheiten wie AIDS, SARS oder MERS kommen hinzu. Weltweit geht schon jeder vierte krankheitsbedingte Todesfall auf das Konto einer Infektion. Die mit steigendem Lebensalter abnehmende Immunabwehr wird das Problem gerade in den westlichen Gesellschaften weiter verschärfen.

 

Mit der Entdeckung des Penicillins vor gut einem Jahrhundert sowie effektiver Impfstoffe hatte man wirkmächtige Mittel gegen diese heimtückischen Ansteckungskrankheiten gefunden. Für ewig und alle Zeiten, so glaubte man wenigstens. Wie die Antibiotikaresistenzen jedoch zeigen, war das ein Trugschluss. Die Pipelines für Antibiotika sind leer. Darüber hinaus scheinen auch die Möglichkeiten traditionell hergestellter Impfstoffe weitgehend ausgeschöpft. Kein Wunder, dass die Infektionsforschung deshalb nun einen ungeahnten Aufschwung erlebt, nachdem sie über Jahrzehnte nur noch ein Mauerblümchendasein fristete. Zu deren international renommierten Hotspots zählt das Braunschweiger Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI). 930 Mitarbeiter und 225 Gastwissenschaftler aus aller Welt sind auf der Suche nach den Grundlagen für neue Diagnoseverfahren, neue Wirkstoffe und neue Therapiemöglichkeiten. Zuvor müssen sie allerdings einige Fragen beantworten, die zugleich die Forschungsschwerpunkte des HZI markieren.

 

Das Verstehen kommt vor dem Entwickeln

 

Als erstes versuchen die Wissenschaftler des HZI, die Kenntnislücken zu schließen, wie Krankheitserreger krank machen und was bei einer Infektion genau passiert. Noch immer nicht endgültig geklärt ist auch die Frage, weshalb manche Menschen häufiger als andere an Infektionen erkranken, welche Rolle also die genetische Ausstattung spielt. H 3Weiterhin muss die Funktionsweise des menschlichen Immunsystems entschlüsselt werden. Noch sind viele Details offen, wie sich der Körper überhaupt gegen Krankheitserreger wehrt und eventuell präventiv davor zu schützen vermag. Anschließend kann dann die Suche nach Wirkstoffen beginnen, mit denen Infektionskrankheiten behandelt oder besser noch ihnen vorgebeugt werden kann. Zuletzt befassen sich die Wissenschaftler des HZI, in ihrer Mehrheit Biologen, Chemiker, dazu Mediziner und Pharmazeuten, mit der Aufgabe, wie aus Wirkstoffen Medikamente gewonnen werden können. Es ist denn auch diese ganzheitliche Perspektive, die die Arbeit im Braunschweiger Forschungszentrum für Wissenschaftler so interessant macht.

 

Organisatorisch gliedert sich das HZI in drei Bereiche: Bakterielle und virale Pathogene, Immunantwort und –intervention sowie Antiinfektiva. Außerhalb dieser themenorientierten Struktur steht die Serviceeinheit Wissenschaftsmanagement. Die Themenbereiche setzen sich aus Abteilungen, Arbeitsgruppen und Nachwuchsgruppen zusammen. Nur große Hochschulen besitzen in den Naturwissenschaften eine so hohe Professorendichte wie das HZI. Gemeinsam mit kooperierenden Universitäten beruft die Braunschweiger Geschäftsleitung W3-Professoren zu Abteilungs- und W2-Professoren zu Arbeitsgruppenleitern. Im Umkehrschluss bedeutet das, alle Abteilungs- und Arbeitsgruppenleiter sind auch in der akademischen Lehre tätig. Anders die Dinge in den Nachwuchsgruppen, den Helmholtz Young Investigator Groups. Für deren Leitung lädt das HZI leistungsstarke Jungwissenschaftler ein und fördert sie über fünf Jahre. Aber auch eine Finanzierung mit Drittmitteln ist möglich.

 

Aktionsmuster von Molekülen entschlüsseln

 

Wulf Blankenfeldt empfängt mich zu einem Gespräch. Der Chemiker leitet die Abteilung Struktur und Funktion der Proteine. H 4Zugleich besitzt er an der Technischen Universität Braunschweig eine Professur für Strukturbiologie der Proteine. Seine Arbeitsgruppe umfasst neben einem weiteren Wissenschaftler drei Postdocs, sieben Doktoranden und sechs Chemisch-Technische Assistenten. Weshalb er ans HZI gekommen und geblieben ist? „Die Forschungsthemen hier stehen alle in einem unmittelbaren Zusammenhang mit dem menschlichen Leben und Proteinstrukturen sind die Grundlagen allen Lebens“, lautet seine erste Antwort. Sie seien deshalb der Schlüssel zu neuen Angriffspunkten gegen Krankheitserreger. „Denn über sie“, erklärt Blankenfeldt, „treten die Krankheitserreger mit ihren Wirten in Kontakt genauso wie sie die Proteine für lebenswichtige Stoffwechselprozesse benötigen.“

 

Der Professor zeigt mir an seinem Bildschirm ein solches Protein, hoch aufgelöst, farbig und in 3D. Ich verstehe augenblicklich, weshalb er von seinem Fach, der Strukturbiologie, als einer beinahe haptischen Wissenschaft schwärmt. Gleichwohl gewinnen die Simulation, das Datenmanagement, die Berechnungen und das Modellieren am PC beständig an Bedeutung. Gleichzeitig schrumpft die Arbeit im Labor. Gar nicht selten ist das Verhältnis schon jetzt hälftig. „Die moderne Biologie ist inzwischen sehr kleinteilig geworden“, beschreibt Blankenfeldt. Doktoranden und Postdocs haben in seiner Arbeitsgruppe deshalb auch nur dann eine Chance, wenn ihr Ausbildungsprofil mikrobiologisch ausgerichtet ist. „Unser Forschungsobjekt sind Moleküle, nicht der Mensch, nicht einzelne Organe und auch nicht einzelne Zellen“, präzisiert der Wissenschaftler.

 

Individualisierte Medizin bedarf vieler Kooperationspartner

 

Sein und seiner Mitarbeiter Ziel sei das Verstehen, bringt Blankenfeldt das Wesen von Grundlagenforschung ohne Schnörkel auf den Punkt. H 5Das aber falle niemandem in den Schoß. Dafür brauche es viel Fleiß, Geduld und noch mehr Durchhaltevermögen. „Die Erkenntnishighlights im Leben eines Wissenschaftlers sind eher rar“, weiß er aus eigener Erfahrung. Für den Fortschritt in der Infektionsforschung aber eben unerlässlich! Forschung ist überall Teamarbeit, innerhalb des HZI genauso wie auf internationaler Bühne. Neben exzellenten naturwissenschaftlichen Kenntnissen avanciert Artikulationsfähigkeit in Deutsch und Englisch deshalb zu einer Kernkompetenz. Die Aufgabe der Mitarbeiter des HZI konzentriert sich auf das Entschlüsseln grundlegender Prinzipien von Infektion und Immunität. Die hier gewonnenen Erkenntnisse für die Anwendung am Menschen nutzbar zu machen, kooperiert das HZI mit verschiedenen Partnern.

 

Das Helmholtz-Institut für Pharmazeutische Forschung Saarland (HIPS) ist eine Außenstelle des HZI. Seine Aufgabe ist die Suche nach neuen Wirkstoffen und den sogenannten Wirkstoff-Transportern. Zur Untersuchung von Krankheitsprozessen auf atomarer Ebene mittels Synchrotron-Strahlung arbeitet man mit dem Zentrum für strukturelle Systembiologie (CSSB) in Hamburg zusammen. Partner für die Schnittstelle zwischen der eigenen Grundlagenforschung und der klinischen Entwicklung ist das an der Medizinischen Hochschule Hannover angesiedelte Zentrum für Experimentelle und Klinische Infektionsforschung (TWINCORE). Die Kooperation mit der Translationsallianz in Niedersachsen (TRAIN), in der sich mehrere niedersächsische Hochschulen und das Fraunhofer Institut für Toxikologie zusammengeschlossen haben, dient der Entwicklung neuer, auf die Erfordernisse einzelner Patienten bzw. Patientengruppen ausgerichtete Diagnose- und Therapieverfahren. Fachleute sprechen von einer individualisierten Medizin.

 

Promotionscampus mit internationaler Reputation

 

Wer wie das HZI Spitzenforschung betreibt, benötigt dazu natürlich die besten Nachwuchswissenschaftler. „Mit der Helmholtz International Graduate School for Infection Research (HZI Graduate School) bieten wir jungen Wissenschaftlern H 6ein attraktives Umfeld für eine Promotion in der Infektionsforschung“, ist deren Leiterin Sabine Kirchhoff überzeugt. Und tatsächlich können nur wenige andere Institutionen so exzellente Arbeitsbedingungen anbieten wie das Helmholtz-Zentrum in Braunschweig. Mehr als 60 Wissenschaftler teilen sich die Verantwortung für die Ausbildung der Promovenden, die allesamt als vollwertiges Mitglied in die Forschungsprojekte der Abteilungen oder Arbeitsgruppen eingebunden sind. Durch die verpflichtende Teilnahme an ausgesuchten Vorlesungen, Seminaren, Laborübungen, einer jährlichen Summerschool, Teilnahme an Konferenzen und Symposien sowie dem fachlichen Austausch der Doktoranden untereinander versucht die HZI Graduate School deren wissenschaftlichen Weitblick zu erweitern. In dieser Dichte können das nicht einmal die Graduiertenkollegs der Universitäten bieten.

 

Zwischen 30 bis 50 Doktorandenstellen werden jedes Jahr weltweit ausgeschrieben. Mit 400 bis 500 Bewerbungen, viele davon aus China und Indien, kann sich das Echo durchaus sehen lassen. Gesucht sind vor allem Biologen und Chemiker. Mit Blick auf den modularen Aufbau der HZI Graduate School ist ein Einstieg jederzeit möglich. Etwa zwei von fünf der insgesamt 180 Doktoranden kommen aus dem Ausland. Arbeitssprache ist Englisch. Neben einem guten Masterabschluss und der gewünschten fachlichen Orientierung wiegen vor allem Laborerfahrungen schwer. Im Normalfall soll die Promotionszeit drei Jahre nicht überschreiten. Die komplexen Fragestellungen sorgen freilich dafür, dass die Dissertation gar nicht selten erst im vierten Jahr fertig gestellt werden kann. Da das HZI selbst nicht über das Promotionsrecht verfügt, arbeitet die Graduate School eng mit den benachbarten Hochschulen in Braunschweig, Hannover, Göttingen und Magdeburg zusammen.

 

Ausbildung auf höchstem Standard

 

Auch wenn das Herz des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung wissenschaftlich schlägt, arbeiten hier doch nicht nur Akademiker. Zur Bereitstellung der notwendigen Infrastruktur sind auch Praktiker unerlässlich. So bildet H 7das HZI Biologie- und Chemielaboranten, Tierpfleger der Fachrichtung Forschung und Klinik, Kaufleute für Büromanagement, Fachinformatiker der Fachrichtung Systemintegration sowie Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste mit der Fachrichtung Bibliothek aus. Ohne sie ginge nichts. Sie haben großen Anteil am Erfolg des Forschungszentrums. Und dessen Währung ist die Anmeldung von Patenten. 2014 waren es immerhin 26. Zwar ist Biologielaborant gleich Biologielaborant, egal wie der Ausbildungsbetrieb heißt. Und doch unterscheidet sich die Effizienzstruktur der Ausbildung im HZI von der eines Industriebetriebes. „Bei uns steht die breite fachliche Handlungsorientierung vor der Gewinnmaximierung“, formuliert es der Berufspädagoge und hauptamtliche Ausbildungskoordinator Detlef Hanisch.

 

Die Qualitätssicherung beginnt bereits bei der Bewerberauswahl. Vorausgesetzt werden der mittlere Bildungsabschluss oder das Abitur und gute Noten in den mit dem jeweiligen Wunschberuf korrelierenden Schulfächern. Nur für die Biologie- und Chemielaboranten folgt ein Eignungstest, der auf logisches Denken, Konzentration, Geschicklichkeit und das sichere Beherrschen der Grundrechenarten abstellt. Überzeugen das Ergebnis, bei den übrigen Berufen die Bewerbungsunterlagen, wird zum Vorstellungsgespräch eingeladen. Da entscheidet die Personality. Was die Azubis dann erwartet, ist vom Feinsten. Das Ausbildungslabor verfügt über modernste Apparaturen. „Auf die Grundausbildung in der Analytik, der instrumentellen Analytik und der präparativen Chemie legen wir sehr viel Wert“, betont der Ausbildungskoordinator. In Mathematik und Englisch erteilt man darüber hinaus Zusatzunterricht. „Wir sind ein Wissenschaftsunternehmen“, erklärt Hanisch. „Das Arbeiten bei uns erfordert ein breites naturwissenschaftliches Grundverständnis.“

 

Angebote schon für Schüler

 

Nach eineinhalb Jahren und der erfolgreichen Abschlussprüfung Teil 1 verlassen die Laborantenazubis das Ausbildungslabor. Für die nächsten zwei Jahre wechseln sie in dieH 8 Fachabteilungen, alle drei Monate in eine neue. Auf die Biologielaboranten warten aber zuvor 22 Wochen im Maushaus. Dort müssen sie den Umgang mit Versuchstieren lernen, was einigen schwer fällt. Eine Übernahme nach Ende der Ausbildung kann derzeit nur für ein Jahr erfolgen. Dann heißt es, Abschied nehmen. „Bisher ist keiner unserer Auszubildenden arbeitslos geblieben“, erzählt Detlef Hanisch stolz, „dazu sind sie einfach zu gut.“ Hochwertig sind auch die Praktika für Studierende, das Freiwillige Wissenschaftliche Jahr sowie das Schülerlabor BioS. BioS bietet Schülern der Jahrgangsstufen 10 bis 13 die Möglichkeit, durch eigenes Experimentieren grundlegende biotechnologische Methoden kennenzulernen – und vielleicht später als Studienpraktikant oder gar als Doktorand wiederzukommen.

 

Unternehmenssteckbrief

(Stand: 01.04.2016)

Firmengeschichte: Vorgängereinrichtung des HZI war das 1965 gegründete Institut für Molekulare Biologie, Biochemie und Biophysik (IMB), das 1968 zunächst in die Gesellschaft für Molekularbiologische Forschung mbH (GMBF) und 1976 in die Gesellschaft für Biotechnologische Forschung mbH (GBF) überführt wurde. 2006 trat die GBF der Helmholtz-Gemeinschaft bei und wurde in Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) umbenannt.

Sitz der Unternehmenszentrale: Inhoffenstraße 7, 38124 Braunschweig.

Mitarbeiter: 920. Davon sind u.a.:

  • 44 Wissenschaftler mit W2/W3-Professuren in- und außerhalb des HZI
  • 197 Wissenschaftler
  • 177 Doktoranden
  • 41 wissenschaftliche Hilfskräfte
  • 192 Technische Assistenten, Ingenieure, IT- und Laborfachkräfte
  • 46 Auszubildende
  • 123 Mitarbeiter in Management und Verwaltung

Darüber hinaus arbeiten derzeit 225 Gastwissenschaftler im HZI.

Forschungsbudget (ohne Drittmittel): 53 Millionen Euro.

Ausbildungsmöglichkeiten:

  • Biologielaborant/-in (2 Ausbildungsplätze/Jahr)
  • Chemielaborant/-in (4 Ausbildungsplätze/Jahr)
  • Fachangestellte/r für Medien- und Informationsdienste, Fachrichtung Bibliothek (z.Zt. keine Ausbildung)
  • Fachinformatiker/-in für Systemintegration (2 Ausbildungsplätze/Jahr)
  • Kaufmann/-frau für Büromanagement (2 Ausbildungsplätze/Jahr)
  • Tierpfleger/-in, Fachrichtung Forschung und Klinik (2 Ausbildungsplätze/Jahr)

Duales Studium (geplant): Bio- und Umwelttechnik (B.Eng.) an der Ostfalia Hochschule für Angewandte Wissenschaften, Standort Wolfenbüttel in Kombination mit der Ausbildung zum Chemielaboranten.

Schülerpraktika: nein.

Praktika für Studierende: ja.

Freiwilligendienste: Freiwilliges Wissenschaftliches Jahr.

Bewerbungen/Kontaktmöglichkeiten:

  • Biotechnologisches Schülerlabor Braunschweig (BioS):
  • Ausbildung und duales Studium: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
  • Freiwilliges Wissenschaftliches Jahr: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
  • Praktika für Studierende: direkte Kontaktaufnahme zur Leitung der jeweiligen Arbeitsgruppe. Übersicht unter: http://www.helmholtz-hzi.de/de/organisation/organigramm/
  • Doktoranden (HZI Graduate School):

Internet: www.helmholtz-hzi.de

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Fotos: Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) Braunschweig